Alt aber gut

Mein EIZO S1931 hat in den letzten 8 Jahren gute Dienste geleistet – aber mittlerweile war mir sowohl die Größe von 19″ als auch die Auflösung von 1280×1024 Pixel zu klein, auch wenn die Bildqualität des S-PVA-Panels selbst nach dieser langen Zeit immer noch sehr gut ist.

Neue Geräte verwenden mittlerweile überwiegend IPS – eine Technologie, die eine besonders gute Farbwiedergabe und geringe Blickwinkelabhängigkeit bietet und VA weitgehend abgelöst hat. Selbst EIZO verbaut in neuen Geräten praktisch nur noch IPS.

Allerdings hat IPS bei allen Vorteilen auch ein prinzipielles Problem: Das sogenannte „IPS-Glow“. In den Ecken des Monitors, wo die Blickwinkel am stärksten von der senkrechten Betrachtung abweichen, werden schwarze oder sehr dunkle Bereiche sichtbar aufgehellt und scheinen zu „glühen“, daher der Name dieses Effekts. Bewegt man sich dann ein Stück nach links oder rechts vor dem Monitor, sieht man, wie die Aufhellung verschwindet und dafür auf der anderen Seite stärker wird. Dieser Effekt kann besonders bei Filmen mit dunklen Szenen oder schwarzen Rändern (z.B. beim Abspielen von 4:3-Formaten auf einem 16:9-Bildschirm) extrem störend sein.

Da dieser Effekt technisch bedingt ist und auch bei teureren Modellen auftritt, wollte ich wieder ein Gerät mit S-PVA – und wurde fündig bei der Firma Quant Electronic, die sich auf den Verkauf gebrauchter Hardware spezialisiert hat und auch Monitore im Angebot hat.

Nachdem die Firma in Königsbrunn (Nachbargemeinde von Augsburg) sitzt, konnte ich mir die Kandidaten auch vor Ort ansehen – am Ende wurde es ein HP LP2465. Dieses Modell hat PRAD bereits 2006 getestet und mit „sehr gut“ bewertet. Das Gerät bietet ein 24″ S-PVA-Panel mit einer Auflösung 1920×1200 Pixel (16:10) und verfügt über zwei DVI-Eingänge, an die man über Adapter auch VGA anschließen kann. Der Standfuß erlaubt eine Verstellung der Höhe und Neigung sowie den Betrieb im Hochkantformat und kann mit einer Verriegelung ohne Werkzeug vom Gerät gelöst werden.

HP LP2465

Obwohl das Gerät laut Typenschild bereits 2007 produziert wurde und damit rund 7 Jahre alt ist, ist die Bildqualität immer noch einwandfrei – keine Pixelfehler und eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung ohne erkennbare Verfärbungen. Betriebsgeräusche vom Netzteil oder der Hintergrundbeleuchtung sind ebenfalls nicht wahrnehmbar. Die Hintergrundbeleuchtung hat laut Statusanzeige nur etwa 7400 Betriebsstunden hinter sich, d.h. der Monitor hat die meiste Zeit im Standby-Modus verbracht und wurde nur wenige Stunden täglich genutzt):

HP LP2465 OSD

Für den Preis von 129 € ist das auf jeden Fall keine schlechte Wahl.

2 Gedanken zu „Alt aber gut“

  1. Hallo,

    was hast Du denn mit dem alten Bildschirm gemacht? Ich habe genau das gleiche Modell und habe genau die gleichen Probleme. Die Webwelt hat sich einfach auf 16:9 eingestellt, vor allem stelle ich die Ansicht mittlerweile hemmungslos für leichtes Lesen groß. Aber es schmerzt mich, ein funktionierendes Gerät von hoher Qualität einfach zu entsorgen. Ein Grund, den hohen Preis zu rechtfertigen, bestand für mich auch in auch den fünf Jahren Garantie. Hast Du Dein Gerät privat weitergegeben, oder bewahrst Du es noch auf, wenn ich fragen darf?

    LG Dieter

    1. Arno Welzel

      Derzeit bewahre ich meinen alten Monitor noch auf. Nachdem ich seit einiger Zeit auch mit einem Raspberry Pi experimentiere und der Betrieb mit einem HDMI-DVI-Adapter am EIZO kein Problem ist, dient er gelegentlich als Bildschirm für den RasPi.

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