Wer ist eigentlich „nebenan.de“?

Vor einiger Zeit hatte ich einen Zettel im Briefkasten, dass ich mich doch bei dem kostenlosen Dienst „nebenan.de“ anmelden sollte – mit persönlichem Zugangscode und angeblich von einer „Lisa“ aus der Gegend, wo ich wohne. Natürlich hat „Lisa“ keine genaueren Daten angegeben oder Hinweise, wie man mit ihr in Kontakt treten könnte, so dass letztlich unklar bleibt, wer das denn ist und ob diese Person überhaupt existiert. Es gibt einzig den Hinweis darauf, dass die Plattform von der Firma Good Hood GmbH in Berlin betrieben wird.

Bei meiner weiteren Recherche ich ich einige erhellende Hinweise gefunden, siehe auch den Artikel dazu bei Wikipedia:

  • Der Gründer Christian Vollmann gilt als Star der deutschen Gründerszene und hat bereits iLove, MyVideo und eDarling gegründet.
  • Der Mitgründer Till Behnke ist heute Vorsitzender des Aufsichtsrats der gemeinnützigen Aktiengesellschaft gut.org, die betterplace.org betreibt.
  • Bereits zur Gründung im Jahr 2016 gab es 8 Millionen EUR vom Gründer Christian Vollmann und „anderen Investoren“.
  • 2017 sind der Burda Verlag und der Risikokapitalgeber Lakestar mit 16 Millionen EUR eingestiegen.
  • Christian Vollmer und Till Behnke sind mittlerweile Geschäftsführer der Good Hood GmbH, die nebenan.de betreibt.
  • nebenan.de hat den Konkurrenten, WirNachbarn.com, im Juni 2017 übernommen und betreibt in Frankreich den eigenen Dienst unter dem Namen mesvoisins.fr.

Es ist schwer zu glauben, dass dieses Projekt aus reiner Menschenfreundlichkeit entstanden ist und völlig selbstlos nur der Förderung guter Nachbarschaft dienen soll. Selbstverständlich wollen Investoren, wie Burda oder Lakestar langfristig damit Gewinne erzielen. Dazu muss man als ersten Schritt natürlich so viele Mitglieder wie möglich gewinnen. Der nächste Schritt ist dann die Vermarktung – etwa durch Werbung oder bezahlte Leistungen, die man über das kostenlose Angebot hinaus nutzen kann. Webung ist bereits geplant – ab Ende 2018 soll kostenpflichtige Werbung für lokale Händler kommen.

Dazu passt auch ein kritischer Artikel, der die Frage aufwirft, ob die Unterzeichner/innen der Einladungen überhaupt existieren: nebenan.de – Erfahrungen mit den Fake Nachbarn von nebenan (archivierte Version im November 2019). Auch der Spiegel hat bereits 2016 darüber berichtet: Online wird die Stadt zum Dorf.

Update 2021-04-29

Anlässlich einiger Kommentare ein paar Ergänzungen zu diesem Thema:

Bereits 2017 war in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ein kritischer Artikel dazu zu lesen: Verbraucherschutz und Politik warnen vor nebenan.de.

Dort war auch zu lesen, Zitat:

Im Stadtbezirksrat Südstadt-Bult verwiesen Kommunalpolitiker auf den Einstieg des Medienunternehmens Burda beim Portal nebenan.de und warnten vor der Gefahr einer Weitergabe von Daten.

Der Gründer Till Behnke erwiderte dazu, dass Burda lediglich eine Minderheitsbeteiligung habe und keinen Einblick in die Daten der Nutzer.

Ob das noch so stimmt, ist fraglich. Burda hat seit September 2020 mit 61% einen Mehrheitsanteil an der Good Hood GmbH, die „nebenan.de“ betreibt. Siehe dazu auch die folgenden Berichte:

Man kann natürlich unterstellen, dass Burda aus reiner Liebe zu den Menschen einen zweistelligen Millionenbetrag investiert und nicht, um langfristig gute Geschäfte zu machen. Dennoch bleibt „nebenan.de“ vor allem ein Projekt, mit dem die Gründer und Anteilseigner Geld verdienen wollen und keine gemeinnützige Intitiative. Dessen sollte man sich bewusst sein.

27 Gedanken zu „Wer ist eigentlich „nebenan.de“?“

  1. M
    Manne

    Hey nebenanpunktde!

    Keiner braucht euch hier, keiner will euch hier, nebenanpunktde!

