Alte Verkaufsmasche für Kabelanschlüsse wiederbelebt

Update: Antwort von Vodafone am Ende des Beitrags.

Ich lebe nun seit über einem Monat in der neuen Wohnung in Berlin und nutze dort auch VDSL, womit ich auch vollkommen zufrieden bin.

Kürzlich hat eine Frau mit Vodafone-Outfit bei uns geklingelt und hat sich mit folgenden Worten vorgestellt, die ich hier aus dem Gedächtnis wiedergebe, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

„In ihrem Haus müssen die Kabelanschlüsse umgestellt werden, damit Sie auch das schnellere Internet nutzen können. Ich würde dazu gerne eine Prüfung bei Ihnen machen, damit die Umstellung auch bei Ihnen vorgenommen werden kann.“

Das Gespräch wurde dann recht schnell beendet, nachdem klar war, dass ich definitiv kein Interesse daran habe, einen Vertrag für einen Kabelanschluß bei Vodafone abzuschließen.

Die Masche gab es schon einmal – bereits 2009 haben „Außendienstmitarbeiter“ von Kabel Deutschland mit angeblich nötigen „Pegelmessungen“ versucht, Leuten einen Vertrag zu verkaufen, wie die Wirtschaftswoche damals berichtete.

Die Dame war sich auch nicht zu schade, ihre Werbekarte in den Kasten für die Mitteilungen an die Vermieter durch die Hausverwaltung zu stecken, um den Eindruck zu vermitteln, dass Vodafone ein Dienstleister ist, der offiziell von der Hausverwaltung beauftragt wurde.

Da der Kasten verschlossen ist, musste Sie dazu die Glasscheibe ein Stück vorziehen, um die Karte durch den entstandenen Schlitz in den Kasten zu bugsieren, wodurch die Karte etwas gelitten hat:

Vertriebswerbung von Vodafone

Ziemlich dreiste Methoden – aber wer nur von der Provision lebt, die man für Vertragsabschlüsse bekommt, nutzt halt jede Möglichkeit aus. Ich habe Vodafone bereits eine formelle Beschwerde geschickt und bin gespannt, ob man darauf reagiert – vermutlich eher nicht.

Antwort von Vodafone

Am 21. September 2016 habe ich eine Antwort zu meiner Beschwerde bekommen.

Wie zu erwarten: auf meinen Hinweis, dass die „Außendienstmitarbeiterin“ Dinge frei erfunden hat und dass Sie ihre Karte widerrechtlich in den Mitteilungskasten der Hausverwaltung bugsiert hat, wurde gar nicht eingangen. Im Gegenteil: Vodafone schrieb sinngemäß, dass man ja an meinem Standort TV, Internet und Telefon über einen Kabelanschluß anbieten würde und der Besuch der „Außendienstmitarbeiterin“ gerechtfertigt sei.

Nun liebe Vodafone: es ist sicher nicht verboten, dass Leute zur Kundenwerbung vorbeikommen und unverbindlich eure Produkte anbieten. Den Leuten aber an Wohnungstür abenteuerliche Dinge zu erzählen, die schlicht frei erfunden oder gar komplett gelogen sind, nur um einen Vertragsbaschluss zu bekommen, nenne ich „Drückermethoden“ (das habe ich Vodafone dann auch genau so schriftlich mitgeteilt). Genau so gehen nämlich entsprechend organisierte Drückerbanden vor, um Abos für Zeitschriften und anderen Kram zu verkaufen.

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