Erfahrungen beim Umstieg zu Arcor DSL

Das meiste in diesem Erfahrungsbericht ist mittlerweile über 8 Jahre alt – man darf ihn deshalb nicht als Beispiel für die aktuelle Auftragsbwicklung bei Anbietern ansehen sondern eher als Negativbeispiel, es nicht laufen sollte. Arcor existiert auch nur noch als Marke und wurde schon vor längerer Zeit von Vodafone übernommen und mein DSL-Anschluß funktioniert seit vielen Jahren einwandfrei.

Ich hatte schon einige Jahre eine DSL-Flatrate bei T-Online und dachte schon länger über einen Wechsel zu Arcor nach, nachdem ein guter Freund von mir mit Arcor gute Erfahrungen gemacht hat und die Preise dort auch etwas günstiger sind, als bei der Telekom und T-Online.

Ende 2003 war es dann soweit – ich habe bei Arcor einen ISDN/DSL-Anschluss inkl. einer DSL 1500-Flatrate beauftragt. Anbei meine Erfahrungen damit.

04.12.2003

Nachfrage bzgl. ISDN/DSL inkl. DSL-Flatrate bei Arcor. Man teilt mir mit, dass ich mich nicht um die Kündigung bei der Telekom kümmern muss, sondern Arcor erledigt alle Formalitäten für mich, wenn ich einen Anschluss in Auftrag gebe. Ich bestelle schliesslich Arcor ISDN/DSL-Anschluss mit DSL 1500-Flatrate. Ich erhalte ein ausgefülltes Bestellformular per Fax mit der Bitte es zu prüfen und unterschrieben zurückzusenden.

Leider habe ich auf dem Auftragsformular übersehen, dass beim Auftrag kein neues DSL-Modem bestellt wurde (obwohl ich dies eigentlich so angegeben habe, da man mir erklärt hat, dass das alte Telekom DSL-Modem an dem Arcor-Anschluss nicht mehr funktionieren wird).

15.12.2003

Ich erhalte von der Telekom die schriftliche Bestätigung der Anschlusskündigung zum 11.03.2003, die Arcor am 12.12.2003 veranlasst hat.

22.12.2003

Ich bekomme die schriftliche Auftragsbestätigung von Arcor mit dem Hinweis auf die dreimonatige Kündigungsfrist bei der Telekom (ich hatte einen ISDN 300-Tarif, der nicht sofort gekündigt werden kann) und der Ankündigung des Umstellungstermins 11.03.2004.

02.03.2004

Das erste Paket mit Hardware wird geliefert – die Arcor „DSL Starterbox“. Ein nettes Teil – Splitter, ISDN-Anschluss und „Mini-Telefonanlage“ für zwei analoge Endgeräte. Das kommt mir sehr entgegen, da ich mein mittlerweile gut 10 Jahre altes ISDN-Telefon ohnehin durch ein neueres Modell austauschen wollte und analoge Telefone deutlich billiger sind.

08.03.2004

Arcor meldet sich telefonisch bei mir und fragt nach, ob die Hardware für meinen Anschluss vollständig geliefert wurde, da ja in ein paar Tagen umgestellt wird. Ich frage nach, ob das DSL-Modem noch kommen würde, da ich bisher nur die Starterbox bekommen habe. Die Frau an der Hotline erklärt mir, dass kein Modem bestellt wurde – was auch stimmt, da ich beim Auftrag übersehen habe, dass genau diese Option nicht angegeben war. Sie nimmt die Bestellung auf und erklärt mir, dass die Zusendung 4-5 Tage dauert und das Modem per Nachnahme für 19,95 EUR geliefert wird. Das Ganze ist aber halb so schlimm, da die Zugangsdaten für den DSL-Anschluss auch erst 2-3 Tage nach der Umstellung geschickt werden und er vorher ohnehin nicht benutzbar ist.

