Meine Erfahrung mit Vasektomie

Auch wenn es noch ein bisschen dauert – aber ich gehe langsam auf die 50 zu und das Thema „Nachwuchs“ ist bei mir definitiv vorbei. Bisher habe ich Kondome verwendet, aber in einer festen Partnerschaft wäre es auch schön, wenn man darauf verzichten kann, ohne dass die Partnerin sich ständig Hormone zuführen oder eine Spirale in der Gebärmutter tragen muss.

Die Lösung für mich: Vasektomie – ein Eingriff, bei dem die Samenleiter durchtrennt werden. Die Spermien, die nun im Körper verbleiben, werden einfach abgebaut – sonst ändert sich nichts. Insbesondere bleibt der Hormonhaushalt unverändert und damit auch das sexuelle Empfinden. Auch das Ejakulat ändert sich nicht wesentlich in Menge oder Konsistenz, da die fehlenden Spermien einen Anteil von nur etwa 5% ausmachen.

Ich berichte hier über meine Erfahrungen mit dem Eingriff, um anderen Männern, die noch unschlüssig sind, ob sie so einen Eingriff vornehmen lassen sollen, die Ängste zu nehmen, die damit verbunden sein können.

Kosten

Die Kosten für eine Vasektomie müssen selbst getragen werden und liegen in einer Größenordnung von etwa 300-500 EUR, je nach dem, für welche Variante man sich entscheidet.

No-Needle-No-Scalpel-Vasektomie

Die „traditionelle“ Variante der Vasektomie besteht darin, nach einer örtlichen Betäubung mit einem Skalpell einen oder zwei kleine Schnitte oberhalb des Hodensacks zu machen, über die man dann dann an die Samenleiter gelangt, um sie zu durchtrennen. Nach dem Eingriff werden diese Wunden vernäht und brauchen dann einige Wochen, bis sie wieder verheilt ist, wobei die Dauer der Heilung natürlich individuell unterschiedlich ist. Der benutzte Faden löst sich von selber auf.

Eine andere Variante, für die ich mich entschieden habe, ist die sogenannte No-Needle-No-Scalpel-Vasektomie. Das ist ein minimal-invasiver Eingriff ohne Spritze und Skalpell, der auch ein geringeres Risiko für nachträgliche Komplikationen hat.

Wie bei jeder Operation wird der Bereich vorbereitend großflächig mit einer Desinfektionslösung eingerieben. Die Körperbehaarung musste ich vor dem Eingriff nicht entfernen, das mag aber je nach Arzt auch anders sein.

Der unangenehmste Teil ist das Auffinden des Samenleiters durch den Arzt. Dazu muss der Arzt oberhalb des Hodensacks recht ausführlich tasten, wo sich der Samenleiter genau befindet. Der Arzt hat aber jeden Schritt auch vorher angekündigt und erklärt, was er tut.

Nachdem der Samenleiter gefunden ist, erfolgt an der Stelle, wo der Eingriff dann stattfinden wird, eine örtliche Betäubung mit einem speziellen Gerät als „Jet Injection“. Dabei wird Betäubungsmittel mit Luftdruck durch eine Düse in die Haut gedrückt. Ich habe dabei nur ein kurzes Zwicken gespürt.

Ist der Bereich dann örtlich betäubt, wird der Samenleiter in einer Hautfalte mit einer speziellen Klemme fixiert und gleichzeitig mit einem zweiten Instrument die Haut punktiert und nur soweit eröffnet, das der Samenleiter herausgezogen und entsprechend behandelt werden kann: durchtrennen, verschließen und wieder in das Gewebe zurücklegen. Beim Eingriff hat es ein bisschen gezogen, aber es war immer noch sehr erträglich. Die entstandene Wunde muss nicht genäht werden, da sie nur ein paar Millimeter groß ist und auch ohne Naht verheilt. Insgesamt hat der ganze Eingriff etwa 20 Minuten gedauert.

In ersten Stunden nach dem Eingriff war der ganze Bereich noch etwas empfindlich und ich hatte leichtes Ziehen in den Hoden. Der Schmerz war aber nicht sehr stark und hat mich nur dazu gebracht, etwas breitbeiniger zu gehen und mich insgesamt etwas zu schonen und mich ein paar Stunden hinzulegen.

Heilung und Nachsorge

Am zweiten Tag konnte ich schon den Verband abnehmen – das war dann noch einmal etwas unangenehm, weil der Verband mit einem großen Pflaster geklebt war, dass sich nicht ganz so einfach abziehen ließ. Eine der beiden Wunden hatte sich bereits geschlossen und hatte nur noch einen Schorf. Die andere Seite hat etwas länger gebraucht und war erst nach etwa einer Woche so weit, dass sie nicht mehr genässt hat. Bei meinen Rückfragen beim Arzt wurde mir aber bestätigt, dass das völlig normal ist. Jede Wundheilung verläuft anders und manchmal dauert es eben mal etwas länger. Ich habe die Stellen dann noch einige Tage mit einer speziellen Wundheilungssalbe unterstützt.

Die anfänglichen Schmerzen waren nach ein paar Tagen weitgehend vorbei. Die Hoden waren nur in den ersten Wochen noch etwas empfindlicher bei Berührung – aber auch das war in einem völlig erträglichen Rahmen. Was auch völlig unbedenklich ist: es können blaue Flecken auftreten, die aber nach einigen Tagen wieder verschwinden.

Die Empfehlung ist, dass man nach dem Eingriff einige Tage bis etwa eine Woche auf sexuelle Aktivitäten verzichtet und mindestens 10 Tage auf Sport oder andere körperliche anstrengenderen Aktionen, um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur soviel sagen, dass eine „Funktionskontrolle“ nach etwa 5 Tagen gut verlaufen ist, aber beim ersten Mal noch ein leichtes Ziehen in den Hoden veursacht hat.  Nach etwa einer Woche war aber auch das vorbei.

Nach knapp drei Wochen waren die Wunden noch nicht komplett verheilt, aber auf einem guten Weg. Auf längere Strecken mit dem Fahrrad habe ich zu diesem Zeitpunkt aber noch verzichtet. Wenn man aber keine Schmerzen mehr hat und die Wunden nicht mehr nässen, ist auch Radfahren grundsätzlich wieder möglich. Bei mir waren die Wunden nach etwa 6-7 Wochen verheilt und nur noch als kleine Narben sichtbar.

