Ein Jahr rauchfrei

Vor längerer Zeit habe ich schon einmal darüber geschrieben, dass ich nach rund 30 Jahren als Raucher das Rauchen aufgegeben habe. Seit meinem Entschluss dazu ist jetzt ziemlich genau ein Jahr vergangen und ich bin kein einziges Mal schwach geworden und somit seit einem Jahr komplett rauchfrei :-).

Rückblickend muss ich zugeben, dass es durchaus Momente gab, in denen ich das Gefühl hatte, dass mir etwas fehlt und ich ein Stück meiner Persönlichkeit aufgeben müsste. Als Raucher verbindet man ja viele Situationen im Alltag mit dem Ritual, sich eine Zigarette anzuzünden. Andererseits habe ich solche Situationen auch bewusst gesucht, um sie neu zu besetzen und die antrainierte Abhängigkeit loszuwerden. So bedeutet die morgendliche Tasse Kaffee eben nicht mehr, sich gleichzeitig auch die erste Kippe des Tages anzustecken, um nur ein Beispiel zu nennen.

Auch finanziell war der Entschluss ein Gewinn: wenn ich von 6 EUR pro Tag ausgehe, die Zigaretten mich früher gekostet haben (was durchaus realistisch ist), habe ich in einem Jahr über 2000 EUR eingespart – Geld, dass mir auch den Umzug nach Berlin erleichtert hat.

Die Gewichtszunahme, die viele Raucher/innen fürchten, wenn sie ihre Sucht hinter sich lassen wollen, kann ich sicher nicht völlig von der Hand weisen. Aber sie hat sich bei mir bei etwa 5-6 kG gegenüber der Zeit als Raucher eingependelt und wird auch nicht mehr. Dabei habe ich meinen Lebensstil nicht sonderlich verändert, sondern nur darauf geachtet, keine Süßigkeiten o.Ä. als Ersatz für Zigaretten zu konsumieren. Wenn es wirklich stört, sollte man seine Ernährungsgewohnheiten generell kritisch hinterfragen und sportlich aktiver sein, um den Grundumsatz zu erhöhen. Hier kommt mir entgegen, dass ich in Berlin einen Arbeitsweg von derzeit rund 7 km (einfach) habe, die ich gerne mit dem Fahrrad zurücklege. In Augsburg war mein Büro noch quasi um die Ecke. Dazu kommt, dass viele andere Aspekte meiner Gesundheit sich deutlich verbessert haben. Da sind weniger als 10% Gewichtszunahme kein echtes Problem.

Ich bin sehr glücklich, nicht mehr rauchen zu müssen und wünsche anderen Raucher/innen, die damit aufhören möchten, viel Erfolg bei ihrem Vorhaben. Es lohnt sich und ist auch nach jahrzehntelanger Abhängigkeit möglich! Letztlich ist es nur eine Kopfsache, dass der vermeintliche „Genuss“ einer Zigarette vor allem ein antrainierter Selbstbetrug ist – nichts anderes als eine klassische Konditionierung, die man auch überwinden kann.

3 Gedanken zu „Ein Jahr rauchfrei“

  1. n
    nicole

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Entschluß des Nichtrauchens. Ich habe vor drei Monaten meine Raucher Karriere beendet. Leider hatte und habe ich seitdem grosse gesundheitliche Probleme welche ich vorher nicht hatte bzw. Wusste. Vor ca. 1 Monat bekam ich trockenen husten (dachte noch es wäre eine Bronchitis) und litt dann ein paar Tage später unter Atemnot. Bin dann zur notsprechstd. Zum pneumologen. Ergebnis : COPD 2-3, leichtes Lungenemphysem und plötzliche Schilddrüsen überfunktion. All diese Beschwerden hatte ich nicht als ich noch rauchte. Ich bin so verzweifelt. Bekomme jetzt Medikamente, welche ich nur schwer vertrage. Was soll man da bloß machen. ?

    1. Arno Welzel

      Vorab: ich bin kein Arzt und kann daher auch keine medizinischen Ratschläge geben, sondern nur aus persönlichen Erfahrungen berichten.

      Deine jetzt entdeckten Probleme kommen sicher nicht davon, dass Du nicht mehr rauchst – besonders die COPD war schon vorher da (sowas entwickelt sich über viele Jahre) und die Symptome wären ganz sicher auch aufgetreten, wenn Du weiter geraucht hättest. Daher war deine Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören vollkommen richtig! Bleib dabei! Auf http://www.leichter-atmen.de/ findest Du weitere Informationen zum Thema COPD.

      Was die Schilddrüse betrifft: Ich kenne Menschen, die eine Überfunktion der Schilddrüsen hatten – das war da nur eine vorrübergehende Sache, die man mit Medikamenten gut behandeln konnte. Du musst Dir bewusst sein, dass Nikotin ein Gift ist, mit dem Du deinen Körper sehr beansprucht hast.

      Wenn Du die Medikamente nicht verträgst, solltest Du mit dem Arzt nochmal reden oder eine zweite Meinung einholen. Auch ist generell eine Therapie nötig, um das Fortschreiten der COPD zu verhindern und die Lungenfunktion zu stärken – hier ist körperliche Fitness und Kondition ein wichtiger Faktor!

      Ich wünsche Dir alles Gute auf einem weiteren Weg als Ex-Raucherin!

      1. n
        nicole

        Hallo Arno, vielen dank für dein Feedback. Sicherlich bestand die Copd schon vorher… ich bin nur so perplex, dass diese sich jetzt so stark bemerkbar macht. Ich halte auf jeden Fall durch und werde nicht mehr zum Glimmstengel greifen. Eine 2. Meinung werde ich auf jeden Fall einholen. Zumal ich medikamentös vernünftig eingestellt werden muss. Vielen lieben Dank für die Bemühungen 😊

Öffentlichen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dies ist kein Kontaktformular! Wenn Du mir eine persönliche Nachricht schreiben möchtest, benutze die E-Mail-Adresse in meinem Impressum.