Brother HL-2030

Dieser Drucker ist mittlerweile nicht mehr auf dem Markt – er wurde durch den HL-2035 abgelöst, der aber von seinen technischen Daten her weitgehend identisch ist und unter Linux mit dem selben Treiber angesprochen wird. Nachdem ich dieses Gerät nun schon eine Ganze Weile im Einsatz habe, möchte ich hier über meine Erfahrungen berichten.

Brother HL-2030

Der Brother HL-2030 (und dessen Nachfolger HL-2035) ist ein S/W-LED-Drucker für den Einsatz am Arbeitsplatz. Die Verwendung von LEDs an Stelle eines Lasers hat den Vorteil, dass der Drucker sehr kompakt und günstig gebaut werden kann – daher sind LEDs bei Druckern dieser Art mittlerweile Standard. Der Drucker hat 2005, als ich ihn gekauft habe, etwa 120 EUR gekostet. Das Nachfolgemodell HL-2035 wird mittlerweile (Stand Anfang 2012) für unter 100 EUR angeboten. Der Anschluß erfolgt über USB.

Obwohl es sich bei diesem Gerät um einen „GDI“-Drucker handelt, bietet Brother auch Treiber für Linux und MacOS an.

Verarbeitung und Druckqualität

Der wesentliche Grund für die Anschaffung war die Tatsache, dass ich nur selten drucke und dann meist nur Briefe und technische Unterlagen – dafür benötige ich keinen Farbdruck, aber einen Drucker, der auch nach längeren Pausen noch einwandfrei arbeitet. Bei dem vorher verwendeten Tintenstrahldrucker war die Qualität zwar in Ordnung – aber die Tintenpatronen sind regelmässig eingetrocknet, weil ich den Drucker nicht sehr oft benutzt habe.

In dieser Beziehung hat der HL-2030 die Erwartung erfüllt – nach mehreren Jahren und etwa 800 Seiten kommt immer noch die erste Bildtrommel und der erste Toner zum Einsatz, trotzdem sind Ausdrucke immer noch einwandfrei. Auch die staubgeschützte Lagerung des Papiervorrats von bis zu 250 Seiten ist ein großer Vorteil.

Die Auflösung von 600 DPI oder 600×1200 DPI im „HQ 1200“-Modus ist für Texte und Strichzeichnungen vollkommen ausreichend und die Druckqualität ist, gemessen am Preis des Gerätes, sehr gut – allerdings kann es passieren, dass der interne Speicher von 8 MB nicht ausreicht, wenn man Grafiken seitenfüllend in maximaler Auflösung ausgeben will. Bei 600 DPI ist das aber kein Problem. Für Fotos ist dieser Drucker nicht gut geeignet – aber dafür ist er auch nicht gedacht.

Das Betriebsgeräusch ist zwar nicht extrem laut – aber auch nicht wirklich leise.

Etwas „wackelig“ ist die Führung für die manuelle Papierzufuhr – die Führungsschienen bewegen sich schon bei der kleinsten Berührung zur Seite, so dass man schon beim Einlegen eines einzigen Blatts die Schienen festhalten muß, damit sie nicht zur Seite geschoben werden.

Dafür gibt es immerhin einen „echten“ Netzschalter wodurch das Gerät im ausgeschalteten Zustand komplett vom Netz getrennt und nicht nur in einen Standby-Modus versetzt wird.

Laufende Kosten

Die mitgelieferte Bildtrommel ist für 12000 Seiten ausgelegt, die Tonerkassette für 1500 Seiten (bei 5% Deckung). Neue Tonerkassetten sind für 2500 Seiten ausgelegt. Die Preise für Bildtrommel und Toner sind – verglichen mit dem Anschaffungspreis des Druckers – recht hoch. Offiziell kostet eine neue Bildtrommel (DR-2000) etwa 95 EUR, eine neue Tonerkassette (TN-2000) etwa 76 EUR. Im Handel sind diese Teile aber auch etwas billiger zu bekommen.

Rechnet man mit einer neuen Bildtrommel – was dann einem gesamten Druckvolumen von 24000 Seiten entspricht – und einer entsprechenden Zahl an Tonerkassetten dafür, kommt man auf folgende Kosten – ohne Berücksichtigung des verwendeten Papiers:

Bildtrommel DR-2000 95 EUR
Tonerkassette TN-2000 – 9 x 76 EUR 684 EUR
SUMME 779 EUR
Kosten pro Seite (24000 Seiten) ~ 3,24 Cent

Verglichen mit den meisten Tintenstrahldruckern ist das sehr günstig – und man hat zudem den Vorteil, dass auch längere Druckpausen kein Problem sind. Andererseits ist der Stromverbrauch mit rund 450 Watt während eines Druckvorgangs und immer noch 70 Watt im Bereitschaftsmodus deutlich höher als bei Tintenstrahldruckern – dies wird aber teilweise auch wieder durch die Geschwindigkeit ausgeglichen. Ein größerer Ausdruck, der mit einem Tintenstrahldrucker bei 4 Seiten pro Minute eine Stunde benötigt ist auf dem HL-2030 in weniger als der halben Zeit erledigt und der Drucker kann danach komplett abgeschaltet werden.