Die Unfruchtbarkeit tritt nicht sofort nach dem Eingriff ein, sondern erst nach etwa 2-3 Monaten, da noch Reste der Spermien in den Samenbläschen oberhalb der Prostata vorhanden sind, die erst nach etwa 30 Ejakulationen „ausgespült“ sind. Man sollte also in dieser Zeit durchaus nicht enthaltsam sein, aber eben auch weiterhin Verhütungsmittel einsetzen. Im Preis für die Behandlung inbegriffen ist auch die Durchführung zweier Spermiogramme nach dieser Zeit im Abstand von etwa 14 Tagen, um sicher zu sein, dass sich keine Spermien mehr im Ejakulat befinden.

Nach etwa 10 Wochen habe ich das erste Spermiogramm machen lassen. Dort wurde mir bereits bestätigt, dass keine Spermien mehr nachweisbar sind. Beim zweiten Test etwa zwei Wochen später wurde ebenfalls nichts mehr gefunden, so dass der Eingriff wie gewünscht verlaufen ist :-).

Fazit

Aus meiner Erfahrung kann ich eine Vasektomie als dauerhafte Verhütungsmethode auf jeden Fall empfehlen. An meinem Empfinden hat sich nichts geändert – es ist jetzt nur viel entspannter, weil man eben auch spontan seine Lust ausleben kann, ohne über Verhütung nachdenken zu müssen. Man sollte sich, wie bei allen Eingriffen dieser Tragweite, natürlich bewusst dazu entschließen und sich nicht drängen lassen.

Nachtrag: Aktueller Stand, acht Monate danach

Mittlerweise ist der Eingriff fast 11 Monate her. Die anfangs noch leicht sichtbaren Narben vom Eingriff sind mittlerweile komplett verschwunden. Es gab in den ersten Monaten ab und zu ein leichtes Ziehen in den Hoden, was aber mittlerweile ebenfalls komplett vorbei ist.

An meiner ursprünglichen Einschätzung ändert sich dadurch nichts. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis.

Nachtrag: Aktueller Stand im November 2020

Auch nach mittlerweile über drei Jahren habe ich weder Schmerzen noch irgendwelche Veränderungen des Testosteron-Spiegels. Ebenso hat sich mein Sexualleben nicht negativ verändert.

In den letzten Jahren gab es hier einige Kommentare von Männern, die mit ihrer Vasketomie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich kann diese Erfahrungen nicht beurteilen, sondern nur zur Kenntnis nehmen. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass man einen Eingriff dieser Art ausschließlich dann machen darf, wenn man sich selbst aus freien Stücken dazu entschieden hat und niemals, wenn man dazu gedrängt wird.

45 Gedanken zu „Meine Erfahrung mit Vasektomie“

  1. T
    T.A

    Guten Abend,

    Ich wollte auch mal einen Kommentar hinterlassen.

    Meine vasketomie ist vor 4 Tagen gemacht worden. Ich habe bemerkt, dass mein Sperma verändert ist und ich Schmerzen in der Leiste habe und das Gehänge auch durch das runterziehen, schmerzen macht.

    An der Stelle, wo links der Samenleiter durchtrennt wurde, ist ein Kirschgroßer Knoten entstanden.

    Spermagranulome soll das wohl sein laut google…

    Ich bin mal gespannt, was ich da machen muss und wie es alles verheilt.

    1. F
      Fabian

      Hallo…..nun nach 4 Tagen ist das alles ja noch „normal“. Wie auch andere geschrieben haben musst man sich einfach Zeit lassen. Ich denke die bereits schon mal genannten 4-6 Wochen sind sehr realistisch.
      Bei mir sind es nun seit gestern 4 Wochen her und ein ziehen und zwicken ab und an ist noch immer zu verspühren. Nicht schlimm aber spührbar.
      Zwei Wochen nach der Vaso war auch bei mir ein Knoten da, welcher als Fadengranulom taxiert wurde. Nun 2 Wochen später ist er schon um einiges geschrumpft. Ich bin guter Dinge das sich dieser in den nächsten Wochen komplett auflöst.
      Wie gesagt ist es Wichtig sich Zeit zu lassen.

      Gruss Fabian

  2. I
    Ivo

    Hast du eine Ahnung Martin… ob Pille oder Spirale, alles ist negativ für die Gesundheit und sollte verboten werden.

    Ganz nebenbei ist die Pille, der schlimmste Nährstoffräuber. Darüber gibt es mehr Studien als ich Haar auf dem Kopf habe ;) National Health and Nutrition Examination Survey + Eur Rev Med Pharmacol Sci

    WHO… die 28 Studien mit mehr als 12 500 am Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen erfasst, hat einen lange bestehenden Verdacht bestätigt: Es gibt danach einen Zusammenhang zwischen der langfristigen Einnahme hormoneller Verhütungsmittel und bösartigen Tumoren der Gebärmutter. Im Vergleich zu Frauen, die nie die Pille eingenommen haben, steigt das Risiko auf das Doppelte nach zehnjähriger Einnahme. Nach Absetzen der Pille scheint das Risiko wieder abzunehmen.

    Oxford Uni… Die Einnahme der Pille und andere Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung könnten das Brustkrebsrisiko erhöhen – besonders bei Frauen ab 40. Das geht aus einer Langzeitstudie hervor.

    New England Journal of Medicine: Frauen zwischen 15 und 50 Jahren über einen Zeitraum von durchschnittlich elf Jahren. Dazu gehörten auch detaillierte Angaben zu 11.500 Brustkrebs-Patientinnen. Risiko für Brustkrebs, Schutz vor Darmkrebs „38 Prozent mehr Risiko“

    Ob bei Frau oder Mann im Hormonhaushalt eingegriffen wird, beide haben dadurch ein erhöhtes Risiko.

    Grüße

    1. A
      Armin Pröbstl

      Glaub nicht allen sogenannten Wissenschaftleren!

      1. A
        Armin Pröbstl

        Habe 1998 bei mir eine opartive Vasektomie durchführen lassen mit einem damaligen Freund.Weder bei ihm noch bei mir sind danach irgendwelche Probleme aufgetaucht.Okay,das pyische ist da nicht zu verachten.

