Shimano Kassetten & Kassettennaben

von Sheldon „Kah Sept“ Brown

Übersetzung von Arno Welzel, Original unter http://sheldonbrown.com/k7.html.

Hinweis: Diese Übersetzung ist nicht auf dem aktuellsten Stand des Originals

Schraubkränze und Kassettennaben

Traditionelle Hinterradnaben wurden mit einem genormten Gewinde für aufschraubbare Ritzelpakete mit Freilauf – sogenannte „Schraubkränze“ – ausgestattet. Dies ermöglichte die Verwendung jeder beliebigen Marke von Schraubkränzen auf den Naben unterschiedlicher Hersteller. Wenn die Ritzel abgenutzt waren oder man andere Übersetzungen benötigte, konnte man den Schraubkranz abnehmen und einen anderen montieren. Siehe dazu auch meinen anderen Artikel über Schraubkränze.

Im Laufe der letzten Jahre haben Shimano-Kassettennaben die traditionellen Schraubkranznaben grösstenteils abgelöst. Es ist bedauerlich, dadurch die Austauschbarkeit zu verlieren, die vorher gegeben war, aber diese Naben funktionieren so gut, dass sie faktisch den neuen „Standard“ darstellen.

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von links nach rechts: traditioneller Schraubkranz mit Gewinde, traditionelle Nabe mit Gewinde, Kassettennabe, Ritzelkassette

Vorteile von Kassettennaben

Aufgrund der Anordnung der Lager in einer Shimano-Kassettennabe, wird die Achse näher an den Enden gestützt. Als Ergebnis sind verbogene Achsen ein sehr seltenes Problem bei diesen Naben. Nicht alle Kassettennaben weisen dieses Merkmal auf, das durch ein Patent von Shimano geschützt ist.

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Der Freilaufkörper integriert den Ratschenmechanismus in den Nabenkörper (wenn auch der Ratschenmechanismus immer noch austauschbar ist). Wenn die Ritzel abgenutzt sind, werden nur die Ritzel ausgetauscht, nicht der Freilaufkörper mit dem Ratschenmechanismus (der üblicherweise sehr viel länger hält, als die Ritzel).

Die Ritzel werden üblicherweise in einem kompletten Satz, der „Kassette“ verkauft. Die Ritzel in einer Kassette werden normalerweise durch drei Schrauben oder Bolzen zusammengehalten, um die Montage zu erleichtern. Diese Verbindung ist in keinster Weise notwendig, sie sorgt nur dafür, die Ritzel und Zwischenringe in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung zu halten, wenn man die Kassette vom Freilaufkörper abgenommen wird. Ritzel sind auch einzeln erhältlich.

Einige der hochwertigeren Kassetten verwenden eine „Spinne“ (Spider), einen Metallträger, auf dem die 4 oder 5 grössten Ritzel montiert sind. Dies spart etwas Gewicht, aber die so montierten Ritzel können nicht einzeln getauscht werden, sondern nur als komplette Einheit.

Kassette abnehmen/montieren

Moderne Hyperglide-artige Kassetten (alles, was seit den späten 1980ern hergestellt wurde) verwenden einen Verschlussring mit Gewinde, um die Ritzel auf dem Freilaufkörper zu fixieren. Es gibt ein spezielles Werkzeug mit Rippen, die in die entsprechenden Aussparungen des Verschlussrings greifen – sogenannte „Abzieher“. Einige Abzieher haben einen langen Griff, andere, wie der hier abgebildete, sind nur als „Nuss“ ausgeführt, die mit einem entsprechenden Schraubenschlüssel oder eingespannt in einen Schraubstock verwendet wird.

Der Verschlussring hat ein normales Rechtsgewinde und wird im Uhrzeigersinn festgedreht. Wenn der Ring gelöst werden soll, muss er gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Da die Kassette in dieser Richtung frei dreht, muss sie mit einer Kettenpeitsche festgehalten werden.

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Man kann die 12 Aussparungen im Verschlussring erkennen.
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Abzieher und Kettenpeitsche in Position, bereit zum Lösen des Verschlussrings.

Uniglide ®

Die älteren Shimano-Ritzel verwendeten ein Design mit „gedrehten“ Zähnen mit dem Namen „Uniglide“. Sie wiesen 9 identische Nuten auf, die in entsprechende Aussparungen auf dem Freilaufkörper griffen. Zwischen die Ritzel wurden zusätzlich Abstandshalter eingesetzt. 5- und 6-fach-Ritzelpakete verwendeten Abstandshalter mit 3,65 mm, 7-fach-Pakete allgemein 3,1 mm und 8-fach 3,0mm.

