Klickpedale

Als „Klickpedale“ (oder auch „Klickies“) werden umgangssprachlich Pedale bezeichnet, die eine Bindung für Schuhplatten enthalten, und so mit dem Schuh eine feste Einheit bilden können. Der Name kommt vom „klick“-Geräusch beim Einrasten mit dem Schuh in der Bindung auf dem Pedal – umgangssprachlich auch als „einklicken“ bezeichnet.

Entwickelt wurde dieses System in Anlehnung an die Bindungen von Skischuhen – im normalen Einsatz fixieren sie den Schuh, aber bei Stürzen oder einer seitlichen Drehbewegung, die bei normaler Fahrt nie auftritt, gibt die Bindung den Schuh automatisch frei.

Traditionell kommen solche Pedale im Radrennsport zum Einsatz, wo sie das klassische System mit Haken und Riemen in den späten 1980ern abgelöst haben. Aber auch für Touren und im Gelände sind solche Pedale durchaus eine Überlegung wert, zumal es auch Systeme gibt, bei denen die Schuhe nicht nur für’s Fahrrad geeignet sind und in gewissen Grenzen auch Bewegungsfreiheit auf dem Pedal bieten. Der Vorteil einer festen Verbindung zwischen Schuh und Pedal ist eine effizientere Kraftübertragung (man kann nicht nur treten sondern auch ziehen) als auch höhere Sicherheit, da man nicht abrutschen kann und der Fuß eine definierte Position auf dem Pedal hat.

In der Vergangenheit habe ich „normale“ Pedale benutzt und dazu Turnschuh-ähnliches Schuhwerk, das mit Gummisohlen guten Halt auf den Pedalen bietet aber auch im Alltag nicht zu sehr als „Sportbekleidung“ auffällt. Die Schuhe waren aber nach einigen Jahren so abgenutzt, dass ein neues Paar nötig wurde. Nachdem ich schon viel Positives über Klickpedale gelesen habe, habe ich dies als Anlass genommen, mir selbige mit dazu passenden Schuhen anzusehen. Am Ende habe ich mir ein paar Shimano PD-M324 Pedale mit optisch einigermassen „neutralen“ Schuhen (SH-MT30) angeschafft. Shimano bietet auch Sandalen mit passender Bindung an.

Als Alternative kann man auch Wellgo WPD-95B verwenden. Diese Pedale haben eine SPD-kompatible Bindung und gedichtete DU-Gleitlager, wodurch sie „butterweich“ laufen und etwas leichter sind. Die mitgelieferten Cleats sind nahezu identisch zu Shimano SH51.

Wer eher die „minimalistische“ Variante bevorzugt, dem gefällt vielleicht Shimano PD-A530, wahlweise in silber oder schwarz erhältlich – hier bildet der Pedalkörper aus Aluminium auch gleichzeitig die Trittfläche. Durch den Verzicht auf einen umlaufenden Stahlkäfig wird Gewicht gespart – allerdings ist die Trittfläche ohne Bindung auch nicht so rutschfest, wie beim PD-M324. Ein Vorteil ist dagegen die Lagerung, die in der gleichen Weise erfolgt, wie auch bei den reinen SPD-Pedalen und mit einem passenden Werkzeug komplett ausgebaut und gewartet werden kann.

Die Metallplatten für die Sohlen gibt es auch einzeln und eine erfahrene Schumacher-Werkstatt kann damit auch konventionelle Schuhe umbauen. Siehe dazu auch Birkenstock-Sandalen mit SPD-Bindung.

Erste Erfahrungen

Wenn man noch nie „Klickies“ gefahren ist, macht man sich am Anfang hauptsächlich Gedanken, ob man wohl rechtzeitig aus den Pedalen kommt, wenn man schnell anhalten muss. Ich habe eher die umgekehrte Erfahrung gemacht – herauskommen ist eher das kleinere Problem, besonders mit den mitgelieferten Cleats SM-SH55, die in mehreren Richtungen auslösen. Das Einrasten ist am Anfang deutlich gewöhnungsbedürftiger. Am leichtesten ging es bei mir, wenn das Pedal unten steht, so dass die Kurbel als Gegenhalter dient. Dennoch ausgiebiges üben vor der ersten Fahrt ist auf jeden Fall sinnvoll, um die nötige Drehbewegung mit dem Fuß für das Ausklicken ohne grosses Nachdenken hinzubekommen. Auch ist es für die Eingewöhnungsphase hilfreich, die Bindung „weich“ einzustellen, damit das Auslösen nicht zu schwer geht.

Nachdem ich einige Kilometer gefahren bin, muss ich sagen – ich bin begeistert :-). Die Kombination aus Treten und Ziehen und die feste Verbindung macht doch einiges aus.

Die Tatsache, dass Kombipedale auch ohne Bindung benutzbar sind (auch mit den Fahrradschuhen), ist gerade im Stadtverkehr mit häufigen Stopps auch ein grosser Vorteil. So kann ich auf längeren Strecken „einklicken“ und bei Bedarf jederzeit auf „Normalbetrieb“ umstellen, wenn das Ein- und Ausklicken zu viel Zeit kostet.

Die Schuhe sind recht bequem – aber ich musste eine Nummer größer wählen als sonst, da sie recht klein ausfallen und die „richtige“ Größe wohl auf Dauer zu eng geworden wäre. Recht praktisch ist der Gummizug mit dem man die Schnürsenkel sichern kann.

Cleat-Varianten

Die bei den PD-M324 mitgelieferten Cleats SM-SH55 haben den Vorteil, dass man relativ leicht aus der Bindung herauskommt, da man nicht nur horizontal auslösen kann, sondern auch schräg nach oben. Vereinfacht gesagt man kommt immer irgendwie heraus ;-). Dafür ist das Einklicken deutlich „hakeliger“, weil das hintere Ende schmaler ist und man leichter verkantet.

Nachdem ich mir auch Sandalen angeschafft habe, waren dafür auch Cleats nötig – eine gute Gelegenheit, um die andere Variante – SM-SH51 – auszuprobieren (die oben abgebildeten Sandalen haben solche Cleats montiert). Diese Variante bietet ebenfalls eine seitliche Beweglichkeit, löst sich aber ausschliesslich durch eine horizontale Drehbewegung nach außen. Dafür ist das Einklicken nach meiner Erfahrung wesentlich leichter. Die hinteren Enden sind deutlich breiter und rundum mit einer abgerundeten Kante versehen. Die anderen Schuhe habe ich deshalb mittlerweile ebenfalls mit den SH51-Cleats ausgerüstet.

„Umfaller“

Früher oder später – eher später ;-) – kann es passieren, dass man nicht rechtzeitig aus den Pedalen kommt und im Stand umkippt – meist deshalb, weil man in den ersten Wochen der Eingewöhnung einfach nicht mehr daran denkt, dass die Schuhe „eingeklickt“ sind und man in Panik am Pedal zerrt, anstatt den Fuß nach außen zu drehen. Das ist nicht schlimm und meist belustigend für Zuschauer – aber man sollte das auch nicht überbewerten. Spätestens nach dem zweiten oder dritten Mal hat man das rechtzeitige Ausklicken verinnerlicht (ich spreche aus Erfahrung ;-)). Hilfreich sind während der „Lernphase“ entsprechende Cleats (z.B. die SM-SH55), mit denen man im Notfall auch schräg ausklicken kann und eine möglichst „weich“ eingestellte Bindung.

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