  3. F
    Fabian

    Hallo
    Habe seit letzten Donnerstag meine Vasektomie hinter mir. Ich kriegte vom Arzt eine Salbe welche ich 1 Stunde vor Eingriff auf die Hoden streichen musste. Diese Salbe war dazu da, die Haut zu “ betäuben“ resp. unempfindlich zu machen. So spührte ich schon den Nadelstich der Spritze kaum. Es wäre auch die no Needle Methode bei diesem Arzt möglich gewesen, er praktiziert jedoch lieber die Spritze zur Betäubung, da diese scheinbar zuverlässiger wirke. Als die erste Seite sodann betäubt war gings zur Sache, das einzige was ich dabei spürte war das ziehen in der Leistengegend, als der Samenleiter fixiert wurde. Das ganze wurde dann nochmals auf der anderen Seite vollzogen. ich hatte mich übrigens für die no Scalpel Variante entschieden. Nach 20-30 Minuten wars vorbei. Die Betäubung wirkte noch ca. 4 Stunden nach. In den folgenden 2 Tagen nahm ich zur Schmerzlinderung 4 Ibu Tabletten. Ab dem 3. Tag waren die „Schmerzen“ ertragbar. Heute 5 Tage nach den Eingriff habe ich noch ab und an ein leichtes Ziehen im Bereich zwischen Hoden und Leiste.

  4. T
    Thomas Weiß

    Moin!
    Ich möchte auch gerne einen Beitrag leisten zu diesem Thema! Ich habe vor 7 Tagen eine Vasektomie an mir durchführen lassen. Habe viel gelesen, positives wie auch negatives. Ich bin 34 Jahre und habe zwei Kinder. Wir sind vollkommen bedient;-)
    Ich habe es aus freien Stücken entschieden, da der Eingriff bei der Frau ja doch größer ist.
    Ich hatte 5 Tage wirklich Schmerzen in beiden Hoden. Ab und zu ein zwicken in der Leiste.
    Jetzt wird es merklich besser und heute kamen die Fäden raus.
    In die Situation einer ungewollten SS möchte ich nicht mehr komme. Haben sehr viel durchgemacht. Jetzt sind wir safe und falls man doch iwann nochmal Nachwuchs möchte, besteht die Chance einer Rückwicklung.
    Vor 3 Tagen hätte ich jeden davon abgeraten aufgrund der Schmerzen, aber langsam geht’s bergauf!

  5. P
    Phil P.

    Ich bin jetzt 27 und hab mit 3 Kindern mehr als genug Nachwuchs gezeugt.
    Mein Eingriff ist nun erst 14 Tage her, ich hatte eine Vollnarkose aufgrund meiner Anatomie, ich habe noch leichtes ziehen und druckschmerzen im Hodenbereich; ich hatte keine selbst auflösenden Fäden und fande das Fädenziehen sehr schmerzhaft.
    Dennoch denke ich das es soweit gut verheilt ist.
    Der Samenerguss war meines Erachtens nach gleich aber dennoch etwas verändert.
    Alles in allem war ne gute Entscheidung.

  6. J
    Josef

    Ich kann dem Beitrag von Sylvia aus eigener Erfahrung leider zustimmen.
    Bei mir war die Vasektomie mit Anfang 50, nach abgeschlossener Familienplanung.

    Zuerst alles wunderbar, nach ca. 3 Jahren begannen dann die Probleme sich bemerkbar zu machen. Schlafstörungen, ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen wie bei einer Blasenentzündug, nachlassende Libido, geändertes Sexualempfinden, Hitzewallungen.
    Die Symptome kommen nicht schlagartig sondern schleichend und wellenförmig, es frisst sich so langsam ins Bewusstsein. Die einhellige Meinung der Ärzte war immer das es Alterbeschwerden sind, verkalkte Prostata, es gäbe keinen Zusammenhang mit der Vasektomie, und falls ja wäre das psychisch.
    Dann wurde bei mir eine Lungensarkoidose, also eine Autoimmunkrankheit, diagnostiziert. Die Sarkoidose war chronisch, ich hatte die Wahl zwischen Lungenvernarbung oder Kortisonnebenwirkungen.

    Vor zwei Jahren habe ich dann die Vasovasostomie, also die Refertilisierung, machen lassen. Mittlerweile ist meine Sarkoidose abgeklungen, das heißt die Lunge vernarbt nicht mehr weiter, die urologischen Probleme sind nicht mehr spürbar und es geht allgemeinbefindlich stetig aufwärts.

    Für mich ist die unkalkulierbare Knackpunkt in der Vasektomietheorie der problemlose Abbau des Spermas in den Nebenhoden. Das scheint nicht bei jedem Mann zu funktionieren, bei 50-80% der sterilisierten Männer können Autoantikörper gegen Spermien nachgewiesen werden. Meine Vermutung ist das mein Immunsystem durch den Spermaabbau dauerhaft gestresst wurde und dadurch unter anderem die Sarkoidose ausgelöst wurde.
    Klingt für mich logisch, ist aber nach Urologen-Leitlinien nicht denkbar.
    Ich möchte jetzt keinem Angst machen aber ich kann nur jedem empfehlen sich vor diesem Eingriff eingehend zu informieren, vor allem die englischsprachigen Foren sind da sehr ergiebig.

  7. W
    Wolle

    Hallo zusammen,

    ich (38, verheiratet, 2 Kinder) habe vor 1,5 Wochen die Vasektomie (Non Scalpel) machen lassen. Ich wurde örtlich betäubt. Davon habe auf jeder Seite 2 Einstiche der Spritze gespürt, was etwas zwickte. Danach konnte ich nur noch einen kurzen Moment die Spangen spüren, womit der Urologe die Samenleitungen fixiert hat. Der Eingriff (inkl. Naht) dauerte dann insgesamt ca. 15 Minuten. Die Betäubung hielt bei mir nach der OP ungefähr noch 4 Stunden an. In dem Zeitfenster habe ich mich dann noch gegen Covid19 mit (Biontech Comirnaty) impfen lassen können. Ich hatte hier zum Glück keine Nebenwirkungen.

    Bei mir war nach der OP alles erstmal ziemlich geschwollen. Mit Ibu war es aber erträglich. Nach 5 Tagen wurde am Skrotum dann eine blaue Färbung sichtbar, die heute in lila noch zu sehen ist. Mitlerweile ist es aber so, dass die Schwellung fast weg ist und ich wieder normal sitzen kann. Bis Vorgestern konnte ich nur auf der Stuhlkante platz nehmen.

