Sigma BC 1416

Sigma BC1416Schon vor längerer Zeit ist an meinem alten Tacho, ein Sigma BC 1609, nach rund sieben Jahren eine der Tasten ausgefallen. Als Ersatz habe ich bereits im Frühjahr 2017 einen BC 1416 angeschafft, nachdem ich mir den BC 1616 angesehen und schnell wieder verworfen habe. Genaueres dazu weiter unten.

Leider hat Sigma die Halterung geändert, so dass die bereits montierte Halterung des BC 1609 nicht mehr nutzbar ist, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr ähnlich aussieht. Darüber hinaus gibt es bei der 2016er-Modellreihe generell keine kabelgebundene Trittfrequenzmessung mehr.

Der BC 1416 bietet folgende Funktionen:

  • Geschwindigkeit
  • Entfernung und Fahrzeit für die aktuelle Stecke und insgesamt
  • Durchschnittgeschwindigkeit
  • Höchstgeschwindigkeit
  • Uhrzeit
  • Temperatur
  • Entfernung und Fahrtzeit Teilstrecke
  • Höhenprofil der letzten 3-5 km
  • Aktuelle Höhe
  • Aktuelle Steigung
  • Gesamtanstieg
  • Maximale Höhe
  • Zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung
  • Aufzeichnung einer Statistik der gemessenen Werte für Geschwindigkeit, Strecke und Höhe für die letzten 12 Monate
  • Sicherung aller Werte in einem integrierten Flash-Speicher, so dass bei einem Batteriewechsel nur die Uhrzeit neu eingestellt werden muss.
  • Auswahl der Anzeigesprache aus Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch und Polnisch
  • Datenübertragung mit NFC oder über USB-Adapter zur Smartphone-App „Sigma Link“ oder der Desktop-Anwendung „Data Center“ (letztere nur mit USB-Verbindung)

In der „STS“-Variante für Funksensoren ist auch eine Trittfrequenzmessung enthalten. Ich bevorzuge aber eine Kabelverbindung, die sowohl zuverlässiger ist und auch keine zusätzliche Batterie im Sensor benötigt.

Das Display ist ist gegenüber dem Vorgänger BC 1412 deutlich größer geworden und besteht aus zwei Bereichen. Die obere Hälfte zeigt die aktuelle Geschwindigkeit an und die bei Sigma üblichen Indikatoren, ob man schneller oder langsamer fährt, als die bisherige Durchschnittsgeschwindikeit, welches Fahrrad gerade benutzt wird (1 oder 2) und ob eine Teilstreckenzählung aktiv ist („TS“). Neu gegenüber früheren Modellen ist ein Indikator für die aktivierte Hintergrundbeleuchtung in Form einer Glühlampe.

Die untere Hälfte des Displays ist eine grafische Anzeige mit einer Auflösung von 56×22 Pixeln. Darin wird die Bezeichnung der ausgewählte Funktion in der gewählten Sprache und der dazugehörige Wert angezeigt oder eine grafische Darstellung des gemessenen Höhenprofils. Wenn man die Hintergrundbeleuchtung aktiviert oder ausschaltet, wird das auch hier mit einem entsprechenden Symbol bestätigt.

Beeindruckend finde ich die Tatsache, dass das Teil trotz grafischem Display und Datenübertragung per NFC mit nur einer Knopfzelle vom Typ CR2032 auskommt. Mir fehlen noch Erfahrungswerte, wie lange die Batterie hält (nach über acht Monaten war sie noch nicht leer), aber der technische Fortschritt seit den ersten Modellen in den 1980er Jahren ist bemerkenswert.

Die Umschaltung zwischen zwei Fahrrädern erfolgt nicht mehr wie früher automatisch durch einen zusätzlichen Kontakt und eine spezielle Halterung für das zweite Fahrrad, mit der das Signal des Sensors an einen anderen Eingang des Tachos gelangt. Statt dessen muss man am Tacho selbst manuell auf das zweite Fahrrad-Profil wechseln. Geblieben ist aber die Möglichkeit, die Gesamtwerte für Entfernung und Fahrzeit für beide Fahrrader manuell einzustellen.

Beibehalten hat Sigma bei diesem Modell die Möglichkeit für Händler, mit der „Universal Fast Setting Box“ optional ein Wartungsintervall einzustellen, so dass man als Nutzer nach einer bestimmten Kilometerzahl den Hinweis angezeigt bekommt, die Werkstatt aufzusuchen.

Die Höhenmessung erfolgt barometrisch über den sich verändernden Luftdruck, weshalb man auch die aktuelle Höhe am Startpunkt bei Bedarf einstellen kann. Die Reaktion auf Veränderungen erfolgt sehr schnell und zeigt auch Veränderungen von wenigen Metern an. Selbst bei kurzen Hügeln sieht man nach ein paar Sekunden die aktuelle prozentuale Steigung (oder das Gefälle als negativer Wert).

