Pioneer SE-MS7BT – modern trifft klassisch

Schon vor einer Weile habe ich angefangen, mit Google Cardboard zu experimentieren und ein seltsames Problem mit meinem Sony Xperia Z3 Compact bemerkt: sobald ein Kopfhörer angeschlossen ist, springt die Ansicht in manchen Cardboard-Anwendungen regelmäßig auf die Nullstellung zurück. Dieses Problem ist auch dokumentiert bei Github und scheint speziell das Unity-SDK für Cardboard zu betreffen. Eine Lösung gibt es auch Anfang 2017 nicht. Allerdings treten die Effekte nicht auf, wenn man ein Bluetooth-Headset verwendet.

Kurzfristig habe ich mir mit einem günstigeren Bluetooth-Headset geholfen. Das hat seinen Zweck grundsätzlich erfüllt, war aber durch die Form bei längeren Sitzungen eher unbequem, da es nur auf den Ohren aufliegt und sie nicht umschließt. Als bessere Alternative habe ich daher ein Pioneer SE-MS7BT in der schwarzen Ausführung angeschafft, das klassische Design-Elemente mit moderner Technik verbindet. Neben der Ausführung in Schwarz gibt es auch andere Varianten mit silbernen Hörmuscheln oder brauner Polsterung.

Technische Daten

Die Technischen Daten entsprechend der Herstellerangaben:

Verbindungsmöglichkeiten Als Headset über Bluetooth 3.0 Class 2 oder als Kopfhörer direkt über das mitgelieferte Kabel mit 3,5 mm-Klinkenstecker
Empfindlichkeit 96 dB
Frequenzbereich 9 Hz – 22 kHz über Bluetooth
9 Hz – 40 kHz über Kabelverbindung
Treiber dynamisch mit 40 mm Durchmesser
Impendanz 32 Ω (beim direkten Betrieb über Kabel)
Maximale Belastbarkeit 1000 mW
Bluetooth-Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP
Multipairing mit bis zu 8 Geräten
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX
Akkulaufzeit 12 Stunden
Gewicht 320 g
Lieferumfang Micro-USB-Kabel zum Aufladen, Stereo-Kopfhörerkabel für 3,5 mm-Klinkenbuchsen

​Verarbeitung und erster Eindruck

Das Design des SE-MS7BT ist angelehnt an klassische HiFi-Kopfhörer. Die Hörmuscheln sind mit Metallabdeckungen versehen und umschließen die Ohren vollständig. Metallbügel halten die Hörmuscheln und können stufenlos in der Höhe verstellt werden. Der Kopfbügel besteht aus Metall und hat eine recht dicke Polsterung.

Auf die modernere Technik deuten die Bedienelemente auf der linken Seite hin. Ein größerer Knopf dient zum Ein- und Ausschalten und im Betrieb auch für Play/Pause oder zur Annahme von Telefonanrufen. Mit zwei kleineren Knöpfen kann die Lautstärke eingestellt werden (dazu muss man sie länger gedrückt halten) oder der abgespielten Tracks gewechselt werden. Dazu kommt noch eine Status-LED, ein Mikrofon für die Nutzung als Headset, eine Micro-USB-Buchse zum Aufladen und eine 3,5 mm-Klinkenbuchse für das mitgelieferte Kabel, wenn man den Kopfhörer passiv ohne Bluetooth-Verbindung direkt verwenden möchte. Einzige Einschränkung: Mit dem Kabel ist keine Nutzung als Headset möglich.

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr ordentlich und der Kopfhörer sitzt auch sehr bequem. Dazu trägt neben der Polsterung des Kopfbügels auch die Form der Polster an den Hörmuscheln bei, die nach unten hin etwas dicker werden.

Ein nettes Detail: auf der linken Seite des Kopfbügels ist eine fühlbare Markierung auf der Oberfläche angebracht, damit man die richtige Seite beim Aufsetzen ertasten kann, ohne genau hinsehen zu müssen.

Praktische Erfahrungen

Die ersten Tests habe ich mit einem Smartphone mit Android durchgeführt, konkret einem Sony Xperia Z3 Compact. Das Pairing klappte recht problemlos – dazu hält man den Einschaltknopf am Kopfhörer längere Zeit gedrückt, bis die Status-LED abwechselnd rot und grün blinkt. Danach kann man im Smartphone bei den Bluetooth-Einstellungen den Kopfhörer als neues Gerät hinzufügen und benutzen. Sobald die Status-LED am Kopfhörer blau blinkt, ist die Verbindung hergestellt. Die Steuerung des Audioplayers im Smartphone funktioniert zuverlässig.

