Creative Sound Blaster Z

Creative Soundblaster ZBereits im Jahr 1989 brachte die Firma Creative Labs eine Soundkarte mit dem Namen „Sound Blaster“ auf den Markt. Seitdem sind über 25 Jahre vergangen und die Technik hat sich entsprechend weiterentwickelt. Zunächst kam der Wechsel von 8 auf 16 Bit mit der „Sound Blaster 16“, dann folgten die AWE 32/64, Live!, Audigy und X-Fi. Schliesslich wurde im Mai 2011 die bislang neueste Entwicklung von Creative Labs vorgestellt: „Sound Core3D“ – ein Audioprozessor mit vier Kernen (siehe auch die Pressemitteilung dazu). Die erste Soundkarte mit diesem Chip war die „Recon 3D“ in verschiedenen Varianten für einen PCI Express-Steckplatz. Danach folgte 2012 die „Sound Blaster Z“, die es ebenfalls in verschiedenen Ausführungen gibt und die bis heute, im Jahr 2015, unverändert angeboten wird.

Gründe für eine separate Soundkarte

Integrierte Lösungen auf Mainboards liefern schon lange mindestens HD-Audio mit 24 Bit Auflösung und 96 kHz Abtastfrequenz und oft mindestens 5.1 Surround-Sound. Allerdings sagen diese Daten wenig darüber aus, wie der Klang am Ende an den analogen Ausgängen ankommt. Häufig treten leichte Störgeräusche oder ein ungleichmässiger Frequenzgang auf, was besonders im direkten Vergleich mit anderen Geräten zur Audiowiedergabe auffällt.

Viele Hersteller verwenden einen Chip von Realtek, womit auch die Softwareausstattung eher überschaubar ist. Eine separate Soundkarte bietet oft eine bessere Klangqualität, mitunter auch mehr Anschlussmöglichkeiten und häufig mehr Möglichkeiten auf Softwareseite.

Lieferumfang und Ausstattung

Im Lieferumfang der Creative Sound Blaster Z befindet sich die Soundkarte selbst, ein externes Mikrofon sowie Software und eine Kurzanleitung mit der Belegung der Anschlüsse. Alle nachfolgenden Bilder stehen auch jeweils in einer größeren Version zur Verfügung – einfach anklicken/antippen.

Creative Soundblaster Z, Lieferumfang

Die Soundkarte selbst wirkt mit der roten Metallabdeckung und dem „Sound Core3D“-Block unter dem Sichtfenster recht beeindruckend. Solcher Aufwand gehört aber mittlerweile zum guten Ton in diesem Bereich – denn das Auge isst ja bekanntlich auch mit ;-).

Creative Soundblaster Z Creative Soundblaster Z, Rückseite

Zusätzlich sorgen zwei rote LEDs für eine Beleuchtung im laufenden Betrieb:

Bei den Anschlüssen findet man sowohl analoge wie auch digitale Verbindungen:

  • Kombinierter Eingang für Mikrofon/Line-In (softwaremäßig umschaltbar)
  • Ausgang für Kopfhörer mit aktivem Verstärker für eine Impedanz bis 600 Ω
  • Analoge Ausgänge für Stereo oder Surround-Sound 5.1
  • Optischer Digitalausgang (TOSLINK)
  • Optischer Digitaleingang (TOSLINK)

Creative Soundblaster Z, externe Anschlüsse

Sehr praktisch: Kopfhörer oder Headset kann man dauerhaft angeschlossen lassen und bei Bedarf per Software wechseln zwischen den regulären Ausgängen oder dem Kopfhörer. So erspart man sich externe Umschalter und der Kopfhörer bleibt ausgeschaltet, wenn man ihn nicht braucht.

Intern ist zusätzlich noch ein Anschluß für ein HD-Audio-Frontpanel vorhanden, wie es in manchen PC-Gehäusen vorhanden ist.

Das mitgelieferte Mikrofon ist dafür gedacht, auf der Oberseite eines Monitors plaziert zu werden und bietet in Verbindung mit der Software einen einstellbaren Aufnahmewinkel. Technisch handelt es sich dabei um ein Stereo-Mikrofon, bei dem durch die Software der Soundkarte Geräusche unterdrückt werden, die überwiegend links oder rechts vom Mikrofon auftreten.