    Es gibt _NICHTS_ von dem, was diese Firma da behauptet, was ein echter Berliner nicht auch selber auf die Beine stellen könnte:

    – als Neu-Zugezogener im Haus direkt beim Einzug alle Nachbarn im Treppenaufgang zum kleinen Umtrunk mit Stulle am Feierabend zu sich einladen; auch aus Umzugskartons kann man schnell einen kleinen Tisch mit Mini-Bufett zaubern
    – im Treppenhaus und auf dem Hof die Mitbewohner grüßen, geht auch beim Mülltonnengang, ein Schwätzchen halten
    – die umliegenden Kneipen und Treffpunkte frequentieren und Bekannte machen
    – im Kiez zumindest teilweise einkaufen, auch wenn’s einen Euro mehr kostet als im Supermarkt
    – bei der Hausverwaltung anfragen, ob eine Pinwand im Treppenaufgang aufgehängt werden kann
    – ein Hoffest in der eigenen Hausnummer mitveranstalten.

    nebenanpunktde, keiner braucht euch hier, keiner will euch hier!

    Nüscht kriegt ihr von mir, noch nichtmal meine Daten!

    Und schon wieder werden die unerträglichen Zettel von Pseudo-Nachbarn unverlangt im Kasten eingeschmissen …

  2. J
    Jürgen Hosse

    Ich habe eine tolle Hausgemeinschaft. Man hängt zwar nicht ständig zusammen, kann sich aber aufeinander verlassen, wenn es darauf ankommt.
    Man hat mir aschon zweimal das Leben gerettet durch beherztes Eingreifen.
    Besonderen Dank an Frau D.
    Gemeinsinn entsteht immer durch gegenseitigen Respekt und Wertschätzung mit Menschen, die man persönlich kennt. Alles andere ist meist nur Geschäftemacherei.
    Und wenn große Kommunikationsgesellschaften (Burda usw.) involviert sind, ist immer
    große Vorsicht geboten.

  3. J
    Jürgen Hosse

    Vor nebenan.de sollte man sich wirklich hüten. Die nehmen offensichtlich jeden als „Nachbarn“ auf. Da sind auch einige, ich muß es so sagen, Asoziale auf, die meinen sich im Internet austoben zu dürfen. Die kommen erst ganz freundlich an, um dann, wenn man selbst Kritik äußert, Methoden benutzt, die unterhalb der Gürtellinie sind. Da wird von „Farbe der Kackwurst“, mentalen Defiziten, aber auch von „Seelenverwandtschaft“ auf die „ekelhaft“ folgt. Man wird regelrecht ausgepäht und die Ergebnisse werden dann
    geteilt. Ich kann nur sagen: Das ist total krank. Gute Besserung für Sabine, Stephan und andere aus der Gegend Alboinplatz. Zum guten Schluß wurde durch spamartige Überschwemmung meines facebokk-Kontos für die Sperre desselben „gesorgt“. Aber keine Sorge. Ich werde strfrechtlich gegen euch vorgehen. Den nebenan.de- Verantwortlichen kann ich nur raten, sich ihre Nachbarn besser anzuschauen. Auf meine Beschwerde hin bekam ich nur den üblichen „freundlichen“ Hinweis, daß man sich freuen würde, mich wieder bei nebenan.de zu begrüßen. Das wird auf keinen Fall passieren. Aber Berichte anderer Geschädigter bestätigen meine Erfahrungen. Im Übrigen wird auch von Verbraucherorganisationen vor nebenan.de gewarnt.

  4. J
    Juergen Hosse

    Ich hatte am Anfang sehr guten Kontakt bei nebenan,de, Als ich dann gewagt habe einer
    Nachbarin wegen eines iQ-Tests zu widersprechen, war es mit der Freude vorbei. Zuerst
    heiß es „Seelenverwandtschaft und Einvernehmen. Ob wir uns nicht mal treffen könnten.
    Zum Schluß „ekelhaft“ und „ts“, was auch immer das heißen mag. Dann kamen immer mehr Nachbarn dazu verunglimpften mich, beschimpften mich.
    Als ich dann den Hauptverdächtigen mit „Stasi“ titulierte, waren die ganz aus dem Häuschen. Grund war, dass dieser Stephan mich richtig ausgespäht hatte und seine
    Erkenntnisse unter den Nachbarn verbreitet hatte. Auf ein Anschreiben von nebenan.de wollte ich antworten. War aber geblockt! Ich bin bedient von nebenan.de und kann auch nur jedem raten, vorsichtig zu sein. Die sammeln wahrscheinlich nur
    Daten von Menschen, um die dann mit Reklame zu bombardieren. Völlig unseriös und
    sektenähnlich. Man fühlt sich in tiefste Stasi oder Nazi-Zeiten zurück versetzt.