    Fünf Tage nach der OP fingen die Fäden an, sich aufzulösen. Es tritt dabei eine Flüssigkeit aus, die wie Eiter aussieht. Heute sind die Wunden noch nicht zu, tun ohne Schmerzmittel auch noch etwas weh. Es tritt Wundflüssigkeit und etwas Blut aus, was nach Rücksprache mit meinem Urologen normal ist.

    Mein Sexualtrieb ist bisher garantiert nicht gebrochen und es ist noch alles voll in Funktion.

    Ich hoffe, dass die Wunden schnell heilen. Aktuell klemme ich mir Toilettenpapier zwischen Wunde und Bein, was ich bei jedem Toilettengang austausche, damit meine Hose nicht versaut. Hat hier jemand einen bessere Herangehensweise und kann Tips geben, wie die Wunden schneller verheilen?

    Wenn ich es nochmal machen lassen müsste, würde ich ein größeres Zeitfenster – also eher 1 Woche als 3 Tage – für einen Arbeitsausfall im Büro einplanen. Wer einen Stehschreibtisch hat und kein Schamgefühl, weil man läuft wie ein duellierender Cowboy, dem würden auch 3 Tage reichen.

    Mein Fazit bisher: Ich würde es voller Vorfreude auf eine Zeit mit Sex ohne Kondom wieder machen lassen, sofern nicht doch noch die hier beschriebenen Nebenwirkungen auftreten, wovon ich aktuell nicht ausgehe. Der Heilungsprozess scheint normal zu verlaufen.

    Viele Grüße

    1. W
      Wolle

      Meine Vasektomie ist nun 7 Wochen her. Die Wunden sind gut verheilt. Gelpflaster (Empfehlung!!!) haben den Heilungsprozess sehr positiv beeinflusst. Innerhalb von 2 Tagen seit Benutzung waren die Wunden zu. Das Gehänge ist nur noch minimal empfindlicher als vor dem Eingriff. Die erste Probe ergab, dass die Vasektomie bisher erfolgreich war. Ich komme aktuell leider weniger kraftvoll und und die Menge ist auch deutlich reduziert. Die Probe enthielt nur noch 10 ml. Vielleicht wird das wieder besser, wenn ich meine Ernährung und sportlichen Aktivitäten verbessere. Ansonsten ist bei mir alles gut.

  8. J
    Jürgen

    Hallo Zusammen,
    ich möchte hier auch kurz meine Erfahrungen zur Vasektomie teilen. Mein Eingriff ist jetzt genau 3 Wochen her. Ich habe das ganze unter Vollnarkose machen lassen, da ich irgendwie das Gefühl hatte ich möchte das ganze nicht unbedingt „mitbekommen“ wollen. Für mich war es eine gute Entscheidung. Eingeschlafen, Aufgewacht und es war vorbei. Die ersten zwei/drei Tage hatte ich einen leichten Druckschmerz gehabt, der aber nicht schlimm war und auszuhalten war. Als dieser vorbei war, hatte ich keinerlei Probleme mehr. Die Fäden haben sich mittlerweile aufgelöst und man muss schon genau hinschauen um überhaupt noch etwas zu sehen. An meinem Liebesleben hat sich nichts geändert. Alles ist genauso wie vorher, außer das etwas befreitere Gefühl im Kopf.
    Zusammenfassend kann ich es, wie auch schon einige andere hier, nur empfehlen. Wen man sich dazu bewusst entscheidet und es will, ist es aus meiner Sicht eine Verbesserung des Liebeslebens.

    1. G
      Giorgio

      Hi Leute

      Ich habe es vor 6 Tagen durchgezogen.
      Die OP selber war Unangenehm, aber das ist Zähne ziehen auch. Also man muss schon bischen Schlucken an sich, aber alles in allem maximal so schlimm wie Weissheitszähne.
      Die ersten 2 Post OP Tage waren schon mit ziehen, also sobald ich länger gelaufen bin hab ich gleich gemerkt dass das noch keine gute Idee ist.

      Mittlerweile habe ich die erste „Erfahrung“ hinter mir und es war gefühlt nichts anders wie davor. Nach 6 Tagen ist der Schmerz selber aber definitiv nicht weg und die OP stellen sind auch noch bisschen Blau (Von Anfang an schon).

      Ich kann jetzt natürlich nur von der OP an sich sprechen, da noch keine Erfahrungen in der Zeit danach, aber ich würds definitiv wieder machen, gesetzt dem Falle dass es auch gewirkt hat :-)

      Ach und bezahlt hab ich gute 400.

  9. D
    Dominik Strobel

    Hallo.
    Meine Vaso ist jetzt eine Woche her und mein rechter Samenleiter schmerzt noch deutlich. Ich hatte zwar einen Dämmerschlaf habe aber mitbekommen das der Urologe schon kräftig gezogen hat. Dort habe ich auch einen blauen Fleck neben dem Hoden. Meine Empfehlung ist eine Vasektomie machen zu lassen ohne Narkose/Dämmerschlaf bei einem Urologen eures Vertrauens. Wenn jemand einen Tipp für mich hat immer gerne…
    Gruß, Dominik

  10. A
    Arne

    Hier kurz meine Erfahrung. Mit 38 Jahren für Vasektomie entschieden, und kurzfristig Termin gemacht.
    OP dauerte 10 Minuten pro Seite bei lokaler Betäubung (keine große Praxis), dann schnell nach Hause ins Bett und Rest des Tages Beine hoch und kühlen. Die Fäden kamen nach 3 Wochen von selbst raus.

    Bereits nach drei Tagen habe ich probiert, „es“ mal zu tun – wider erwarten kein Problem und keine Schmerzen. Hat aber sicher 6 Wochen gedauert, bis sich das Gefühl des Eingriffs komplett gelegt hatte.

    Die Orgasmen sind anders – es fehlt das tiefe Kommen. Dieses „von unten“ ist vermutlich der Reflex, der die Hoden und Samenleiter zusammenzieht, und hier ist ja nun jetzt eine 2cm Unterbrechung, so das dass Kommen eher als flach und kurz beschrieben werden kann. Die Erregung ist eher ein schnelles aus – an – aus, und weniger eine linear ansteigende Anspannung. Das ist tatsächlich schade, weil es der persönlichen Sexualität schon eine gewisse Dimension wegnimmt. Richtig gutes Kommen gibt es jetzt auch nur noch nach einer gewissen Wartezeit (5-7 Tage), wenn genug Ejakulat erzeugt wurde – vorher war es halt abhängig von der psychischen Erregung.

