Linux Mint 17.2 auf dem Netbook

Ich benutze mein Netbook (Samsung NC10) trotz des fortgeschrittenen Alters immer noch regelmäßig. Zwar hat das Gehäuse schon ein paar Macken und die Plastikabdeckungen der Deckelscharniere musste ich mit Klebeband fixieren – aber abgesehen davon funktioniert das Gerät immer noch zuverlässig und eine Akkuladung reicht noch für einige Stunden mobilen Betrieb aus.

Ein Problem gab es kürzlich allerdings mit der Windows-Installation, was mich dazu bewogen hat, es (wieder) mit Linux zu versuchen, nachdem ich auf dem Netbook keine Anwendungen benötige, die es für Linux nicht gibt. Sowohl Mail-Client, wie auch Web-Browser, LibreOffice und Seafile gibt es auch für Linux.

Bei meinen Recherchen nach aktuellen Distributionen bin ich auch auf Linux Mint gestoßen, das auf Debian und Ubuntu basiert und schon viele Jahre existiert. Man kann Linux Mint in verschiedenen Varianten bekommen, wahlweise mit „Cinnamon“ als Desktop aber auch mit MATE, KDE oder Xfce.

Ich habe mich für die „Cinnamon“-Variante entschieden – dieser Desktop wurde im Rahmen von Linux Mint entwickelt und folgt von der Bedienung her dem Aufbau von Windows mit Startmenü und Taskleiste. Selbst die typischen Tastenkürzel von Windows sind benutzbar, wie etwa die „Windows“-Taste zum öffnen des Startmenüs oder [Windows]-E um den Dateimanager („Explorer“) zu starten. Auch [Alt]-[Tab] für das Wechseln zwischen den Anwendungen fehlt nicht, ebenso wie [Alt]-[F4] zum schließen eines Fensters. Wer Windows kennt, wird sich auch in Linux Mint schnell zurechtfinden.

Optisch wirkt Linux Mint mit Cinnamon wie eine Mischung aus OS X und Windows 7 und  funktioniert auch mit der geringen Auflösung des Samsung NC10 von 1024×600 Pixeln recht gut. Wem der Desktop in der vorhanden Form nicht gefällt, kann auch jederzeit wechseln – Linux gibt keine bestimmte Desktop-Umgebung vor.

Die folgenden Screenshots kann man anklicken für eine größere Darstellung:

Hardware-Kompatibilität

Das Samsung NC10 ist mittlerweile rund 6 Jahre alt und ich habe daher nicht mit größeren Problemen wegen fehlender Treiber gerechnet. Tatsächlich wurde die komplette Hardware erkannt und ist benutzbar, wozu auch die LAN- und WLAN-Verbindungen und die die Funktionstasten für Displayhelligkeit und Lautstärkeregelung gehören. Hibernate funktioniert ebenfalls zuverlässig, wodurch das Netbook in wenigen Sekunden benutzbar ist, wenn man es einschaltet.

Verwenden eines UMTS-Adapters

Prinzipiell kann ich unterwegs auch mein Android-Smartphone über Tethering benutzen, um mit dem Netbook in’s Internet zu kommen. Allerdings wird dadurch die ohnehin nicht üppige Akkulaufzeit des Smartphones nicht besser, da es dann gleichzeitig die UMTS-Verbindung und die Bereitstellung eines WLAN-Zugangs für das Netbook bieten muss. Technisch möglich, aber in der Praxis eher eine Notlösung.

Die bessere Variante ist ein separater „Surfstick“ mit einer eigenen SIM-Karte für reine Datenverbindungen, die es mittlerweile schon recht günstig gibt. Meine Wahl fiel auf den TP-Link MA260, der neben der mobilen Datenverbindung über HSPA+ auch einen Steckplatz für Micro-SD-Karten bietet, so dass er auch als Speichermedium benutzt werden kann.

Obwohl das Teil eigentlich für Windows gedacht ist, funktioniert es mit Linux Mint 17.2 völlig problemlos – nach dem Einsetzen wurde der UMTS-Adapter erkannt und war nach Angabe des Mobilfunkanbieters (wodurch Parameter wie der APN entsprechend eingetragen werden) benutzbar.

Fazit

Die ersten Versuche mit Linux auf dem Samsung NC10 habe ich etwa 2010 gemacht. Damals war das Gerät noch relativ neu auf dem Markt und die Unterstützung der Hardware durch die gängigen Linux-Distributionen noch nicht so vollständig wie heute.

Das hat sich erfreulicherweise geändert: Linux Mint 17.2 ist eine vollwertige Alternative zu Windows auf dem Netbook und ist trotz alter Hardware flüssig bedienbar.

