Workshop „Fahrradstadt 2020“ – Eindrücke

Heute abend habe ich am Workshop „Fahrradstadt 2020“ in Augsburg teilgenommen. Das Ganze war zeitlich in zwei Abschnitte aufgeteilt, unterbrochen durch eine kurze Essenspause, in der kostenlose Sandwiches und Getränke angeboten wurden und dauerte insgesamt von 19 bis knapp nach 22 Uhr.

Wie befürchtet, war die ganze Veranstaltung wohl eher als Maßnahme zur Verbesserung der Akzeptanz durch die Bürger gedacht, indem man ihnen das Gefühl gibt, sie in den Prozess einzubeziehen und weniger zur echten Diskussion.

Das Thema „Infrastruktur“ war ernüchternd:

Auf einem Übersichtsplan des gesamten Stadtgebietes mit den bisher geplanten Radrouten, sollten die Workshop-Teilnehmer einzeichnen, welche Routen noch fehlen, ggf. ergänzt durch Anmerkungen auf Klebezetteln, die man für eigene Notizen anbringen konnte (womit aber der Plan sehr schnell sehr unübersichtlich wurde).

In einem anderen, ebenso kleinen Plan, sollte man Stellen kennzeichnen, die verbesserungswürdig sind – wiederum mit Klebezetteln garniert für genauere Erläuterungen. Auch das führte schnell zu einer noch heftigeren Zettelwüste und ich bezweifle stark, dass ein paar dutzend Anmerkungen zu einzelnen Problemstellen im Stadtgebiet, die man kaum genau einer exakten Position im Plan zuordnen kann, wirklich etwas beitragen zur Verbesserung des Radverkehrs.

Schließlich gab es noch drei Tafeln mit Querschnitten von Straßen aus der Liste der Straßen, die in der Online-Umfrage der Stadt Augsburg nach Problemstellen am häufigsten genannt wurden. Man sollte hier zeigen, wie man sich die ideale Raumaufteilung im Querschnitt über die Breite der Straße an einer beispielhaften Stelle vorstellt – gekennzeichnet mit… Klebezetteln, was sonst.

Insgesamt empfand ich das Ganze in dieser Form als eher durchwachsen bis überflüssig – und das ging nicht nur mir so und wurde von einigen Teilnehmern in anderen Workshops auch verbalisiert. Der Tenor war wie befürchtet „mehr Radwege und Schutzstreifen bauen und dafür werben, wie toll das ist“. Einige Stunden verplempert – schade.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.