Patent-Trolle und RC4

Manche Meldungen würde man nicht glauben, wenn man sie nicht selbst gelesen hat (und auch dann reibt man sich verwundert die Augen). Siehe dazu auch http://www.heise.de/security/meldung/Newegg-verliert-Patentstreit-zu-RC4-Verschluesselung-2053971.html und http://arstechnica.com/tech-policy/2013/11/jury-newegg-infringes-spangenberg-patent-must-pay-2-3-million/.

Der Online-Versandhändler Newegg hat in einen Rechtsstreit gegen TQP Development verloren und wurde zur Zahlung von rund 2,3 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt, weil sie SSL mit RC4 verwenden – eine gebräuchliche Technologie, die von Millionen von Websites eingesetzt wird.

TQP Development hat seit 2008 schon von rund 140 Firmen (darunter auch Microsoft und Amazon) im Rahmen „gütlicher Einigung“ etwa 45 Millionen US-Dollar kassiert und sich bereits an weitere „Kunden“ gewandt.

Nun ist RC4 für SSL ohnehin nicht mehr als sicher anzusehen und sollte nicht mehr verwendet werden – aber dass jemand damit durchkommt, allein auf fragwürdigen Grundlagen etliche Millionen an Geldern einzusammeln, ist für mich ein weiteres Indiz dafür, dass Patente im Bereich Software kaum mehr sind, als die Garantie für stete Einnahmen für Firmen, deren einzige „Leistung“ darin besteht, rechtzeitig die richtigen Patente aufgekauft zu haben. Jedenfalls kenne ich keinerlei Produkte oder Dienstleistung von „TQP Development“.

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