Bild und Ton über ein Kabel

Bereits bei meinem ersten PC, den ich vor über 20 Jahren gekauft habe, gehörte eine Soundkarte zur Austattung dazu. Konkret war das damals eine Karte, die zwar nicht von Creative Labs war, aber zum damaligen de-facto-Standard „Sound Blaster“ kompatibel war. Diese Karte habe ich mehrere Jahre auch beim Wechsel auf andere Mainboards beibehalten, da sie bereits Audiodaten in „CD-Qualität“, also Stereo mit 16 Bit Auflösung bei 44 kHz Samplingfrequenz, wiedergeben konnte und die Tonqualität für mich ausreichend war. Hinzu kam ein „Wavetable-Modul“, was nichts anderes war, als ein MIDI-Synthesizer, der auf die Soundkarte gesteckt werden konnte. Interessant war das für Spiele, die ihre Hintergrundmusik auf diese Weise abspielen konnten und so die CPU weniger beansprucht haben.

Später folgte eine „Sound Blaster Live!“, die nun einen PCI-Steckplatz statt ISA benutzt hat und die Kompatibilität zu alten DOS-Spielen nur noch in Windows 95/98/Me mit Hilfe eines Emulations-Treibers von Creative Labs erreicht hat. Aber die Zeit der DOS-Spiele war Ende der 1990er Jahre (die Karte wurde 1998 vorgestellt) auch schon weitgehend vorbei und Windows hat sich mit „DirectX“ zunehmend als Plattform für PC-Spiele etabliert.

Nach einigen weiteren Modellen von anderen Herstellern bin ich am Ende bei der Sound Blaster Z gelandet, die wahrscheinlich den Endpunkt der Entwicklung interner Soundkarten von Creative Labs darstellt. Die Zukunft sind externe Geräte, die über USB angeschlossen werden. Hinzu kommt, dass auch CPUs schon seit vielen Jahren so leistungsfähig sind, dass praktisch jede Art von Klangsynthese und Klangeffekten problemlos komplett in Software machbar ist. Die Notwendigkeit aufwendiger Audio-Chips, um die CPU zu entlasten, ist daher auch nicht mehr gegeben.

Kürzlich habe ich auch meinen Monitor durch ein Modell mit 4K-Auflösung ausgetauscht, wie ich auch in meinem Artikel zum Thema 4K-Monitor berichtet habe. Dieser Monitor bietet u.A. auch die Möglichkeit der Audiowiedergabe über einen Ausgang, an dem man z.B. Aktivboxen anschließen kann. Die Audiodaten dafür werden über HDMI oder DisplayPort zugespielt.

Verkabelung an meinem LG 27UD88: DisplayPort vom PC (weiß), HDMI vom Blu-ray-Player (schwarz), Audio zu den Aktivboxen und Stromversorgung vom externen Netzteil

Die Nutzung am PC erfolgt dann über den Treiber der Grafikkarte, der auch ein zusätzliches Audiogerät zur Verfügung stellt:

Das hat den großen Vorteil, dass man beim Wechsel des Eingangs Bild und Ton gemeinsam umschaltet. So kann ich zwischen meinem PC über DisplayPort und einem externen Blu-ray-Player über HDMI wechseln und erhalte jeweils auch den Ton über meine Aktivboxen. Die Klangqualität ist dabei nicht schlechter, als über die interne Soundkarte.

Die Soundkarte habe ich aber noch im PC für die Nutzung eines kabelgebundenen Headsets mit Mikrofon. Der Wechsel der Wiedergabe zwischen den Geräten ist über ein Menü in der Systemleiste von Windows recht einfach, wo alle aktiven Geräte aufgeführt werden:

Ein weiterer Vorzug dieser Lösung: einige Programme erlauben die feste Zuweisung der Geräte für Aufnahme und Wiedergabe – so kann man z.B. in TeamSpeak das Headset als Standardgerät festlegen und muss nicht jedesmal manuell umschalten.

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