  5. w
    wolfgang eubel

    Guten Tag, Herr Welzel und vielen Dank, dass Sie hier informieren und es zulassen, dass LeserInnen darüber diskutieren können.
    Meine Erfahrung und Einstellung zu nebenan.de:
    1. Ich war begeistert: viele gute Kontakte geknüpft , konnte NachbarInnen oft helfen und habe oft Hilfe etc. bekommen. Ebenso guter Austausch im kommerziellen Bereich.
    2. Habe auch ein – kostenloses – gewerbliches Angebot geschaltet. Wurde öfters mal angerufen ob ich nicht – kostenpflichtig – upgraden wolle. Fand das in Ordnung (bin ja in der Lage „Nein, danke!“ zu sagen) und noch unterhalb der Schwelle zur Aufdringlichkeit.
    3. Finde kommerzielle Interessen und Strategien überhaupt nicht schlimm: jede/r soll doch Geld verdienen. Wenn das wie bei nebenan (noch!) so dezent abläuft stört (mich) das nicht und wenn´s übermäßig ver-kommerzialisiert, meldet man (ich) sich eben ab.
    4. Soviel zur Großen Freude , ABER jetzt kommt´s:
    Munter bieten natürlich auch lokale klerikale Organisationen sich dort an. Wunderbar. Gleiches Recht für alle. Grenzwertig ist allerdings, dass diese für ihre Heuchelei bekannte Ideologie sich fast immer hinter hübschen, harmlos klingenden, vertuschenden Decknamen versteckt, wie z.B. „Potpourri“ oder „Ikarus“, wo es weder um Ikebana noch um antike Flugpioniere geht, sondern um kirchliche Einrichtungen. Nachdem ein Mitglied unseres Kiez darauf aufmerksam machte, wurde er von nebenan gesperrt! Die „Begründung“ begann bezeichnenderweise mit den Worten „Uns ist mitgeteilt worden….“ Also Passiv: also um zu verschweigen, wer da im anonymen Hintergrund der „I(nformierende) M(itteilende)“ ist.
    Was (mir) anfangs als liebenswerde Modererscheinung erschien („Hallo hier ist Julia vom nebenan-de Team…“) entpuppt sich jetzt als feige Anonymitäts-taktik. Ich denke mal die Erzbischöfin von Berlin-Lichtenberg oder der Kircheparteitagspräsident von Karlshorst (der betreffende Kiez) haben wohl – wie immer feige, anonym und durch die Hintertür – interveniert und nebenan kuscht. Das finde ich im Gegensatz zum Geldverdienen schlimm. Bigott (aha!) teilte das anonyme Nebenan-team mit, dass sie der Aufforderung, die Sperre auf dem Portal mitzuteilen, nicht nachkommen können, weil es ihnen „nicht möglich ist Mittelungen im Portal einzustellen.“ Verlogener geht´s ja wohl nicht.
    Auf Ihrer Website habe ich gerade erfahren, dass nebenan Burda quasi gehört und der ist ja nun ein Paradebeispiel von fromm-bigotter Scheinheiligkeit. Hat wohl mehr als nur abgefärbt!?

    MfG, Wolfgang Eubel, Berlin

  6. S
    Sabine

    Nachdem meine Email-Adresse abgeschaltet war („versanet“) erhielt ich trotz mehrmaligem Nachfragen, wie ich auf meine neue Email-Adresse aktualisieren könnte, vom Betreiber von „Nebenan.de“ keine Unterstützung .
    Ich konnte mich nicht mehr anmelden, nicht identifizieren – das wars mit dem Nachbarschafts-Netz!
    Freue mich nun, hier zu lesen, dass der Verlust nicht so groß ist! :-)
    Sabine, Boomer:in

  7. A
    Andy

    Der Laden ist meiner Meinung nach nicht ganz koscher. Da berichten auch Tagelöhner, dass sie sich als „Nachbarn“ ausgeben sollen, wenn sie beim Einwurf der Zettelchen erwischt werden.