Sigma Link

Neben dem großen Display und der Höhenmessung interessierte mich auch die Möglichkeit des Datenaustauschs mit einem Android-Smartphone über NFC mit der App „Sigma Link“.

Die Verbindung kann je nach Tacho-Modell über NFC oder mit einem passenden USB-Adapter auch per Kabelverbindung erfolgen, sofern das Gerät USB-OTG unterstützt.

Mit der App kann man nicht nur Werte auslesen, sondern auch Einstellungen wie Laufraddurchmesser und Uhrzeit bequem am Smartphone vornehmen. Die Verbindung über NFC hat sowohl mit Android 6 wie auch 7.1.2 problemlos funktioniert. Die Daten im Screenshot sind erst ab Juli, da ich im Sommer auf LineageOS gewechselt habe und die App neu installiert hatte.

Vorsicht, Falle:

Wenn man die Daten vom Tacho überträgt hat, wird nur die aktuelle Wegstrecke und Fahrtzeit übernommen und in die Statistik eingetragen. Die im Tacho gespeicherte Statistik wird nicht verwendet. Bevor man eine erneute Übertragung der Streckendaten vornimmt, muss man die aktuelle Wegstrecke im Tacho auf 0 zurücksetzen – sonst erhält man einen laufend ansteigenden Werte in der App!

Bei irrtümlichen Übertragungen kann man einzelne Werte in der App aber auch manuell löschen – etwa wenn man einmal 15 und beim zweiten Mal 27 km übertragen hat, tatsächlich aber insgesamt nur 27 km, verteilt auf zwei Fahrten gefahren ist, kann man die erste Erfassung mit 15 km in der App auch wieder löschen und nur den zweiten Wert in der Statistik belassen.

Persönliches Fazit nach rund 8 Monaten

Der Tacho funktioniert bislang sehr zuverlässig und ist nach kurzer Eingewöhnung auch sehr leicht bedienbar. Etliche Regenfahrten hat das Gerät auch ohne Schaden überstanden. Die regelmäßige Übertragung der Streckendaten auf die Smartphone-App hat sich bei mir schon als normales Ritual etabliert und funktioniert auch recht problemlos. Die mitgelieferte Batterie ist nach dieser Zeit trotz fast täglicher Nutzung auch noch nicht leer.

Kurz: ein zuverlässiges Teil, das ich persönlich weiterempfehlen kann.

BC 1616: der Tacho für Autofahrer

Erst habe hatte mir das aktuelle „16er“-Modell BC 1616 angesehen, weil ich neben dem BC 1609 schon den BC 1606L kannte und davon ausgegangen bin, dass auch das aktuelle Modell einen mindestens auch eine Trittfrequenzmessung per Kabelverbindung bietet und in die vorhandene „Twist Lock“-Halterung passt und zudem etwas günstiger ist, als der BC 1416.

Tatsächlich hat der aktuelle BC 1616 aber mit seinen Vorgängern wenig zu tun. So gibt es keine Trittfrequenzmessung mehr per Kabel – das hat Sigma offenbar generell abgeschafft. Auch die Halterung wurde minimal geändert.

Eine vollkommen überflüssige Funktion: aus der gefahrenen Gesamtstrecke wird eine theoretische Kraftstoffersparnis in Litern ausrechnet, wobei man den theoretischen Verbrauch pro 100 km auch einstellen kann. Offenbar soll das Autofahrer, die auf ein Fahrrad umsteigen, motivieren.

Die Hintergrundbeleuchtung wurde beim BC 1616 maximal unpraktisch umgesetzt: man kann diese nicht mehr bei Bedarf einschalten, sondern statt dessen geht die Beleuchtung innerhalb eines einstellbaren Tageszeitbereichs automatisch bei einem beliebigen Tastendruck an. Voreingestellt ist 18 Uhr bis 6 Uhr, d.h. nach 18 Uhr bewirkt ein Tastendruck nicht direkt die gewünschte Funktion, sondern es geht erst die Hintergrundbeleuchtung an und man muss dann noch einmal die selbe Taste drücken, um die gewünschte Funktion zu erreichen. Da es aber nicht nicht das ganze Jahr über zur gleichen Zeit dunkel wird, muss man faktisch alle paar Monate die Zeit für die automatische Beleuchung nachjustieren oder damit leben, dass auch im Sommer am Tacho nach einer bestimmten Uhrzeit jede Taste zweimal betätigt werden muss, um die gewünschte Reaktion zu erhalten. Das ist auch eine Folge der Entscheidung, nur noch zwei Tasten vorzusehen. Die früher übliche Methode, zwei Tasten gleichzeitig zu drücken, um die Beleuchtung einzuschalten, ist nicht mehr möglich, weil die Aktion „zwei Tasten gleichzeitig drücken“ schon mit einer anderen Funktion belegt ist.

Diese Umständlichkeiten haben mich schließlich von diesem Modell abgebracht, zumal der BC 1416 mit der Höhenmessung sogar noch eine zusätzliche Funktion bietet.

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