Umbau ICY BOX IB266 zu USB

Dieser Umbau erfolgt auf eigene Gefahr und ist nicht offiziell vorgesehen. Ich übernehme keine Haftung für Schäden durch eigene „Bastelarbeiten“!

Die hier erläuterte Umbaumöglichkeit gilt in ähnlicher Weise auch für das Nachfolgemodell IB290. Die Anleitung ist allerdings schon einige Jahre alt (Stand August 2015) und wurde nur zu Archivierungszwecken aufgehoben. Ich nutze das System selber nicht mehr in dieser Form.

Von Raidsonic gibt es einen recht praktischen Wechselrahmen für 2,5″-SATA-Festplatten – IB266. Die Festplatte wird in ein Gehäuse eingebaut, dass auch mobil benutzt werden kann und sowohl einen eSATA- wie auch einen USB-Anschluß und einen Anschluß zur Stromversorgung bietet. Für den stationären Betrieb dient ein Einschub für einen 3,5″-Schacht, der die Festplatte mit Strom versorgt und die Verbindung über SATA herstellt.

SATA ist grundsätzlich keine schlechte Idee – hohe Übertragungsraten und „native“ Ansteuerung der Festplatte. Um die Festplatte aber im laufenden Betrieb einsetzen oder entfernen zu können, muß Hotplugging einwandfrei funktionieren – was leider nicht immer der Fall ist. Zudem ist der eSATA-Anschluß, der für die Verbindung verwendet wird, relativ schwergängig, was besonders das Entfernen der Festplatte nicht gerade einfacher macht.

USB ist eine Alternative – zumal die Stromversorgung im Wechselrahmen über einen eigenen Stecker erfolgt und nicht den USB-Port beansprucht. Zwar ist USB langsamer als SATA, dafür kann man die Festplatte im laufenden Betrieb problemlos anschließen und auch wieder entfernen, ohne Datenverluste befürchten zu müssen (wichtig: die Festplatte sollte vor dem Entnehmen explizit abgemeldet werden!). Es gibt zwar auch fertige Wechselrahmen mit internem USB-Anschluß – diese versorgen aber leider oft die Festplatte nicht separat mit Strom, was oft Probleme wegen Überlastung des USB-Ports macht.

Erfreulicherweise ist der Wechselrahmen so aufgebaut, dass man ihn mit dem mitgelieferten Mini-USB-Kabel recht einfach umrüsten kann. Es passen auch andere Mini-USB-Kabel, solange die Form des Steckergehäuses identisch ist.

Der Umbau

Der Wechselrahmen hat einen beweglichen Schieber, der dafür sorgt, dass man die Festplatte vollständig einschieben kann und sie später auch wieder herausbekommt. Ich habe übrigens den mittleren Quersteg etwas bearbeitet, da die harte Kante gelegentlich dazu geführt hat, dass sich das Festplattengehäuse beim Entnehmen „verhakt“ hat (ein Klick auf das jeweilige Bild zeigt eine größere Ansicht).

ICY BOX IB266
Wechselrahmen von oben

Wenn man den Wechselrahmen umdreht, erkennt man, dass der Schieber mit vier Schrauben verschlossen ist. Wenn man diese Schrauben entfernt, gelangt man an die „Innereien“.

ICY BOX IB266
Wechselrahmen von unten

Hier sieht man, dass die Anschlußkabel für die Stromversorgung und SATA nur in den Schieber hineingelegt sind. Auch erkennt man, dass neben dem SATA-Stecker ein freier Platz für einen USB-Stecker ist :-)

ICY BOX IB266
Festplattenaufnahme geöffnet

Nun kann man einfach den SATA-Stecker herausnehmen und statt dessen den USB-Stecker an den vorgesehenen Platz legen (mit der breiteren Seite nach oben).

ICY BOX IB266
USB statt SATA

Schließlich wird das Ganze wieder verschraubt. Die Schrauben vorsichtig anziehen! Die Plastikgewinde können beim Anziehen leicht zerstört werden! Am besten man dreht die Schrauben zuerst vorsichtig nach links, bis man spürt, dass man das Gewinde getroffen hat und die Schraube sich auch wieder leicht nach rechts drehen lässt. Auf keinen Fall die Schrauben „anknallen“ – vorher geht das Gewinde kaputt!

ICY BOX IB266
Fertiger Umbau

Bevor man den Wechselrahmen wieder einbaut, sollte man unbedingt prüfen, ob die Festplatte sich leicht einschieben lässt und der USB-Stecker korrekt verbunden wird. Es kann sein, dass der Stecker nicht perfekt gerade ist und das Einstecken der Festplatte Probleme bereitet — dann hilft evtl. ein anderes Kabel oder das vorsichtige „zurechtbiegen“ des Steckers. Auch die Ausrichtung des Steckers kann verkehrt sein — dann muß man das Teil nochmal zerlegen und den Stecker umdrehen. Bei mir ging es aber ohne Probleme.

Für die Stromversorgung kann man weiterhin den separaten Stecker verwenden — eine Lösung, die ich auch dringend empfehle, da praktisch keine 2,5″-Festplatte existiert, die in allen Situationen mit den 2,5 Watt auskommt, die USB maximal liefert (siehe dazu auch Mini-FAQ: Notebook-HDDs an USB). Wenn man mit einem Lötkolben umgehen kann, bietet es sich an, das USB-Kabel so zu modifizieren, dass man es an einen freien Stecker des Mainboards anschließen kann. Es gibt auch PCI- oder PCIe-Erweiterungskarten, die eine interne USB-Buchse bieten.

Bei meinem Exemplar war das mitgelieferte USB-Kabel „normgerecht“ – „D-“ ist weiß, „D+“ ist grün und Masse ist schwarz. Die Abschirmung und +5V müssen nicht verbunden werden, da die Stromversorgung ohnehin separat erfolgt und die Abschirmung auch seitens der Festplatte verbunden wird.

Ergebnis

Auch wenn USB deutlich langsamer ist, als SATA – die Transferrate über USB 2 mit einer 160 GB-Festplatte von Western Digital liegt bei durchschnittlich 25 MB pro Sekunde, was mir für inkrementelle Backups vollkommen ausreicht. Dafür habe ich nun eine Lösung, die auf jeden Fall einen Wechsel im laufenden Betrieb unterstützt, unabhängig davon, ob der SATA-Controller auf dem Mainboard und die Treiber dazu dies unterstützen. Schließlich kann die Festplatte auch wesentlich leichter wieder aus dem Rahmen entfernt werden, da der USB-Stecker deutlich leichtgängiger ist.

Möchte man später doch wieder SATA benutzen, kann man die Änderung jederzeit auch leicht wieder rückgängig machen.

Alternativen

Für Datensicherungen nutze ich persönlich mittlerweile ein RDX-Laufwerk. Das ist zwar teurer, dafür aber auch deutlich robuster und es wird vom System als Wechselmedium erkannt.

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