Fazit

Obwohl ich anfangs etwas skeptisch war, ob so ein „Billig-Laser“ auf Dauer funktioniert, war der HL-2030 für meine Zwecke – gelegentlicher Ausdruck von Briefen und kürzeren Texten – eine hervorragende Wahl. Auch die Verwendung unter Linux ist problemlos möglich. Man darf natürlich keine Wunder bei der Geschwindigkeit oder hochwertigen Ausdruck von Bildern erwarten – aber dafür ist das Gerät auch nicht gedacht.

Update Januar 2012: Mittlerweile wird die erste neue Tonerpatrone für etwa 50 EUR benötigt, die bei meinem geringen Druckvolumen vermutlich wieder einige Jahre ausreichen wird. Der Drucker funktioniert immer noch einwandfrei.

Update März 2014: Zwei weitere Jahre sind vergangen – und der Drucker funktioniert immer noch einwandfrei nach neun(!) Jahren und verwendet immer noch die erste Bildtrommel, mit der er ursprünglich geliefert wurde.

Update März 2016: Der Drucker ist immer noch in Verwendung – ein wirklich langlebiges Gerät :-).

3 Gedanken zu „Brother HL-2030“

  1. Sabine Jakubinek

    Hallo!

    Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen, weil ich wissen wollte, wann der Drucker gebaut wurde. Da ich selbst einen solchen hier habe, der aber nicht von mir gekauft wurde. Ich vermute, dass meiner von ca. 2008 stammt. Er läuft immer noch mit der ersten Kartusche und ersten Bildtrommel.
    Angeschafft wurde er von meinem Freund, damit wir Platinen mit der s. g. Bügeltechnik ätzen können. Selbst feinste Linien (=Leiterbahnen) und Lötaugen druckt er sauber.
    Mittlerweile tut er hier auch noch, neben einem Farblaser, für meine alltägliche Büroarbeit seine Pflicht als günstiger s/w Drucker. Manchmal wird auf ihm auch das eine oder andere Kochrezept ausgedruckt. Meistens mit Foto, da mir hier der Farbdruck nicht so wichtig ist. Selbst bei 300DPI finde ich das Foto noch sehr gut gelungen. Zumindest bekommt man vorher eine Ahnung, was man da überhaupt kochen will ;) Sicherlich aber kein Vergleich zu einem Profigerät, das für Fotos ausgelegt ist. Aber, wie schon oft hier in etwa gesagt wurde: Dafür hat man den Drucker auch nicht angeschafft.

    Eine Kleinigkeit möchte ich noch ergänzen, da sie uns passiert ist. Beim Duplexdruck, den der Drucker ja nur erledigen kann, wenn man selbst das Papier wendet, ist es uns leider mal passiert, dass wir es falsch herum eingelegt hatten. Somit wurde eine Seite 2x bedruckt. Dies mag die Bildtrommel leider gar nicht und vom vorherigen Druck können vorher bedruckte Stellen an ihr haften bleiben. Dies führt dann dazu, dass man überall Punkte auf dem Papier hat, wo es eigentlich weiß hätte bleiben sollen.
    Abhilfe schafft hier der Ausbau der Bildtrommel und das Reinigen mit Isopropanol. Hierbei verwendet man am besten Wattestäpchen und rubbelt nur ganz leicht und vorsichtig auf den entsprechenden Stellen, bis sie sich ablösen.

    1. Arno Welzel

      Wann mein Exemplar konkret gebaut wurde, ist mir nicht genau bekannt. Ich habe ihn aber seit etwa 2005 im Einsatz, d.h. es dürfte 2005 oder 2004 sein. Mittlerweile ist der Drucker damit rund 10 Jahre alt und läuft immer noch mit der ersten Bildtrommel und aktuell der zweiten Tonerkassette (ja, ich drucke nicht sehr viel).

      1. C. Steinbach

        Meiner ist jetzt tot ]-:, hatte das Gerät seit 2006 im Einsatz und habe bestimmt mindestens 30000 Seiten gedruckt, eher deutlich mehr. Leider ist beim Ausdruck unbemerkt ein kapitaler Papiertstau (=Überhitzung?) entstanden, weil was drauflag. Viele veiele Text und Grafikdokumente lang ein TOP Gerät für den Preis!!

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