Als Ablösung für mein altes ISDN-Telefon besorge ich mir ein schnurloses Analogtelefon für 30 EUR, Marke „Okano Michelle“ – billig, aber sehr kompakt und durchaus brauchbar. Am Abend habe ich noch die alte ISDN-Hardware abgebaut die „Starterbox“ angeschlossen – alles funktioniert einwandfrei. Die Starterbox passt auch genau an die Schrauben, an denen vorher der Telekom-NTBA befestigt war. Mit dem analogen Telefon kann ich ISDN-Funktionen weiterhin nutzen, da die Starterbox diese Funktionen (Anzeige der Rufnummer, Dreierkonferenz, Rückfragen etc.) über diverse Tastenkombinationen am Telefon bereitstellt. Angenehmer Nebeneffekt: Das Telefon zeigt auch die Anzahl der Anrufe in Abwesenheit an – so muss ich nicht mehr den PC einschalten, um auf dem FLI4L nachzusehen. Bei dem Uralt-ISDN-Telefon gab es sowas noch nicht.

10.03.2004

Nach zwei Tagen wird das DSL-Modem, ein Lucent CellPipe 22A-BX-AR geliefert – sehr flott, allerdings nicht zu dem ursprünglich angekündigten Preis von 19,95 EUR, sondern für 49,95 EUR. Kurzer Anruf bei der Hotline – man stellt mir eine Gutschrift über 30 EUR aus.

Erster Test: Obwohl ich es nicht erwartet habe, läuft das DSL-Modem von Arcor auch am Telekom-Anschluss und FLI4L kann sich ohne Problem noch mit den alten Zugangsdaten von T-Online einwählen :-). Nachdem es auch deutlich kompakter ist und weniger Strom braucht, lass‘ ich es gleich angeschlossen. Die vorhandenen Schrauben an der Wand passen zwar nicht genau, aber vorerst geht es auch so.

Ich bin gespannt, ob die Umschaltung morgen reibungslos über die Bühne geht.

11.03.2004

Die Umschaltung verlief reibungslos :-). Ab etwa 11:00 Uhr wurde die Leitung von der Telekom abgeschaltet, gut zwei Stunden später von Arcor wieder aktiviert. Die Konfiguration von FLI4L habe ich am Morgen schon angepasst, so dass die Einwahl auch kein Problem war. Seitdem läuft sowohl DSL als auch ISDN störungsfrei. Die Übertragungsraten und Latenzzeiten liegen auch im erwarteten Bereich.

25.03.2004

Post von T-Online – man teilt mir mit, dass mein Buchungskonto bei der Telekom nicht mehr existiert (ach? ;-)) und ich möge doch bitte das neue Buchungskonto angeben (wohlgemerkt, das Telekom-Buchungskonto, keine Bankverbindung), da man sonst die fälligen Beträge nicht mehr abrechnen könnte.

Wie ich mir schon dachte, hat Arcor zwar eine Kündigung des Telekom-Anschlusses samt T-DSL veranlasst, aber T-Online gehört natürlich nicht dazu. Kurzer Anruf bei T-Online – man teilt mir mit, dass ich die T-DSL-Flatrate bei T-Online auch rückwirkend kündigen kann, was ich natürlich noch am selben Tag per Fax veranlasse. Mal abwarten, ob noch was nachkommt.

Der Arcor-Zugang läuft seit der Einrichtung störungsfrei und das CellPipe-DSL-Modem hängt mittlerweile auch ordentlich an der Wand.

Aber es wird noch spannend…

14.04.2004

Nach „nur“ knapp drei Wochen kommt ein Anschreiben von T-Online, in dem man mir mitteilt, dass man die Änderung meiner Anschrift vorgenommen hätte. Wie bitte? Ich habe gekündigt, nicht meine Anschrift geändert! Kurzer Anruf bei T-Online – ja, da ist wohl was schiefgelaufen und man kümmert sich drum.

06.05.2004

Ich erhalte von der Telekom eine Rechnung für die T-DSL-Flat vom 21.04.2004 bis 20.05.2004. Anruf bei T-Online und Hinweis auf schriftliche Kündigung. Man teilt mir mit, dass der Vorgang noch in Bearbeitung ist und ich muss nichts unternehmen.