    Anscheinend steht dabei die Tarnung als freiwillige, engagierte Nachbarschaftshilfe ohne kommerzielle Interessen – und das ist schlichtweg eine Lüge, wie man hier und anderorts eindeutig nachlesen kann:
    https://nebenan-de.blogspot.com

  8. Auch ich und meine Nachbarn in unserer Straße haben heute einen dieser eindeutig absichtlich unprofessionell gedruckten „Werbezettel“ im Briefkasten gefunden…

    Auf die telefonische Anfrage einer älteren Nachbarin über diese Werbung, habe ich mir die Seite einmal angeschaut und Sie beraten:

    – Sehr verwundert war ich zunächst über das „geheimnisvolle“ Impressum, daß so gut wie nichts über das eigentliche Unternehmen aussagt.
    Auch handelt es sich nicht um eine gemeinnützige Organisation.
    Die Good Hood GmbH ist eindeutig kein gemeinnütziger Verein oder Verband.

    Das Projekt „nebenan.de“ des Unternehmens Good Hood GmbH kommt gleich mit einer App im Appstore und im Google Playstore und ebenso in Frankreich Spanien und Italien daher.
    (Also folgere ich, daß hier definitiv ein größerer Kapitalgeber dahintersteckt)
    Somit ist eindeutig klar, daß hier langfristig Geld verdient werden soll.

    – Ich bin in meiner Nachbarschaft gut vernetzt und allgemein als sehr hilfsbereit bekannt. Für die meisten älteren Mitmenschen und Personen mit Einschränkungen aus meiner Umgebung ist das Internet sowieso nicht die richtige Kontaktform. Hier ist der persönliche Kontakt und besonders ein nettes Lächeln unerlässlich.

    Ein Unternehmen, daß so dermaßen „Scheinheilig“ auftritt verdient nur Ablehnung und darf nicht weiterempfohlen werden.

    – Aus diesem Grund werde ich und auch meine Nachbarn diese GmbH aus Berlin keinesfalls mit einer Mitgliedschaft unterstüzen !

    1. A
      Andy

      Da werden offenbar auch falsche Infos im Netz ausgestreut: oft habe ich was von der „nebenan.de Stiftung“ gelesen – so als ob es sich um irgendwas Gemeinnütziges handeln würde.
      Ich habe eher den Eindruck, da wird gezielt vorgetäuscht und getarnt, um die Leute arglos zu halten und sie anzuzlocken. Passt ja auch zu den anscheinend gezielt amateurhaft gehaltenen Zetteln im Briefkasten.

      1. J
        Juergen Hosse

        Ich habe nebenan.de als absolut asozialen Verein kennen gelernt. Wurde gemobbt, im Internet ausgespäht, mit wüsten Behauptungen beschimpft.
        Von einer Eso-Tante erst gelobt, als ich Widerspruch gegen ihre Methoden
        eingab, wurde sie unsachlich und böse. Anschließend mischten sich immer
        mehr Leute ein, die überhaupt nichts mit meinen Dingen zu tun hatten und
        auch nicht involviert waren. Es ist einfach widerlich. Wie eine Sekte.
        Höchste Vorsicht ist geboten!

  9. H
    Herta Peteranderl

    Ich bin froh von nebenan.de verwarnung zu erfahren, weil ich als meine Meinung mitteilte, dass ich nach vielfachen Empfehlungen für Lokale mit ausländischer Küche der Meinung war man könnte nachdem wir in der Bundesrepublik Deutschland leben einer Dame, die neu zugewandert ist, auch eine Adresse für deutsche Kulinarik nennen. Aber das darf man in unsererer schönen Heimatstadt nicht mehr sagen. Schade !!!!!!!!!!!!!!!

  10. A
    Anja

    Ich bin dort angemeldet unangemeldet und versuche seit inzwischen Jahren nebenan.de wieder loszuwerden. Ursache: Die Anmeldung wurde von mir abgebrochen, weil unter meiner Hausnummer nur ich wohne und ich in der winzigen Straße sofort identifizierbar bin. Ich würde schon gern die Kontrolle über meine Daten behalten. Nun werde ich regelmäßig mit Mails bombardiert. Abmelden aus dem Newsletter: Bitte geben Sie Ihre Adresse an! Mail an nebenan.de: Melden Sie sich einfach auf der Webseite ab. Abmeldung: Bitte geben Sie Ihre Adresse an. Wenn das nicht unseriös ist. Aber für Burda lohnt es sich sicher. Alleine die Adressen sind Milliarden wert.