Ritzel mit weniger als 14 Zähnen verwendeten einen integrierten Abstandshalter, aber alle übrigen Ritzel waren beidseitig nutzbar, so dass man sie, wenn sie abgenutzt waren, einfach umdrehen konnte und eine Seite hatte, die wie neu war! Ritzel mit integriertem Abstandshalter waren für 5-fach, 6-fach oder 7- und 8-fach-Versionen erhältlich.

Das kleinste Ritzel einer Uniglide-Kassette wies keine Nuten auf, sondern ein Gewinde. Das Gewinde dieses Ritzels hielt den Rest zusammen.

Um eine Uniglide-Kassette zu demontieren, muss das kleinste Ritzel mit einer Kettenpeitsche gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, während man die Kassette mit einer zweiten Kettenpeitsche oder der Kette des Fahrrads festhält. Dura-Ace-Freilaufkörper verwendeten ein anderes, etwas kleineres Gewinde, das nur mit Dura-Ace-Ritzeln funktionierte. (Es gab früher 11-Zähne-Ritzel mit Gewinde für Dura-Ace-Naben, aber diese werden nicht mehr hergestellt.)

Uniglide-Kassetten sind nicht mehr erhältlich. Wenn man eine Nabe besitzt, die Uniglide-Kassetten verwendet, ist die beste Lösung, diese Nabe mit einem anderen Freilaufkörper für Hyperglide-Ritzel umzurüsten.

Alternativ kann man Hyperglide-Ritzel an den Uniglide-Freilaufkörper anpassen, in dem man die breite Nut abfeilt. Dies ist nicht besonders schwierig. Allerdings benötigt man trotzdem noch ein Uniglide-Ritzel mit Gewinde als Abschluss. Solche Ritzel sind mittlerweile kaum noch zu bekommen.

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Links: Uniglide ®, rechts: Hyperglide ®

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Frühe Hyperglide-Naben hatten Gewinde innen und aussen, so dass sie mit beiden Arten von Kassetten verwendet werden konnten.

Hyperglide ®

Mit konventionellen Schaltwerken wird ein Schaltvorgang dadurch ausgelöst, dass die Kette zur Seite bewegt wird, bis die Zähne des Ritzels nicht mehr greifen und die Kette auf das Ritzel fällt, zu dem sie am nächsten steht.

In den späten 1980ern führte Shimano „Hyperglide“ ein, ein neues Design für die Ritzel, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat. Dies führt zu weicheren, leiseren und schnelleren Schaltvorgängen.

Erreicht wurde dies dadurch, dass die einzelnen Zähne eines Ritzel individuell geformt wurden und zusätzlich Rampen in den Seiten der Ritzel für das Herunterschalten eingearbeitet wurden.

Damit dies funktioniert, müssen die Zähne der Ritzel untereinander exakt ausgerichtet sein. Die älteren „Uniglide“-Ritzel konnten in jeder der 9 möglichen Positionen (18, wenn man die umgedrehte Montage dazurechnet!) montiert werden. Hyperglide-Ritzel müssen dagegen in einer festen Position angebracht werden. Dies wird dadurch sichergestellt, dass eine der Nuten in den Ritzeln breiter ist, als der Rest. Diese breite Nut passt nur an einer entsprechend breiten Aussparung des Freilaufkörpers. Zusätzlich ist ein Pfeil auf dem Ritzel eingestanzt, um diese Position leichter zu finden.

Da die Ausrichtung der Ritzel entscheidend für die Funktion von Hyperglide ist, können geschraubte Ritzel nicht verwendet werden. Alle Ritzel einer Hyperglide-Kassette weisen daher Nuten auf und der Verschlussring wird in ein spezielles Gewinde im Freilaufkörper geschraubt, um das Paket zusammenzuhalten. Der Verschlussring kann mit dem selben Werkzeug demontiert werden, das auch für Shimano- und Sachs-Schraubkränze verwendet wird.

Leute beschweren sich gerne darüber, dass Shimano Dinge „grundlos“ ändert, aber das ist in diesem Fall nicht ganz richtig. Als Shimano Hyperglide entwickelt hat, wurde der Freilaufkörper so aufgebaut, dass ältere Uniglide-Ritzel ohne Probleme auf den neuen Freilaufkörpern weiterhin genutzt werden konnten. Viele, wenn auch nicht alle Freilaufkörper weisen auch das nötige, äussere Gewinde auf, auf das ein Uniglide-Abschlussritzel aufgeschraubt wird.