11.05.2004

T-Online bestätigt mir schriftlich die Kündigung von T-DSL-Flat, die aber erst zum 05.04.2004 wirksam ist – also fast einen Monat später, als ich es in meiner Kündigung angegeben habe (11.03.2004 – ab da war ich bereits bei Arcor).

21.05.2004

Ich erhalte die erste Mahnung über die, am 06.05.2004 zugestellte Rechnung, die mittlerweile gegenstandslos ist. Anruf bei T-Online: Die Rechnungsstelle wurde wohl noch nicht informiert, dass der Betrag hinfällig geworden ist. Man kümmere sich darum.

08.06.2004

Wiederum eine Mahnung, wieder zur selben – bereits lange hinfälligen(!) – Rechnung. Wieder Anruf bei T-Online: Diesmal verweist man mich an eine andere Stelle. Auch dort erklärt man mir, man würde sich darum kümmern.

08.07.2004

So langsam scheint es zu klappen. Diesmal bekomme ich keine Mahnung mehr, sondern eine Rechnung über 1 Euro – ohne genauere Angabe wofür. Diesmal Anruf bei der Telekom – Ergebnis: Beim Rechnungsabschluss ist wohl dieser Betrag übriggeblieben. Man kümmert sich darum.

06.08.2004

Neue Rechnung – wieder über 1 Euro. Das selbe Spiel, wie bisher…

17.08.2004

Diesmal eine Gutschrift über 1 Euro – wohl, um die letzte Rechnung zu korrigieren.

18.08.2004

Wie gewohnt – wieder mal eine Rechnung von der Telekom. Diesmal aber über insgesamt 60,88 Euro! Angeblich für zwei Monate T-DSL-Flatrate, zweimal 1 Euro (die vom 08.07.2004 und 06.08.2004) und abzüglich einer Gutschrift von 1 Euro, die man wohl erfasst hat, um das „1 Euro Rechnung“-Problem zu korrigieren.

Also nochmal an Anruf – ich erkläre höflich aber bestimmt, dass ich langsam keine Lust mehr habe mich jeden Monat erneut mit Fehlern der Rechnungsstelle der Telekom oder T-Online herumzuschlagen. Ich bin seit über fünf Monaten kein Kunde mehr bei der Telekom oder T-Online! Wiederum verweist man mich an eine andere Stelle, wo man mir verspricht, sich nun aber endgültg darum zu kümmern.

03.09.2004

So langsam wird es lästig – diesmal bekomme ich gleich drei Rechnungen: Einmal eine Gutschrift über 2 Euro, einmal eine Rechnung über 1 Euro und schliesslich eine Mahnung über 61,88 Euro.

Ich rufe wieder bei der Stelle der Telekom an, mit der ich zuletzt Kontakt hatte und zähle die bisherigen Anschreiben auf und bitte eindringlich darum, dass man sich bitte sofort darum kümmern möge.

05.10.2004

Wieder mal eine Rechnung – diesmal wieder über 1 Euro. Seitdem habe ich aber nichts mehr gehört.

Fazit: Wer vorhat, von T-Online zu Arcor zu wechseln, sollte unbedingt darauf achten, neben seinem Telekom-Anschluss unbedingt auch den T-Online-Vertrag rechtzeitig zu kündigen!

Der Arcor-Anschluss läuft nun mittlerweile gut ein Jahr nahezu störungsfrei. Es gab zwischendurch nur einen Ausfall der DSL-Einwahl von einigen Stunden und zweimal ein Problem mit den Nameservern bei Arcor. Ansonsten läuft der Zugang problemos – ich habe die Umstellung nicht bereut.

Aktuell

01.05.2006

Mittlerweile im dritten Jahr bei Arcor – zwischenzeitlich habe ich den Zugang auf DSL 3000 mit 512 kBit/s Upstream umgestellt. Die Erfahrungen der letzten Jahre waren insgesamt sehr positiv. Zwar gab es einige, wenige Störungen – aber insgesamt funktioniert der Anschluss problemlos.