    Ich bin froh es gemacht zu haben, weil es endlich Freiheit gibt, einfach mal loszulegen. Die Pille ist brutal für die Frau, und „Aufpassen“/Timing hat bei uns 2x nicht geklappt (in 8 Jahren), davon eine erfolgreiche Schwangerschaft. Vasektomie ist eine einfache und günstige Verhütung, mit oben genannten Nachteilen.

  11. N
    Nille

    Das find‘ ich aber mal richtig nett, dass du hier von dieser Methode der Verhütung schreibst! Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden, dass es diese unschädliche effektive Verhütungsmethode als Alternative zu den allesamt (und teils sehr) ungesunden und meist weniger effektiven Mitteln auf Seiten der Frauen gibt.

    Hut ab!

    (Wir haben unser letztes Kind bekommen, ich hab auch einen Termin :)

  12. T
    Thomas

    Habe meine Vasektomie 2020 im Lockdown mit 49 Jahren hinter mich gebracht, weil meine Partnerin die Pille aus medizinischen Gründen nicht mehr nehmen durfte (passte gerade super mit Kurzarbeit und so).
    Konventionell durchgeführt und mit keinerlei negativen Folgen. Keine Narben mehr zu sehen. Das Ziehen in den Leisten hat länger gedauert als erwartet, aber das war auch alles (und laut Aussage des durchführenden Arztes immer noch im zu erwartenden Rahmen).
    Alles was mich ärgert war, dass ich das nicht schon viel früher habe machen lassen (der Arzt meinte „wenige Leute denken so gründlich darüber nach, wie Sie; das letzte Mal waren Sie vor 11 Jahren deswegen hier“ :-) ).
    Der Sex ist deutlich besser geworden (erstens deswegen, weil man sich keinen Kopf mehr machen muss; zweitens weil das Absetzen der Pille bei meiner Partnerin so einiges zum Vorteil verändert hat).

    Mein Tip: einen Urologen auswählen, der Erfahrung und Routine mit dem Thema hat.

    Ich find’s gut, dass Du hier so offen darüber plauderst; das wird vielen Männern helfen.

    Gruß, Thomas

  13. B
    Bernhard

    Hallo zusammen,
    erstmal ein großes Lob an all diejenigen, welche sich Überhaut zu dem Thema äußern.
    Meine Vasektomie lieg nun gut 23 Jahre zurück und ich kann bis heute keinerlei Beschwerden oder Einschränkungen feststellen. Ich habe dies allerdings schon im Alter von 35 Jahren vornehmen lassen, was ggf. auch mit eine Rolle spielt. Ich finde es schade, dass einige schlecht Erfahrungen und Schmerzen nach dem Eingriff hatten. Für mich war es mit einer meiner besten Entscheidungen und hat mir so einige erspart.

  14. S
    Sebastian

    Hallo Zusammen, schön dass man sich zu diesem Thema austauschen kann! Ich habe mich vor einer Woche ebenfalls für die No Skalpell Methode entschieden und kann für den Moment natürlich nur über den Eingriff berichten. Der Eingriff dauerte ca. 10-15 min und ich habe weder ein Ziehen oder einen anderen Schmerz wahrgenommen. Auch die Betäubung war absolut schmerzfrei, viele berichten über ein kurzes Ziehen oder dass es unangenehm sei. Aber jeder Mensch ist da anders. Nach dem Eingriff habe ich mich ein paar Tage körperlich geschont, was aber gar nicht nötig war. Ich hatte komischerweise null Schmerzen, hier und da ein leichtes Ziehen und die Hoden sind noch ein wenig empfindlich, was aber in den nächsten Wochen wieder verschwinden sollte. Die Wunde ist komplett verheilt, habe weder blaue Flecken, irgendwelche Knoten oder Entzündungen und die Wunde ist fast nicht mehr sichtbar. Zum Thema Sex kann ich natürlich noch nicht viel sagen. Nur so viel: ich hatte bereits ein Mal Sex und er ist unverändert :) ich werde das Ganze beobachten und ein Update zum Verlauf geben. Ich kann es jedem nur empfehlen, es zu tun. Nur sollte man ein paar Dinge beachten. Es ist und bleibt eine OP, also lasst euch von einem Arzt gut beraten, damit ihr über Nebenwirkungen und Komplikationen aufgeklärt werdet! Seid absolut sicher, dass ihr das auch wirklich wollt! Vor allem in eurem Kopf, denn da spielt sich alles ab! Ich habe mit meinem Arzt ausführlich darüber gesprochen, auch dass einige im Nachhinein über mangelndes Lustgefühl, Testosteronabbau, Sex ist nicht mehr der gleiche etc. berichten. Dieser meinte, dass dies oft psychologische Ursachen hat weil im Unterbewusstsein das noch nicht angekommen ist oder aber sich einredet, dass die Männlichkeit nicht mehr die gleiche ist weil jetzt was fehlen würde. Zu den Langzeitfolgen habe ich folgende Aussage bekommen. Wenn eine potenzielle Gefahr durch die Vasektomie ausgehen würde, dann würde man diesen Eingriff sicherlich nicht mehr durchführen. Schließlich will man dem Patienten ja nicht unnötig einer Gefahr aussetzen und absichtlich „krank“ machen. So, genug erzählt ;)

  15. J
    Jan

    Meine Vasektomie ist nun 4 Jahre her und ich würde es jederzeit wieder machen. Ich habe keinerlei Einschränkungen, Schmerzen oder sonst etwas. Meine Lust ist absolut gleich geblieben und es funktiert alles so, wie es sein soll.
    Der einzige Unterschied zu früher ist, dass man nicht mehr mit der „Gefahr“ einer Zeugung poppt.
    Die Entscheidung habe ich aber für mich gezogen und bin nie dazu gedrängt worden. Ich wollte es für mich. Vielleicht ist auch das ein Grund.

  16. C
    Christian

    Ich freue mich für alle, bei denen die Vasektomie schmerzfrei verläuft. Bei mir ist es das nicht.
    Bereits während der OP gab es ein starkes Ziehen in der linken Leiste. Das ist seit dem nicht mehr weggegangen. Bücken, heben, Sport, mit den Kindern toben – alles nicht mehr drin, da es sehr schmerzhaft ist. Sex – come on.
    Ich habe zu meiner Frau gesagt, dass es nicht geht, auf Grund der Schmerzen und ich keinen Spaß mehr an Sex habe. Aus dem Gesichtspunkt das perfekte Verhütungsmittel.
    Scherz bei Seite – ich würde es niemals wieder machen! Mein Leben besteht zur Zeit nur noch aus Schmerzen!