Zusätzlich habe ich das Pairing mit einem PC mit Windows 7 wiederholt, um das Multipairing mit bis zu 8 Geräten zu testen. Auch dort war die Verbindung problemlos möglich und das Gerät wurde als Headset eingebunden. Ein Wechsel zwischen PC oder auf dem Smartphone ist ebenfalls möglich – man muss nur daran denken, ggf. vorher die bestehende Verbindung am PC zu trennen, bevor man versucht, sie am Smartphone aufzubauen (und umgekehrt). Ein erneutes Pairing ist aber nicht erforderlich.

Klangqualität

Mein Smartphone unterstützt auch aptX für die Audioübertragung, was beim Verbindungsaufbau durch einen kurzen Hinweis angezeigt wird. Dadurch ist die Klangqualität insgesamt sehr gut und ohne wahrnehmbare Verzögerungen. Weiterführende Informationen zu aptX findet man auch auf https://www.aptx.com. Dort gibt es auch eine Übersicht, welche Geräte aptX unterstützen. Ebenfalls lesenswert ist der Artikel zu aptX auf Lifewire, wo auch Messungen und Vergleiche mit dem SBC, dem Standard-Audio-Codec bei Bluetooth, durchgeführt wurden.

Bei der Verbindung mit dem PC ist nicht erkennbar, welcher Codec für die Übertragung verwendet wird – klanglich ist kein großer Unterschied zu bemerken, auch gibt es keine erkennbaren Verzögerungen bei der Wiedergabe.

Eine Kabelverbindung (mit abgeschaltetem Bluetooth-Teil) ist auch möglich und kann sinnvoll sein, wenn man eine unkomprimierte Audioquelle verwendet und einen möglichst unverfälschten Klang haben möchte.

Reichweite

Am PC nutze ich den Kopfhörer gerne für Musik, wenn ich niemanden stören möchte. Dabei möchte ich nicht nur direkt vor dem PC sitzen, sondern mich auch in der Wohnung bewegen können. Für die Verbindung wird ein Class 2-Bluetooth-Adapter verwendet, der an einem USB-Verlängerungskabel angeschlossen ist und so angebracht ist, dass er vom PC nicht abgeschirmt wird und sich das Funksignal möglichst ungehindert in alle Richtungen ausbreiten kann.

Sehr erfreulich: im gesamten Raum, in dem der PC steht, wie auch in den angrenzenden Räumen ist die Verbindung störungsfrei möglich. Nur wenn sich mehr als eine Wand zwischen dem PC und dem Kopfhörer befindet, gibt es Aussetzer, die aber sofort verschwinden, sobald man wieder nah genug ist. Für den alltäglichen Einsatz ist das vollkommen ausreichend.

Nutzung als Headset

Prinzipiell ist die Nutzung als Headset möglich, da auf der linken Seite auch ein Mikrofon integriert ist. In der Praxis sollte man aber keine all zu hohen Ansprüche an die Klangqualität haben. Wer regelmäßig ein Headset für die Kommunikation über VoIP benötigt, greift besser zu einer traditionellen Lösung mit einem Mikrofon, das man auch vor den Mund positionieren kann.

3 Gedanken zu „Pioneer SE-MS7BT – modern trifft klassisch“

  1. Dabäda

    Ich wollte mal Fragen wie die Geräuschabammung von außen ist. Stört es sehr wenn neben einem jemand redet?

    1. Arno Welzel Arno Welzel

      Der Kopfhörer schirmt die Umgebung nicht zu 100% ab – das können nur Modelle mit aktiver Geräuschunterdrückung wie Bose Quiet Comfort 35, die aber auch deutlich teurer sind. Mit Umgebungsgeräuschen habe ich aber dennoch keine Probleme. Ein normales Gespräch stört mich nicht und auch im Zug nutze ich die Kopfhörer auf längeren Strecken gerne. Aber letztlich ist das auch eine subjektive Wahrnehmung, da nicht jeder Mensch gleich hört.

      1. Dabäda

        Danke für die schnelle Rückmeldung ich glaube ich teste Sie mal

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