Sauberer Sensor mit „Sensorfilm“

Man nehme eine ältere Canon EOS 40D und mache damit ein paar Bilder mit kleiner Blende und hellem Himmel im Hintergrund… und stellt dann fest, dass der Sensor offenbar heftig verstaubt ist. Eine Testaufnahme bestätigt das…

Hinweis: Die Testbilder wurden bearbeitet, damit die Flecken, die durch Staubpartikel verursacht wurden, besser sichtbar sind.

EOS 40D Sensorfilm, vorher EOS 40D Sensorfilm, nach der Reinigung
Canon EOS 40D – Testbilder vor und nach der Reinigung, jeweils mit f/22 und hellem Hintergrund (Bilder anklicken für eine vergrößerte Ansicht)

Zwar verfügt die EOS 40D über eine Sensorreinigung – aber hartnäckigere Staubpartikel lassen sich davon offenbar nicht beeindrucken. Auch eine mehrfache Wiederholung der Reinigungsfunktion und ausblasen mit einem Blasebalg bei aktivierter manueller Sensorreinigung hat keine Veränderung gebracht.

Die übliche Vorgehensweise in solchen Fällen ist entweder eine Servicewerkstatt, wo die Kamera gegen Bezahlung überprüft und gereinigt wird oder Selbsthilfe mit „Swabs“ – dünne Stifte mit Reinigungstüchern an den Spitzen, mit denen man über den Sensor wischt, um Staubpartikel zu entfernen. Die günstigere Alternative sind Wattestäbchen und 2-Propanol (auch bekannt als „Isopropanol“ oder „Isopropylalkohol“). Die Methode mit der feuchten Reinigung mag im Idealfall funktionieren – mitunter bleiben aber Schlieren und Schmutz wird oft auch nur zur Seite geschoben und nicht entfernt.

Ein deutlich besseres Ergebnis kann man mit einer ungewöhnlichen Variante erreichen: Sensorfilm, hervorgegangen aus dem Produkt „Discofilm“, das ursprünglich für die Reinigung von Schallplatten entwickelt wurde. Sensorfilm ist eine honigartige Flüssigkeit, die wasserlöslich und frei von aggressiven Chemikalien ist. Sie kann mit einem feinen Pinsel leicht auf die Filterscheibe vor dem Sensor aufgetragen werden. Die Flüssigkeit trocknet in einigen Stunden und bildet einen festen Film, der sämtliche Staubpartikel auf der Oberfläche einschliesst und in einem Stück abgezogen wird.

Ich habe keine Geschäftsbeziehung mit dem Anbieter und ich bekomme auch kein Geld für Werbung. Das ist nur ein Bericht über meine eigenen Erfahrungen.

Anwendung von „Sensorfilm“

Ganz wichtig: Anwendung auf eigene Gefahr! Ich übernehme keine Haftung für Schäden, die durch Nachahmung entstehen könnten! Vollen Akku oder Netzteil benutzen! Der Verschluss muss für die gesamte Prozedur über mehrere Stunden offengehalten werden – sollte er beim Auftragen des Films oder später bei der Anbringung der Abziehlasche wegen Stromausfall schließen, ist das Ergebnis sehr wahrscheinlich ein defekter Verschluß, der teuer repariert werden muss!

Auf Youtube gibt es auch ein Video dazu, dass den ganzen Ablauf zeigt – zufällig auch bei einer EOS 40D:

Vor dem Auftragen: Akkuladung prüfen, Augenmuschel abnehmen, alle benötigten Dinge bereitlegen (Sensorfilm, Pinsel, Papier und Schere für die Abziehlasche, Pinzette für das Abziehen des Films).

Beim Auftragen sollte man darauf achten, einen kleinen Abstand zum Rahmen zu lassen, damit der Film später auch wieder leicht lösbar ist und nicht zwischen Filterglas und Rahmen gelangt. Nach dem Auftragen lässt man den Film etwa zwei Stunden trocknen, wobei die Kamera absolut eben gelagert werden muss (ohne Augenmuschel auf dem Display), damit der Film nicht zum Rand fließt. Das Bajonett wird nur mit einem Blatt Papier abgedeckt.

Ist der Film getrocknet, bringt man nun die Abziehlasche an. Dazu schneidet man einen kleinen Papierstreifen zurecht – etwa 17 mm lang und 4-5 mm breit. An einem Ende knickt man die Ecke um 45 Grad ein, so dass eine abgeschrägte Kante entsteht. An diesem „Eselsohr“ bringt man nun mit dem Pinsel einen kleinen Klecks Sensorfilm auf und klebt den Papierstreifen in einer Ecke fest. Nun noch einmal etwa 30 Minuten trocknen lassen und danach mit einer Pinzette den Film am Papierstreifen von der Ecke her vorsichtig abziehen. Die folgenden Bilder sind teilweise leider recht unscharf – aber man kann dennoch erkennen, wie Staubpartikel durch den Film eingeschlossen wurden – die kleinen „Blasen“ sind jeweils eingeschlossene Partikel. Man kann jedes Bild anklicken für eine vergrößerte Ansicht.

EOS 40D Sensorfilm, erster Versuch
Canon EOS 40D – Film mit Abziehlasche auf dem Sensor

Mein erster Versuch, den Film abzuziehen ging leider schief – der Papierstreifen ist abgerissen. Beim zweiten Versuch klappte es dann auf Anhieb. Mein Fehler war, dass ich beim ersten Versuch zuviel Sensorfilm auf das Papier gegeben habe und das Papier dann noch nicht vollständig getrocknet war.

EOS 40D Sensorfilm, zweiter Versuch
Canon EOS 40D – Film mit Abziehlasche auf dem Sensor, zweiter Versuch

EOS 40D Sensorfilm, entfern
Canon EOS 40D – Der Film nach dem Abziehen

Der getrocknete Film ist sehr stabil, nimmt jedes Staubkörnchen mit und das Ergebnis ist die Mühen in jedem Fall wert.

Weitere Informationen und Bezugsquelle, siehe http://www.sensor-film.com/de.

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