    1. Arno Welzel

      Dass es bereits während des Eingriffs Schmerzen in der Leiste gibt, ist aber sehr ungewöhnlich, da das ein komplett anderer Bereich des Körpers ist, als die Hoden, wo der Eingriff stattfindet. Ich würde das unbedingt(!) auf Leistenbruch untersuchen lassen! Möglicherweise ist der Leistenbruch zufällig aufgetreten, während Sie sich für den Eingriff in Position gebracht haben. Sowas kann sehr üble Folgen haben, wenn man das unbehandelt lässt. Daraus kann ein akuter Notfall entstehen, an dem man sterben kann.

      1. C
        Christian

        Wurde untersucht ist es nicht.
        Aber danke der Fürsorge.

        Wie gesagt, es ist schön, wenn jemand es ohne Komplikationen hinter sich bringen kann. So harmlos wie es oft dargestellt wird ist es aber nicht!

        Männer – lasst euch von euren Frauen nicht dazu drängen!

        1. Arno Welzel

          Sich zu einer Vasektomie überreden lassen, obwohl sich eigentlich unsicher ist, ob man das wirklich will? Das sollte man in der Tat nie tun!

          Nicht selten ist es dann auch der psychologische Aspekt ein Problem – was man eigentlich nicht wollte, wird danach um so unangenehmer, selbst wenn es gar keine körperlichen Gründe für die Schmerzen gibt.

          Bei mir ist auch heute noch alles völlig in Ordnung. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen eine schmerzfreie Zukunft.

        2. S
          Sascha

          Hallo Christian bei mir ist es jetzt 10 Tage her. Ich sehe es genau wie du ich hab extreme Schmerzen und bereue diesen Eingriff ohne Ende. Schon während der OP hatte ich am rechten Sammenstrang schmerzen das ich bald an die Decke gegangen bin.

    2. S
      Sylvia

      Hallo Christian bzw. andere Schreiber,
      ich habe mit großem Interesse die zahlreichen Veröffentlichungen gelesen und möchte gern mein gesammeltes Wissen hierzu mitteilen.
      Urologen behaupten gern, es ändert sich nichts. Potenz, Libido – alles bleibt beim Altem.
      Das ist leider nicht an dem. Das Ärzteblatt, Ausgabe 2014 sagt folgendes dazu:
      Die Durchtrennung der Samenleiter wirkt sich zunächst auf die Hoden aus. Biopsien dokumentieren eine interstitielle Fibrose, die erklärt, warum eine operative Revision der Vasektomie die Fertilität häufig nicht wieder herstellen kann (NEJM 1985; 313: 1252-6).
      Eine Fibrose ist eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe – demzufolge verändert sich das Gewebe des Hodens. Alle vasektomierten Männer entwickeln einen Stau im Nebenhoden, da die Spermien den Hoden nicht mehr verlassen können. Man spricht auch von einer Funktionsstörung des Nebenhodens. Kennzeichen dieses Staus: starker Juckreiz im skrotalen Bereich – dies geben viele Männer an, einige entwickeln auch eine Entzündung des Nebenhodens. Da keine Spermien verbraucht werden, passt sich der Hoden im Laufe der Jahre an, was Auswirkungen auf den Testosteronspiegel hat.(Abnahme der Potenz) Das macht sich u.a. im Alter bemerkbar, aber bei einigen Männern auch früher. (siehe andere Schreiber).
      Da die Samenleiter gekappt sind können sich Granulome bilden, als auch selbst infolge des Eingriffs entzünden, was eine spätere Refertilisierung erschwert. Einige Männer klagen über ein reduziertes Orgasmusgefühl. Die Samenleiter können nicht mehr kontrahieren, sie sind ja durchtrennt – ebenso die feinen Nervenstrukturen. Meines Wissens zieht sich der Samenleiter durch den Leistenkanal. Zum Thema Prostata-Ca und Demenz hat Martin den Sachverhalt sehr gut dargelegt. Lt. der neuesten Dänischen Studie besteht ein erhöhtes Risiko im späteren Alter an Prostatakrebs zu erkranken als auch eine besondere Form der Demenz zu entwickeln. Kleine Studien existieren auch dazu. Solche Fälle konnte ich in der Praxis durchaus beobachten.
      Nicht zu vergessen das Postvasektomieschmerzsyndrom – von Urologen gefürchtet. Es betrifft gar nicht so wenige und ist sehr schlecht bis kaum behandelbar.
      Zusammengefasst kann man sagen, bei der Vasektomie handelt es sich keines Wegs um einen „kleinen“ Eingriff. Er hat durchaus größere Folgen. Meist wird über die eigentliche OP gesprochen, aber über die Spätfolgen kaum. Ist das Kind in den Brunnen gefallen, dann wird die Psyche bemüht. Natürlich gibt es diesbezüglich immer Einzelfälle. Mann sollte sich diesen Schritt sehr genau überlegen. Das Leben ist immer Veränderung und so weit kann keiner in die Zukunft schauen. Zum Schluss bleibt der Weg der Refertilisierung, die sich nicht jeder leisten kann. Ein guter Chirurg kann kleine Wunder vollbringen, aber auch nicht zu 100 Prozent. Ich hoffe, ich konnte etwas zum Nachdenken anregen. Alles Gute für den weiteren Lebensweg

      1. Arno Welzel

        Ich bin kein Urologe, sondern berichte hier nur über meine persönlichen Erfahrungen damit.

        Den Artikel, auf den Sie verweisen, wurde hier auch schon von mir vor einigen Monaten genannt:

        https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59343/Studie-Mehr-aggressive-Prostatakarzinome-nach-Vasektomie

        Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich auch heute, rund drei Jahre nach dem Eingriff, keine Probleme habe – weder habe ich Schmerzen, noch Juckreiz und die Libido ist ebenfalls nicht beeinträchtigt.

      2. P
        Peter Hermann

        Hallo Sylvia,
        was meinst Du damit, dass Du Demenzfälle beobachtet hast.
        Vielen Dank
        Peter

        1. Arno Welzel

          Wenn man nach „Vasektomie Demenz“ sucht, findet man Hinweise auf eine Untersuchung von 2007 der Northwestern University in Chicago.