Zusätzlich können die meisten Shimano-Kassettennaben mit einem neueren Hyperglide-Freilaufkörper aufgerüstet werden. Das ist eine einfache und billige Modifikation (siehe weiter unten).

Es ist auch möglich, Hyperglide-Ritzel auf einem älteren Freilaufkörper zu montieren, wenn man die breite Nut jedes Ritzels abfeilt.

Um die Hyperglide-Funktionalität zu bieten, müssen die Ritzel zueinander gleich ausgerichtet werden. Zum Beispiel gibt es drei verschiedene 15-Zähne-Ritzel für 7-fach-Systeme: eine Version für die Anordnung zwischen 13 und 17; eine Version für die Position zwischen 14 und 17; und eine für 14 und 16.

Hyperglide-Kassetten werden üblicherweise als Einheit verkauft und mit einem Buchstaben gekennzeichnet, der diese spezielle Zusammenstellung identifiziert. Es sind dutzende Kombinationen erhältlich. Die meisten 7- und 8-fach-Kassetten werden mit einem oder zwei Buchstaben gekennzeichnet.

Kassetten, Schaltwerke und Naben für „Mountain Bikes“ und „Rennräder“

Wenn es um Kassetten geht, sind die Begriffe „Rennrad“ und „Mountain Bike“ nur eine Frage der Vermarktung und keine technischen.

Kassetten für „Rennräder“ und „Mountain Bikes“

Kassetten werden mit verschiedenen Übersetzungsbereichen angeboten, und solche, deren Gänge sehr dicht beieinander liegen und keine wirklich grossen Ritzel enthalten, werden üblicherweise als „Rennrad-Kassetten“ vermarktet. Kassetten mit grossen Übersetzungsbereichen und grossen Ritzeln werden als „MTB-Kassetten“ angeboten.

Schaltwerke für „Rennräder“ und „Mountain Bikes“

In ähnlicher Weise werden Schaltwerke mit langen und kurzen Käfigen angeboten. Die kurzen Käfige („Rennradschaltung“) funktionieren nur mit Kassetten mit engen Übersetzungsbereichen, weil sie nicht genügend Kapazität haben um die Kette bei grossen Übersetzungsbereichen aufzunehmen. Schaltwerke mit kurzen Käfigen sind auch begrenzt bezüglich des grössten Ritzels, dass noch geschaltet werden kann, ohne dass die Schaltrolle am Ritzel schleift.

Schaltwerke mit langen Käfigen haben eine grössere Kapazität und arbeiten mit allen Arten von Kassetten zusammen. Solche Schaltwerke werden üblicherweise als „Mountain Bike“-Schaltwerke bezeichnet, obwohl diese Art von Schaltwerk früher auch als „Tourenschaltwerk“ bekannt war. (Die Verantwortlichen für die Vermarktung haben „Touren“ als Begriff in den späten 1980ern abgelegt als Mountain Bikes die neue Sensation waren.)

Man sollte auch wissen, dass es dem Schaltwerk egal ist, wieviele Gänge man verwendet. Man braucht kein sogenanntes „10-fach“-Schaltwerk, um eine 10-fach-Kassette zu nutzen. Dies gilt für alle Shimano-Schaltwerke mit Ausnahme von Dura-Ace vor 1996 (vor 9-fach).

Naben für „Rennräder“ und „Mountain Bikes“

Es gibt keine Probleme der Austauschbarkeit von Kassetten und Naben zwischen „Rennrädern“ und „Mountain Bikes“, solange die Anzahl der Ritzel identisch ist.

Auch hier – Naben, die als „8-fach“, „9-fach“ oder „10-fach“ vermarktet werden, können mit jeder Zahl an Ritzeln betrieben werden! (für die Montage einer 7-fach-Kassette auf einer 8-, 9- oder 10-fach-Nabe wird ein 4,5 mm-Abstandshalter benötigt.)

Jede Shimano Hyperglide-Kassette kann auf jede Shimano Hyperglide-Nabe montiert werden, ausser bei folgenden Ausnahmen:

  • 7-fach-Naben sind nur für 7-fach-Kassetten geeignet.
  • 2004-2005 Dura-Ace 7800 10-fach-Naben sind nur für Dura-Ace 10-fach-Kassetten geeignet.
  • Viele ältere Naben haben Probleme mit 11-Zähne Ritzeln.

