Die Hardware in meinem FLI4L

Ursprünglich lief FLI4L bei mir auf einem regulären PC (Details zu diesem PC siehe hier). Von Oktober 2006 bis August 2007 wurde dann ein gebrauchter „Lica“ Thin-Client mit Geode-CPU verwendet, der gut funktioniert hat – bis das Netzteil ausgefallen ist.

Hinweis: Seit Mai 2014 verwende ich FLI4L nicht mehr.

Als Ersatz habe ich wieder einen gebrauchten Thin-Client besorgt, diesmal ein noch kleineres und sparsameres Modell „Thintune M“ auf Basis eines VIA C3 und einem Mainboard, das mit einer einzigen Versorgungsspannung auskommt und so notfalls auch mit einem Steckernetzteil läuft, falls das interne Netzteil ausfallen sollte. Leider liess sich darin die ursprünglich genutzte ISDN/DSL-Karte nicht nutzen – der ISDN-Teil war zwar in Ordnung, aber die DSL-Verbindung wurde nicht aufgebaut. Daher kommt jetzt wieder das ursprünglich genutzte, externe DSL-Modem zum Einsatz – was im Hinblick auf eine spätere Umstellung auf eine höhere Bandbreite jenseits von 6 MBit ohnehin sinnvoll ist. Für die ISDN-Verbindung sorgt jetzt eine Fritz!Card USB, die keine separate Stromversorgung braucht und mit FLI4L problemlos zusammenarbeitet.

Da mich einige Anfragen deswegen erreicht haben: Ich habe keine technischen Unterlagen und weiß auch nicht, wie die Stiftleiste für die PCI-Risercard belegt ist, noch wo man solche Risercards als Ersatzteil bestellen kann oder ob man zum Einsetzen der Risercard auf dem Mainboard noch irgendwelche Bauteile nachträglich bestücken muß. Bevor man so ein Gerät kauft, sollte man beim Verkäufer nachfragen, ob die Risercard bestückt ist – Danke!

Update, November 2013: Die Kiste ist jetzt über fünf Jahre durchgehend in Betrieb und funktioniert immer noch ohne jegliche Probleme :-)

Technische Daten

Die CPU erzeugt nur sehr wenig Abwärme und kommt daher mit einem passiven Kühlkörper aus – zumal das Gehäuse diverse Belüftungsöffnungen hat, um einen Wärmestau zu vermeiden. Im Originalzustand waren 64 MB Arbeitsspeicher verbaut, was für FLI4L grundsätzlich vollkommen ausreicht. Allerdings wird für das System eine RAM-Disk verwendet, in der u.A. das OPT-Archiv entpackt wird, so dass nur wenig Platz für temporäre Dateien bleibt, die ebenfalls in der RAM-Disk landen. Mit 256 MB ist hier ausreichend „Luft“.

Mitgeliefert wurde auch ein CF-IDE-Adapter, der ohne zusätzliche Stromversorgung auskommt und direkt in den IDE-Anschluss des Mainboards gesteckt wurde, so dass nichts im Gehäuse herumfliegt.

Erkennbar waren ausserdem Aussparungen für einen optionalen PCMCIA-Slot und einen Chipkartenleser, die aber nicht bestückt waren. Auch müsste es prinzipiell möglich sein, an die USB-Ports intern heranzukommen, da direkt hinter den Frontbuchsen eine entsprechende Stiftleiste vorhanden ist.

Die Daten im Detail:

  • CPU: VIA C3 „Samuel 2“ / 533 MHz
  • RAM: 256 MB PC133 SDRAM
  • Schnittstellen intern: 1x PCI, 1x IDE
  • Schnittstellen extern: PS/2 Tastatur/Maus, VGA, 2x RS232, 1x Parallel, 1x LAN, 2x USB, Line In/Out

Angaben laut FLI4L:

processor       : 0
vendor_id       : CentaurHauls
cpu family      : 6
model           : 7
model name      : VIA Samuel 2
stepping        : 3
cpu MHz         : 531.979
cache size      : 64 KB
fdiv_bug        : no
hlt_bug         : no
f00f_bug        : no
coma_bug        : no
fpu             : yes
fpu_exception   : yes
cpuid level     : 1
wp              : yes
flags           : fpu de tsc msr cx8 mtrr pge mmx 3dnow
bogomips        : 1061.68

Installation

Die übliche Vorgehensweise für die Installation von FLI4L auf einer CF-Karte ist die direkte Installation auf der einzigen FAT-Partition der CF-Karte mit der „direct HD-Install“-Option von mkfli4l. Für den Einsatz von VBox ist aber eine ext3-Partition notwendig, wenn man VBox nicht komplett in einer RAM-Disk betreiben will. Daher habe ich die CF-Karte anders eingerichtet: Zuerst wurde eine alte Festplatte mit einer Minimalinstallation vorbereitet. Diese wurde dann als Bootlaufwerk zusammen mit der CF-Karte als zweites Laufwerk angeschlossen (der Adapter konnte auch auf „Slave“ umgestellt werden). Nun konnte von der Festplatte aus die „richtige“ Installation auf die CF-Karte erfolgen, wobei die Datei /boot/hd.cfg noch manuell angepasst wurde, da die CF-Karte später nicht als /dev/hdb, sondern /dev/hda benutzt werden sollte.

Alternativ kann man auch mit einem regulären Linux die CF-Karte in einem IDE-CF-Adapter passend partitionieren und später mit „direct HD-Install“ FLI4L einrichten. In einem Kartenleser ist nur die erste FAT-Partition sichtbar.

VBox und Fax-Empfang laufen nun direkt auf der CF-Karte, was kein Problem ist, da nur Schreibzugriffe erfolgen, wenn ein Anrufer eine Nachricht hinterlässt oder ein Fax eintrifft, was sich bei mir in Grenzen hält. Sämtliche Logfiles (syslog, telmond, imond), sowie die RRD-Tool-Daten werden aber weiterhin in der RAM-Disk abgelegt. Damit diese nicht irgendwann vollläuft und die Daten bei einem Neustart nicht verloren gehen, wird OPT_CPMVRMLOG verwendet – auch das geschieht höchstens einmal am Tag, so dass die CF-Karte auch im Dauerbetrieb nicht übermässig beansprucht wird.

Bilder

Der „neue“ Thin-Client mit VIA C3. Mit einem Klick auf das jeweilige Bild erhält man eine grössere Ansicht.

Thintune im Originalzustand
Orginalzustand

Thintune mit Netzwerkkarte
Mit nachgerüsteter Netzwerkkarte (die Schraube am VGA-Anschluss habe ich später noch festgezogen ;-))

Thintune Installation im Überblick
Die komplette Installation – „Arcor Starterbox“, DSL-Modem, Fritz!Card USB, Thinclient