          Siehe auch: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Erhoeht-eine-Vasektomie-die-Demenzgefahr-391771.html

          Neuere Quellen dazu habe ich aber auch nicht gefunden.

          ABER: wenn in den letzten 13 Jahren dazu generell ein hohes Risiko für Demenz als Spätfolge entdeckt worden wäre, würde man solche Eingriffe nicht mehr durchführen. Daher gehe ich davon aus, dass der vermutete Zusammenhand nicht bestätigt werden konnte.

    3. G
      Gerhard H.

      Leider habe ich auch Erfahrung mit der Vasektomie. Ich hatte solche Probleme damit, dass ich mich nach 4 Jahren einer Rückoperation unterzogen habe und zwar völlig ohne Kinderwunsch.
      Ich hatte zwar nicht solche starken Schmerzen, aber ein Ziehen und Drücken ist geblieben und hat mich ständig an die Vasektomie erinnert. Ich hatte plötzlich einen stark abgefallenen Testosteron-Spiegel. Und dann haben sich schwere psychische Probleme eingestellt. Ich hätte nie gedacht, dass ich da nicht drüberstehen würde. Nach der Rückoperation sind die meisten Beschwerden verschwunden, aber jetzt kämpfe ich mit einer unangenehmen Hydrozele, die dabei entstanden ist.
      Wie unnötig, ein erfülltes Sexualleben mit so einem Blödsinn derartig auf Spiel zu setzen!
      Eine Sterilisation ist eine Selbstverstümmelung und nichts anderes! Lieber ein Leben lang mit Kondom, als sich auf so etwas einzulassen.

      1. Arno Welzel

        Es tut mir leid, dass Du so schlechte Erfahrungen mit dem Eingriff hattest und wünsche Dir baldige Besserung!

        Aus meiner eigener Erfahrung kann ich nur berichten, dass nach mittlerweile über drei Jahren nach meiner Vasektomie weder Schmerzen habe noch einen veränderten Testosteron-Spiegel.

    4. D
      Dietrich Xenia

      Geh mal zu einem Osteopathen oder Liebscher & Bracht Therapeuten, in den meisten Fällen hat nur ein Muskel/Faszie überreagiet, wo du eh schon zuviel Spannung drinn hattest😉bin überzeugt, dass es dir helfen würde; lg Physiotherapeutin

  17. M
    Martin

    Ich kann leider nichts Positives von meiner Vasektomie berichten und würde es definitiv nicht mehr machen: Seit dem Eingriff habe ich rechts eine erhebliche Empfindlichkeit im Hodenbereich, es zieht bei Berührung und schmerzt. Auch nach 1,5 Jahren ist keinerlei Besserung eingetreten. Als nicht erklärbare Nebenwirkung ist der Testosteronspiegel nach-OP auf ein Viertel des Wertes vor OP gefallen. Dieses Phänomen ist in kleinen Studien beschrieben (Abfall bereits nach 1 Woche), konnte aber nie wirklich verifiziert werden: leider scheint es das aber zu geben. Und um das Ganze komplett zu machen, gibts jetzt eine neue Studie aus Dänemark (2020 veröffentlicht, gesammelte Daten über ca. 40 Jahre) mit über 60.000 Teilnehmern, die klar zeigt, dass das Risiko für ein Prostata-CA bereinigt um alle anderen Faktoren durch die Vasektomie um 15% ansteigt, d.h. , rechnerisch bekommt auf 72 vasektomierte Männer einer ein zusätzliches Prostata-Ca. Nimmt man diese Studie ernst, dann ist die Vasektomie im Grunde komplett obsolet und sollte nicht mehr durchgeführt werden. Die mögliche Erklärung ist, dass in den Spermien anti-canzerogene Substanzen sind, die normalerweise über den Transportweg an der Prostata wirken und ein Carcinom verhindern. Diese fehlen nun durch den versperrten Weg.
    Man sollte es sich also gut überlegen…eine Pille oder eine Spirale mit einem solchen Carcinom-Risiko würde niemals eine Zulassung bekommen.

    1. Arno Welzel

      Es tut mir leid zu hören, dass der Eingriff bei Dir solche Probleme verursacht und ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es sich bessert. Ich habe auch heute noch keinerlei Probleme durch den Eingriff.

      Ergänzend dazu aber dennoch der Hinweis auf die Studie und ein paar Worte dazu:

      Journal of Clinical Oncology (2014; doi: 10.1200/JCO 2013.54.8446)

      Siehe auch: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59343/Studie-Mehr-aggressive-Prostatakarzinome-nach-Vasektomie

      Soweit ich es verstehe, ist das Risiko, überhaupt ein Karzinom zu bekommen, auch mit einer Vasektomie nicht erhöht. Allerdings wenn man ein Karzinom bekommt, ist das durch die Vasektomie oft aggressiver. Zitat:

      In den Jahren 1986 bis 2010 sind 6.023 Männer an einem Prostatakrebs erkrankt. Jeder vierte von ihnen hatte sich in jüngeren Jahren sterilisieren lassen. Das allein belegt noch keinen Zusammenhang, da ähnlich viele nicht sterilisierte Männer am Prostatakrebs erkrankten.

      Und des weiteren:

      Ob Mucci mögliche Verzerrungen übersehen hat oder (was eher der Fall sein dürfte) diese aufgrund fehlender Angaben nicht untersuchen konnte, ist unklar. Selbst wenn die Vasektomie das Krebsrisiko um 10 Prozent erhöhen sollte, wäre die Gefahr für den einzelnen Mann eher gering (und vermutlich kein Grund, auf die Sterilisation zu verzichten).