  11. K
    Klaus

    Es ist erstaunlich, wie überheblich manche Äußerungen im Internet sind. Dem Menschen ist eigentlich der Verstand dazu gegeben, in der Härte der Natur zurechtzukommen. Dazu gehört natürlich auch, Negativseiten im Leben zu erkennen und sich durch eigenes, klares Denken dagegen zu schützen. So ist es auch Aufgabe von Eltern und auch Schule, schon im Kindesalter daraufhin zu wirken, zu lernen, dass die Welt sehr vielfältig ist und es immer gute und schlechte Dinge gibt. Aber gegen schlechte Dinge kann man sich weitgehend schützen! Die guten Dinge sollte man dagegen nutzen!
    Bisher hat „nebenan.de“ die gute Seite, dass auch völlig alleinstehende Menschen mit Bewegungs-und anderen Einschränkungen darüber zu Kontakten kommen. Viele Äußerungen zeigen jedoch, dass anderen gegenüber jeglicher Respekt fehlt. Die eigenen Kenntnisse und die Lebenserfahrung sind leider oft extrem gering. Das Ego ist nicht das Wichtigste im Leben. Das zeigt sich, wenn man logisch, analytisch Denken gelernt hat, wirklich alt wird und sich dementsprechend verhält. Leistung bedeutet auch immer Gegenleistung. Echte Geschenke ohne Gegenleistungsgedanken sind etwas ganz Seltenes, aber ein Mensch ist dazu in der Lage.

    1. Arno Welzel

      Ich habe kein Problem damit, wenn etwas angeboten wird und dafür eine Gegenleistung erwartet wird. Was mich an „nebenan.de“ gestört hat war, dass man so tut, als ginge es um ein gemeinnütziges Projekt für Nachbarschaftskontakte, obwohl dahinter ein Unternehmen steckt, dass etliche Millionen EUR investiert und selbstverständlich damit vor Allem Geld verdienen will.

      Wenn Nachbarn untereinander Kontakte knüpfen wollen, geht das auch einfach so, von Mensch zu Mensch.

    2. E
      Elanne

      Gut, ich habe Bewegungseinschränkungen. Ich komme auf nebenan.de auch nicht weiter. Vielleicht bin ich ja blöd, oder das Ganze ist sehr kontrolliert.
      Ich habe schon seltsame Dinge erlebt. Okay, ich hätte mich eher schlau machen sollen.
      Trotzdem: ich muss mir ja Hilfe suchen.

      1. E
        Elanne

        DA bin ich nochmal. Das Unternehmen bezeichnet sich jetzt als soziales Unternehmen. Um Geld zu erbetteln. 3 Euro pro Monat, das bekommen Sozialhilfeempfänger gerade mehr dies Jahr. Soziales Unternehmen nennen sich jetzt auch Betriebsberater, durcheinander mit Sozialunternehmen.
        Steuerliche Vergünstigungen etwa noch? Oder will man uns übers Ohr hauen?

  12. N
    Nicole

    Ich kann mich nur den positiv eingestellten Vorrednern Nicoleanschließen: ich habe Freunde gefunden, nette Kontakte gehabt, Grünzeug aus einem fremden Garten schnell und unkompliziert erhalten, sowie selber Sachen abgegeben, die ich nicht mehr brauchte. Die Idee hinter der Plattform „nebenan.de“ gefällt mir weiterhin. Bisher sehe ich auch keine Werbung, sondern nur unter einem Button die Möglichkeit, mir lokale Geschäfte anzeigen zu lassen. Unaufdringlicher geht´s nicht.
    Mag sein, dass es sich irgendwann anders entwickelt, aber bisher sehe ich ausschließlich positive Nutzungsmöglichkeiten. Hoffentlich bleibt´s so! :-)

  13. C
    Christiane

    Irgendeiner muss immer meckern 🤦🏼‍♀️

    1. E
      Elanne

      Nein!Nein!
      Internetseiten kosten Geld. Wo ist es her?

      1. Arno Welzel

        Meine Website kostet auch Geld – aber das bezahle ich aus eigener Tasche, da ich nur die Miete für Server bezahlen muss und die laufende Wartung selber leiste. Auch habe ich nicht vor, mit meiner Website Geld zu verdienen – das ist ein rein privates Projekt. Deshalb gibt es hier keine Werbung und nichts, wofür man Geld bezahlen muss.