Creative Soundblaster Z, Mikrofon

Technische Daten

Die Eigenschaften werden hauptsächlich durch den zentralen Audioprozessor vorgegeben. Der analoge Teil wird durch einen zusätzlichen D/A-Wandler von Cirrus Logic ergänzt, der beim Vorgängermodell „Recon 3D“ noch nicht verwendet wurde. Dieser Wandler sorgt auch für den hohen Rauschabstand, der beim Vorgängermodell noch niedriger war.

  • Anzahl der Audiokanäle: Stereo oder Surround-Sound 5.1
  • Auflösung: 24 Bit, 96 kHz Abtastfrequenz (192 kHz für die Stereo-Wiedergabe)
  • Rauschabstand: 116 dB

Aufbau der Hardware im Detail

Die optische Gestaltung ist vor Allem „Show“ und nicht zwingend technisch notwendig. Tatsächlich gibt es auch eine „Bulk“-Version im Handel ohne Metallabdeckung und Beleuchtung, die vom Klang her nicht schlechter ist. Der zentrale „Sound Core3D“-Chip CA0132 ist optisch auch ein eher unscheinbares Teil, das sichtbar wird, wenn man die quadratische Abdeckung darüber entfernt.

Software

Die mitgelieferte Software für Windows wurde in nahezu identischer Form schon bei der „Recon 3D“ genutzt und ist nur optisch und in Details etwas an das neuere Modell angepasst. Die Wiedergabeeffekte werden jetzt nicht mehr als „THX TruStudio Pro“ bezeichnet, sondern als „SBX Pro Studio“. Darüber hinaus wurde das THX-Logo ersetzt durch das „Sound Blaster“-Logo von Creative.

Über acht Bereiche kann man die Parameter für Wiedergabe und Aufnahme anpassen und auf Wunsch alle Einstellungen als Profil speichern oder aus einem gespeicherten Profil laden:

Zusätzlich gibt es auch bei dieser Soundkarte wieder das Tool „Creative ALchemy“, mit dem man für ältere Spieletitel, die für Audioeffekte noch EAX benötigen, eine Emulation unter Nutzung von OpenAL bereitstellen kann.

Probleme hatte ich mit der Nutzung von ASIO in ReNoise. ReNoise hat die Sound Blaster Z zwar als verfügbares ASIO-Gerät aufgeführt, dann aber auch mehrfach eine Fehlermeldung angezeigt, dass die Initialisierung nicht möglich war. Da ich sonst keine Software zum Vergleich habe, kann ich aber nicht sagen, ob das Problem in der Software von Creative oder bei ReNoise liegt. Praktisch ist das aber kein Problem, da ReNoise auch mit DirectSound problemlos funktioniert.

Klangqualität

Betrachtet man sich die technischen Daten der Sound Blaster Z, sind die Erwartungen bei der Klangqualität entsprechend hoch und werden nicht enttäuscht. Störgeräusche sind auch bei hoher Lautstärkeeinstellung nicht wahrnehmbar, wie das oft bei billigen Soundkarten oder Onboard-Lösungen der Fall ist. Bei der Wiedergabe über Kopfhörer macht sich der separate Ausgangsverstärker positiv bemerkbar. Gegenüber vielen Onboard-Sound-Lösungen ist die Sound Blaster Z klanglich eine deutliche Verbesserung.

Eine der Letzten ihrer Art

Wenn man die Entwicklung bei PC-Soundkarten verfolgt, stellt man fest, dass es in den letzten Jahren bei internen Modellen praktisch keine nennenswerte Änderung mehr gab. Der Audioprozessor, den Creative bei der Sound Blaster Z verwendet, ist Ende 2015 bereits über vier Jahre unverändert auf dem Markt und wird weiterhin genutzt – für Computertechnik eine kleine Ewigkeit.

Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Erzeugung und Verarbeitung von Audiosignalen weit weniger aufwendig ist, als die realistische Darstellung von 3D-Grafik. Alle Anforderungen für Audiowiedergabe in hoher Qualität sind schon seit vielen Jahren technisch erfüllt und die integrierte HD-Audio-Lösung in Mainboards genügt vielen Leuten qualitativ. Ebenso ist nicht absehbar, dass PCI Express zukünftig durch ein anderes Bussystem ersetzt wird, wie einst ISA und PCI.

Es ist daher gut vorstellbar, dass in den nächsten Jahren keine grundlegenden Neuerungen mehr bei internen Soundkarten kommen, sondern höchstens noch Modellpflege. So gesehen passt auch der Name „Sound Blaster Z“ – mit dem letzten Buchstaben im Alphabet als Symbol für den Endpunkt einer Entwicklung.

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