      Zum Thema „Testosteron“: dieses Hormon wird in den Hoden produziert und durch die Blutgefäße in den Körper abgegeben. Eine Vasektomie beeinflusst das nicht. Siehe dazu auch https://www.maennergesundheit.info/leistungen/operationen-hoden/vasektomie.html

      1. M
        Martin

        Leider muss ich das komplett korrigieren, weil das der Stand von 2014 ist, den Du zitierst, der von 2020 ist leider ein völlig anderer:
        https://prostata-hilfe-deutschland.de/sterilisation-prostatakrebs/
        Ich kann aktuell nur diese Sekundärquelle zur dänischen Studie bringen, pubmed-Volltext-Zugriff dürften die wenigsten hier haben.
        Und leider stimmt auch die Info zum Testosteron nicht ganz, es gibt ursprünglich mehrere Tierversuchsstudien, die einen ganz klaren Testosteron-Abfall zeigen; diese konnten beim Mensch nicht reproduziert werden, jedoch dann in einer (sehr kleinen) 1 Wochen Studie beim Mensch, in der es zu einem nicht erklärbaren Testosteron-Abfall ziemlich genau 1 Woche nach Vasektomie kam. Inzwischen gibt es dazu Theorien, aber keine Beweise, die Aussage oben ist aber zu kurz gesprungen; wir wissen von verschiedenen weiteren Faktoren, die hier eine Rolle spielen, die Aussage „Testosteron-Hoden“ wie oben ist sicher nur ein Teilaspekt; z.B. wird inzwischen klarer, warum es in seltenen Fällen zu einer Häufung bestimmter sehr seltener Demenzarten nach Vasektomie kommt. Hier spielen bestimmte Botenstoffe eine Rolle.
        Wie Du vermutlich gemerkt hast, bin ich dummerweise auch noch vom Fach;-)
        Wenn man sich die dänische Studie anschaut, sieht man, dass das Risiko mit 15% abstrakt bleibt, konkret benennen die Autoren einen zusätzlichen CA-Fall auf 72 Vasektomierte – das ist gar nicht gut.
        Man müsste igentlich eine schnelle Refertilisierung anstreben, vorausgesetzt, die Vasektomie ist nicht länger als 10 Jahre her, denn das ist der Zeitraum, in dem das Risiko noch nicht sonderlich ansteigt; danach dürfte es zu spät sein.

        1. Arno Welzel

          Ich bin kein Arzt, sondern nur jemand, der über seine eigenen Erfahrungen mit Vasektomie berichtet hat. Daher kann ich die hier genannten Punkte auch nur zur Kenntnis nehmen.

          Dir noch alles Gute für die Zukunft!

  18. J
    Jackson

    Dank dir für den tollen Bericht und die detaillierte Beschreibung. Bin zwar erst knapp 40, jedoch ist für mich auch bereits klar das der Kinderwunsch abgeschlossen ist (mehrfacher Vater) und so lies ich mich ebenfalls unterbinden. Es ist beruhigend zu lesen, dass auch du noch einige Woche nach dem Eingriff ein ziehen und ähnliches gespürt hast, dies jedoch komplett verschwunden ist, dachte schon dies sei nicht normal, da man das nur sehr selten liest.
    Bis jetzt habe ich eher mehr Lust als weniger, auch wenn das Ganze noch etwas zieht und „erst“ rund 4 Wochen her ist. Bereut habe ich es bis jetzt noch keine Minute, jedoch überlegte ich mir das Ganze auch sehr bewusst über mehrere Monate, denke dies ist sehr relevant und sollte zwingend ernst durchgeführt werden bevor man sich entscheidet.

    1. A
      Atomic Fat Man

      wie ist der aktuelle Stand? Sind deine Schmerzen weg? Irgendwelche Veränderungen?

      1. J
        Jackson

        Ich hatte lange, ca. 1 Jahr noch ein ziehen oder auch leichte Schmerzen nach der Ejakulation, nun ist jedoch Ruhe und die Empfindlichkeit welche bei einem Ei recht stark zugenommen hatte ging wieder zurück. Das Ganze verunsicherte mich sehr, auch die 2 Vernarbungen welche sich Erbsengross anfühlten (dachte habe ein Spermagranulom) und so liess ich dies noch untersuchen bei einem separaten Arzt. Dieser zeigte und erklärte mir das Ganze via Ultraschall, alles bestens und normal. Meine Lust und auch das Stehvermögen sind min. gleich wie vorher, wenn nicht sogar mehr vorhanden und ich würde den Eingriff weiterhin wiederholen.

  19. F
    Frank

    Hallo zusammen, mein Eingriff war um Ostern 2016.
    Sicher die richtige Entscheidung für Paare die kein Kind mehr möchten, älter sind oder ähnliches.
    Ich möchte jedoch dringend, sehr dringend darauf hinweisen dass die Lust leider auch beim Arzt im op bleibt.
    Warum werden Hengste kastriert? Bullen? Eber?
    Alle relativ früh, 1-3 Lebensjahre mit dem Ziel ruhiger zu werden.
    Das der Mensch das später macht und nicht zwangsläufig bei Gesetzesbrechern bleibt dahin gestellt.
    Ich kann nur sagen das ich leider meiner hübschen und wirklichen Traumfrau nicht öfter als etwa 5x im JAHR 🙈😞zur Verfügung stehe.
    Das ist die Wahrheit, leider.😞😞😞😞😞

    1. Arno Welzel

      Es tut mir sehr leid, dass Du mit deiner Vasektomie nicht so gut leben kannst.

      Löse Dich von dem Gedanken, dass eine Vasektomie eine „Kastration“ wäre – das ist es nicht! Deine Hoden sind nach wie vor vollkommen intakt und dein Körper funktioniert exakt genauso wie vorher – nur die Spermien werden nicht mehr nach außen transportiert, obwohl sie nach wie vor gebildet werden.

      Ich bin kein Arzt, würde Dir aber dennoch dringend dazu raten, professionelle Hilfe dazu aufzusuchen – denn ich habe diese Probleme nicht und bereue meinen Schritt auch nach zwei Jahren in keinster Weise.

  20. T
    Tobi

    Ich glaube der Unterschied zwischen herkömmlicher Sterilisation un No Scalpel Methode ist nicht allzu groß. Bei mir wurde die herkömmliche Methode gewählt, minimale Schmerzen und nach 10 Jahren zwei 1 cm lange unauffällige Narben. Die Entscheidung würde ich immer wieder so treffen.

  21. Hallo und vielen Dank für den interessanten Erfahrungen über die Vasektomie. Ich denke damit wird einigen Patienten leichter fallen sich zu entscheiden. Sicher ist es immer auch eine psychologische Entscheidung.

  22. D
    Dieter

    Danke auch von mir. Ich denke auch darüber nach, habe aber noch Hemmungen gegenüber einem Eingriff in dem Bereich, da ist es hilfreich, wenn jemand von sich aus davon erzählt.

  23. Danke für den Beitrag.
    Ich muss zugeben, die von Dir genannte Methode hört sich humaner an, auch wenn die Heilung nicht so schnell verlief

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