        Wenn aber ein Unternehmen wie Burda einen zweistelligen Millionenbetrag in „nebenan.de“ investiert, und von einem erfolgreichen Geschäftsmodell spricht, wie hier berichtet (wie auch im Artikel erwähnt), muss schon die Frage erlaubt sein, womit das Geld denn verdient werden soll. Mitgliedsbeträge werden nicht erhohben – also gilt logischerweise, dass die Mitglieder selbst die Ware sind, mit denen Geld verdient werden soll.

        1. E
          Elanne

          Genau das meine ich. Aber nicht unsere Cents bringen was, sondern unsere Daten werden verkauft.

  14. G
    Gabriele Beekmann

    Es ist keineswegs gegeben, dass gute Nachbarschaft vom Himmel fällt. Es sollte zunächst einmal ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass man/frau helfen kann. Dass Menschen nicht vor Gericht gezerrt werden, weil die Birke zu viel Schatten spendet und, ach du liiiebe Zeit, auch noch Blätter verliert.
    Dass auch zivilisierter Austausch möglich ist. Dass freundliche Nachbarn von aufgeblasenen Frauen oder Männern nicht aus der Nachbarschaft getrieben werden.
    Dass es bei dem Bedürfnis, sich „Daheim“ wohl zu fühlen erfahrene Leitungspersonen gibt.
    Ein ebenso großes, wie auch zum Teil trauriges Thema.

  15. K
    Katharina

    Danke für den Artikel – sehr spannend!
    Bei so vielen spendenfreudigen Großunternehmen braucht „nebenan.de“ meine Spende wahrlich nicht.
    Der Nutzen ist fantastisch, und solange man zu nichts gezwungen wird, ist es für mich in Ordnung. Da habe ich bei WhatsApp/Facebook viel größere Bedenken.
    Katharina

  16. Angelina

    Wer sich von schönen Worten, wie Mitmenschlichkeit und Nachbarschaftshilfe, beeindrucken lässt, der glaubt auch, dass ein in Berlin ansässiges Unternehmen Interesse an guter Nachbarschaft in irgendwo hat. Gute Nachbarschaft entsteht m.M.n. ganz ohne äußere Unterstützung. Ohne dafür einem gewinnorientierten Unternehmen seine persönlichen Daten zu übermitteln und erst recht, ohne moralisch, oder politisch motivierte Anleitung. Wenn ich mich mit meinen Nachbarn stärker vernetzen will, kann ich einfach Telefonnummern tauschen. Freundliches Grüßen, ein Schwätzchen am Gartenzaun, oder einfach nur ein Schildchen mit: „hier, wer mag kann mitnehmen was ich rausgestellt habe“, tun es auch. Und dass man sich in der Nachbarschaft gegenseitig hilft und zur Seite steht, wo es möglich ist, ist eine Selbstverständlichkeit, die nicht von Fremden gesteuert werden muss. Ich habe ja nicht grundsätzlich etwas dagegen, dass jemand mit einer guten Idee gutes Geld verdient, aber dagegen, dass er nicht mit offenen Karten spielt.

  17. R
    Reimilus

    Ich nutze die Plattform schon eine ganze Weile, und habe dadurch doch schon einige nette Erfahrungen gemacht. Es wird unter anderem Hilfe angeboten oder eben von mir geleistet. Viele kleine und größere Dinge werden auch verschenkt. Gemeinsame Aktivitäten wie Doppelkopf – Runden in’s Leben gerufen, usw.. Bis jetzt bin ich vor kurzem auch erst einmal, um eine freiwillige Spende, die z.B. 3 € im Monat betragen kann, gebeten worden. Also damit kann ich leben. Helmut

  18. T
    Tom

    Nebenan.de ist ganz OK.

    Leider wurden meine Hinweise zur Software nicht beachtet.
    Mir wurde zwar geantwortet, dass sie geprüft werden, aber das war’s dann auch.

    Naja, das Grundprinzip von neuen Plattformen ist halt immer das gleiche: Später mal Werbung / gebührenpflichtige AddOns. Aber solange der Nutzen überwiegt kann ich die Nutzung empfehlen.

  19. C
    Christine

    Da schau‘ her, wieder einer, der Geld meint und „Menschlichkeit“ propagiert. Gefällt mir nicht! Danke für den Artikel!
    Christine

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