Wer es ausprobieren möchte, kann es auch erstmal von einem externen Bootmedium, wie DVD oder USB-Stick, starten und testen, bevor man es dauerhaft installiert.

11 Gedanken zu „Linux Mint 17.2 auf dem Netbook“

  1. Frank Spielkamp

    Hallo,

    bis vor 1 Woche habe ich auch Linux Mint 12.3 inkl. funktionierendem Hibernate auf dem NC10 funktionierend installiert gehabt. Aufgrund der Tatsache das ein Update auf aktuelle Softwareversionen nicht mehr funktionierte habe ich Linux Mint 17.3 installiert. Fast alles funktioniert so wie vorher, leider das Hibernate nicht mehr. Könntet ihr vielleicht mal ein paar Einstellungen posten, dann kann ich es bei mir vielleicht auch wieder richtig einrichten. Denn das hat wirklich hervorragend funktioniert.

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße

    Frank S.

    1. Arno Welzel

      Das Update auf Linux Mint 17.3 habe ich noch nicht ausprobiert – mit Linux Mint 17.2 geht Hibernate bisher ohne besondere Anpassungen. Wenn ich das Update auf 17.3 gemacht habe, werde ich selber erst recherchieren müssen, was geändert werden muss, falls es dann nicht mehr gehen sollte.

      1. Frank Spielkamp

        Ich habe mich leider auch nicht präzise genug ausgedrückt. Das Hibernate funktioniert bei 17.3 genauso gut wie bei 12.3. Leider nicht, wie vorher bei Lid-Close (Display schließen). Es funktioniert nur noch manuell mit Mausklicks.

        1. Guido

          Schau mal in den Energie-Einstellungen in den Systemeinstellungen nach.
          Ich nutze zwar kein Ubuntu mehr, aber Debian 8.3 auf inzwischen 4 Netbooks (eee901, eee1101HA, Samsung NC10 und Samsung NC20).

  2. Alexandra Krasemann

    Hallo!
    Durch Zufall bin ich auf diesen Blog gestoßen. Mit Freude hab ich dann gelesen, dass mein altes Schätzchen noch ein Leben außerhalb des „Schrank des Vergessens“ führen könnte.
    Nutze ansonsten auch Linux Mint Cinnamon auf meine anderen Rechner (neuer). Hätte nicht gedacht , dass es auf dem NC 10 läuft.
    Angespornt habe ich es ausgepackt und komplett mit Linux Mint ausgestattet.
    Alles funktioniert tadellos und die Akkulaufzeit ist einfach überwätigend! Das perfekte Notebook für Unterwegs. Momentan ist noch 1Gb Ram verbaut. Den werde ich allerdings gegen einen 2Gb Ram tauschen (habe ich bei der Installation schon bedacht (Swap). Vielleicht gibt es ja dann in absehbarer Zeit auch eine SSD (für echte Mobilität und zeitgemäßere Performance).
    Danke nochmals!

  3. Moin,
    auf meinem NC10 nutze ich aktuell Debian 8 und Gnome3 als Oberfläche. Das NC10 lief bei mir auch erst mit XP und mein Hauptrechner läuft mit Ubuntu. Debian schien daher für mich der beste Kompromiss zwischen „Simpel“ und „Mächtig“, wobei ich mit dem Gedanken spiele, auf beiden Kisten nun Fedora zu installieren.

    Hattest Du eigentlich WebGL auf dem NC10 zum Laufen gekriegt?

    1. Arno Welzel

      WebGL war bei mir bisher auf dem NC10 keine Anforderung, weil ich das Ding nur für Alltagssachen wie E-Mail, Web und Office benutze. Daher kann ich leider auch nicht sagen, wie man das dort lauffähig bekommt.

      1. Alles klar, danke :)

  4. Anton50

    Kann mir jemand schreiben, wie man das Touch-Pad des NC10 unter Linux-Mint zur Funktion verhelfen kann? Nur das Scrollen funktioniert bei mir

  5. HeinBloed5259

    Ich habe mittlerweile Mint 18.1 (Serena) (Cinnamon) auf dem NC10 (SSD 128 GB/ RAM 2 GB) laufen.
    Ein Geschwindigkeitswunder war das NC10 ja nie, und die SSD läuft auf dem Oldie nach wie vor leider nur im IDE-Modus.
    Nichtsdestotrotz: Für „Unterwegs-Anwendungen“ wie Internet, E-Mail und .mp3 via Bluetooth ist das absolut ausreichend, das Netbook läuft *relativ* flüssig, und die Akkulaufzeit toppt immer noch jedes aktuelle Notebook!

  6. Chrz

    Also, ich fand die Performance nicht zufriedenstellend, bin aber auf Lubuntu gestoßen und das macht mit dem NC10 sogar Spaß!

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