01.03.2007

Der erste grössere Ausfall nach über drei Jahren – DSL geht noch, aber ISDN ist seit etwa einem Tag nicht verfügbar. Anrufe nach außen sind nicht möglich (nur eine „tote“ Leitung) und Anrufer von außen bekommen nur ein Besetztzeichen.

Nach dem Anruf bei der Hotline und einem Rückruf durch einen Techniker wurde mir eine neue Starterbox als Austausch inkl. Rücksendeschein für die alte geschickt. Die neue Starterbox hat das Problem aber nicht behoben. Immerhin kostet mich die Aktion außer Telefongebühren für den Hotline-Anruf nichts.

Nach dem zweiten Anruf bei der Hotline ist nun der Stand der, dass die Leitung unterbrochen sei und ein Telekom-Techniker vor Ort den Anschluss prüfen müsste – dazu wiederum soll ich zwischen 13:00 und 17:00 Uhr anwesend sein bzw. dafür sorgen, dass jemand da ist, der den Techniker in die Wohnung lässt. Ich frage mich dabei – wie kann die Leitung zu meinem Anschluss unterbrochen sein, wenn DSL noch einwandfrei funktioniert? (Update: Wie ich später gelernt habe, handelte es sich dabei um eine kapazitive Kopplung. DSL arbeitet mit höheren Frequenzen und diese können auch eine kurze Leitungsunterbrechung überbrücken.)

02.03.2007

Die Entstörung läuft problemlos – der Techniker stellt recht schnell fest, dass der Hausanschluss im Keller ein Problem hat und behebt das innerhalb weniger Minuten. Seitdem ist der Anschluss wieder uneingeschränkt nutzbar.

02.10.2012

Mittlerweile habe ich den DSL-Anschluss über 8 Jahre – eine lange Zeit. Auch die damals gelieferte Hardware, konkret die „EasyBox“ und das DSL-Modem (eigentlich ein Router, der als Modem konfiguriert ist) funktionieren immer noch einwandfrei. In den letzten fünf Jahren gab es erfreulicherweise nur sehr wenige Ausfälle, auch nach der Übernahme von Arcor durch Vodafone. Nur das alte „Okano Michelle“ ist nach einem Sturz und dem anschließend lockeren Akkudeckel zwischenzeitlich einem etwas neueren Modell mit Farbdisplay von Gigaset gewichen.

Ja, es gibt mittlerweile schnellere Anbindungen und „echtes“ ISDN ist auch schon langsam „exotisch“ – aber für meine Zwecke ist die Anbindung gut genug.

08.12.2014

Nachdem ich zwischenzeitlich einige Jahre mit DSL 6000 unterwegs war, habe ich seit etwa einer Woche DSL 16000 (immer noch mit ISDN), wobei die vor einiger Zeit angeschaffte Fritz!Box eine wichtige Grundlage dafür war, um nicht auf Hardware von Vodafone angewiesen zu sein – das alte DSL-Modem von 2003 hätte dies nicht mehr unterstützt. Die Umstellung lief problemlos, die Fritz!Box syncronisiert sich mit über 16000 kBit/s und Downloads kommen nahe an den theoretischen Wert von 2 MB/s heran.

Die alte Starterbox ist immer noch im Einsatz, benötigt jetzt aber keine aktive Stromversorgung mehr, da der NTBA darin für die ISDN-Verbindung auch mit der „Amtsspeisung“, also der Stromversorgung über das Telefonnetz, läuft und das analoge Telefon an der Fritz!Box hängt. Mir ist klar, dass ISDN langfristig auch abgeschafft wird (die Telekom möchte das bis 2018 erreichen) – momentan kann ich es aber noch nutzen und bin nicht unglücklich darüber, noch eine „echte“ Telefonleitung nutzen zu können, wenn ich mir manche Berichte über die Ausfälle bei VoIP-Telefonie in diesem Jahr ansehe.

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