Adieu WhatsApp

WhatsApp hat seine AGB geändert – künftig werden noch mehr Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Facebook geteilt. Dieser Änderung muss man entweder bis zum 8. Februar 2021 zustimmen oder kann WhatsApp danach nicht mehr benutzen. Siehe auch: Golem, heise, Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung

Vielen Nutzer:innen wurde durch diese Änderung erstmals bewusst, welche Konsequenzen es hat, dass WhatsApp ein Teil von Facebook ist. Es wäre naiv zu glauben, dass Facebook WhatsApp gekauft hat, ohne das langfristig zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Anlässlich dieser Entwicklung empfehle ich nochmal Signal und verweise ich auf einen älteren Artikel von mir dazu:

Warum ich WhatsApp nicht nutze

Heise hat zum Thema „Wechseln zu Signal“ auch etwas geschrieben:

Wie ich von Whatsapp zu Signal wechselte (Nützes Gedöns VI.)

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sich Menschen noch mehr auf offene, dezentrale Dienste besinnen. Lösungen wie Nextcloud oder Mastodon sind vielleicht nicht ganz so bequem wie Google Drive, Dropbox, Instagramm, Twitter oder Facebook, aber man trägt damit auch nicht zum finanziellen Gewinn mächtiger Großkonzerne bei, die Milliarden mit der Nutzung persönlicher Daten umsetzen.

Update 2020-01-18

WhatsApp hat in einem Blog-Beitrag bekanntgegeben, dass die Einführung der neuen AGB auf den 15. Mai 2021 verschoben wurde. Dabei wird auch davon geschrieben, dass eine „Menge Fehlinformationen“ im Umlauf seien und man daran arbeitet, diese auszuräumen. Das wird allerdings die Leute, die jetzt schon zu Signal gewechselt haben wohl nicht mehr zurückbringen. Bei Google Play wurde die App zwischenzeitlich über 50 Mio. Mal heruntergeladen und ich habe in den letzten Tagen gesehen, dass fast alle meine Kontakte mittlerweile auch bei Signal sind.

Aufgrund des großen Ansturms war Signal zwischenzeitlich stark überlastet und hat auch eine entsprechende Meldung in der App dazu angezeigt. Das scheint mittlerweile behoben zu sein.

Spannend wird jetzt die Frage, wie Signal den Betrieb langfristig finanzieren will. Bislang ist der Dienst kostenlos – aber eine Infrastruktur für mehr als 50 Mio. Clients ist nicht billig. 2018 wurde zwar eine Stiftung gegründet in Verbindung mit einer Finanzierung in Höhe von 50 Mio. USD, aber auch diese Summe wird nicht ewig ausreichen.

Man kann Signal auch mit Spenden unterstützen: https://signal.org/donate/

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