Warum ich WhatsApp nicht nutze

Kürzlich war bei heise.de (https://heise.de/-4421379) folgende Meldung zu lesen:

WhatsApp leidet an einer Sicherheitslücke (CVE-2019-3568), die Unbefugten Fernzugriff auf das jeweilige Gerät erlaubt. Der Angreifer kann die Spyware einfach durch einen WhatsApp-Anruf in das jeweilige Gerät einschleusen, selbst wenn der Angerufene gar nicht abhebt. Seit Montagabend gibt es einen Patch.

Außerdem gab es schon letztes Jahr Berichte darüber, dass WhatsApp Nachrichten scannen wird, um personalisierte Werbung zu zeigen, was mittlerweile wohl auch der Fall ist:

WhatsApp will Werbung schalten und Verschlüsselung schwächen (Perspektive online)

Werbung bei WhatsApp: Jetzt wird Geld verdient! (heise)

Diese und etliche andere Ereignisse dieser Art (ich erinnere da auch an den „Cambridge Analytica“-Skandal bei Facebook) habe mich bisher davon abgehalten, WhatsApp auf irgendeinem meiner Geräte zu installieren und zu nutzen und ich werde das auch künftig nicht tun.

Wer WhatsApp verwendet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass man potentiell angreifbar ist. Einerseits ist der Quellcode von WhatsApp nicht offengelegt, so dass niemand weiß, welche möglichen Hintertüren und Sicherheitslücken dort existieren, andererseits ist WhatsApp durch die riesige Zahl der Nutzer auch ein attraktives Ziel für Angriffe.

Alternative zu WhatsApp

Als Alternative kann ich „Signal“ empfehlen. Das ist ein freier Messenger, dessen Quellen auch offengelegt sind und der auch von Sicherheitsexperten empfohlen wird. Auch Edward Snowden nutzt und empfielt diese App. Wie bei WhatsApp genügt auch hier die Mobilnummer zur Anmeldung und zur Kontaktaufnahme mit anderen Personen, wobei der Betreiber von Signal keinen Zugriff auf diese Daten hat und ebenso alle Nachrichten verschlüsselt sind und nur von den Beteiligten Personen gelesen werden können.

Desweiteren kann man wie bei WhatsApp auch in Signal Gruppen anlegen und darin gemeinsam Nachrichten austauschen und auch verschlüsselte Audio- und Videoanrufe damit ausführen. Unter Android kann Signal auch für SMS genutzt werden (bei iOS ist das aus technischen Gründen nicht möglich).

Ebenfalls vorhanden sind Desktop-Anwendungen, für die man aber zwingend vorher die App auf einem Smartphone installieren muss. Für die Nutzung der Desktop-Anwendungen erfolgt die Authorisierung mit einem QR-Code, der auf dem Desktop angezeigt und von der Smartphone-App eingescannt wird.

Website von Signal: https://signal.org

App für Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=org.thoughtcrime.securesms

App für iPhone: https://itunes.apple.com/de/app/signal-private-messenger/id874139669?mt=8

Quellen bei Github: https://github.com/signalapp

Ein Gedanke zu „Warum ich WhatsApp nicht nutze“

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag! Diese Seite von WhatsApp habe ich noch gar nicht bedacht. Mir ist lediglich bewusst, dass dessen Nutzung formal eine strafbare Handlung ist, da damit alle persönlichen Daten der Kontakte in meinem Smartphone letztlich an Facebook übermittelt werden, ohne jeden um Erlaubnis zu fragen (bzw. ohne mich vorher dazu aufzufordern, das zu tun). Siehe https://it-consulting-stahl.de/2018/05/nutzung-von-whatsapp-strafbar – hier würde ich gern noch auf deinen Beitrag verweisen :-).

    Allerdings komme ich für verschiedene Zwecke leider nicht umhin, WA dennoch zu nutzen. Denn viele meiner Kontakte sind nicht bereit, auf Signal o.ä. umzusteigen, womit mir nur der Abbruch des Kontakts bliebe… Wo immer es geht, nutze ich Signal, Telegram oder Threema.

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