Obwohl „Rennradnaben“ und „MTB-Naben“ sich bezüglich der Kassetten nicht unterscheiden, sind sie allerdings insgesamt unterschiedlich breit. „Rennradnaben“ haben üblicherweise eine Einbaubreite von 130 mm, während „MTB-Naben“ normalerweise 135 mm benötigen.

„MTB-Naben“ sind oft auch besser gegen die Einwirkung von Schmutz gedichtet als „Rennrad-Naben“, aber das ist im Alltag selten ein Problem. Die grössere Einbaubreite von 135 mm führt allgemein auch zu einem geringfügig stabileren Hinterrad, da das nötige „Dishing“, d.h. die seitlich versetzte Ausrichtung der Felge zur Nabe, geringer ausfällt.

Verfügbare Kassetten

Shimano-Standardkombinationen

7-fach-Kombinationen

Code 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 26 28 29 30 32 34
E 12 14 16 18 21 24 28
F 14 16 18 21 24 28 32
G 13 15 17 20 23 26 30
K 13 15 17 20 24 29 34
M 13 15 17 19 21 24 28
H 13 15 17 19 21 23 26
L 12 13 14 15 17 19 21
I 13 14 15 17 19 21 23
J 13 14 15 16 17 19 21
ab 11 12 13 14 15 17 19
ac/aj 11 13 15 18 21 24 28
ad (6-fach) 12 14 16 18 21 24
ai 11 12 14 16 18 21 24
am 11 13 15 18 21 24 30
Megarange 11 13 15 18 22 26 34

Ritzel in einer bestimmten Farbe sind untereinander austauschbar mit anderen Grössen in der selben Farbe.

8-fach-Kombinationen

Code 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 23 24 25 26 28 30 32 34
Megarange 11 13 15 17 20 23 26 34
ak/an 11 13 15 17 20 23 26 30
P 12 14 16 18 21 24 28 32
Q 12 13 14 16 18 21 24 28
R/ah 11 12 14 16 18 21 24 28
S 12 13 14 15 16 17 19 21
T 13 14 15 16 17 19 21 23
U 12 13 14 15 17 19 21 23
V 13 14 15 17 19 21 23 26
W 12 13 15 17 19 21 23 25

Ritzel in einer bestimmten Farbe sind untereinander austauschbar mit anderen Grössen in der selben Farbe.

9-fach-Kombinationen

Code 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 23 24 25 26 27 28 30 32 34
Dura-Ace 11 12 13 14 15 16 17 19 21
Ultegra 11 12 13 14 15 16 17 19 21
Dura-Ace 11 12 13 14 15 17 19 21 23
Ultegra 11 12 13 14 15 17 19 21 23
XT ar 11 12 14 16 18 21 24 28 32
LX ar 11 12 14 16 18 21 24 28 32
XT as 11 13 15 17 20 23 26 30 34
Dura-Ace 12 13 14 15 16 17 18 19 21
Ultegra 12 13 14 15 16 17 18 19 21
Dura-Ace 12 13 14 15 16 17 19 21 23
Ultegra 12 13 14 15 16 17 19 21 23
HG70 12 13 14 15 16 17 19 21 23
Dura-Ace 12 13 14 15 17 19 21 23 25
Ultegra 12 13 14 15 17 19 21 23 25
HG70 12 13 14 15 17 19 21 23 25
Dura-Ace 12 13 14 15 17 19 21 24 27
Ultegra 12 13 14 15 17 19 21 24 27
XTR 12 14 16 18 20 23 26 30 34
XT 12 14 16 18 20 23 26 30 34
Ultegra 13 14 15 16 17 18 19 21 23
HG70 13 14 15 16 17 18 19 21 23
Ultegra 13 14 15 16 17 19 21 23 25
HG70 13 14 15 16 17 19 21 23 25
Ultegra 14 15 16 17 18 19 21 23 25

[Anm. d. Übers.: Ultegra bezieht sich konkret auf Ultegra 6500, HG70 auf 105-5500]

Ritzel in einer bestimmten Farbe sind untereinander austauschbar mit anderen Grössen in der selben Farbe.

Einzelne 9-fach-Ritzel mit 16 Zähnen oder weniger sind zwischen den Serien austauschbar.

Shimano 8- und 9-fach-Naben und -Kassetten sind vollständig untereinander austauschbar, so dass jede 8-fach-Nabe mit einer 9-fach-Kassette bestückt werden kann und umgekehrt. Wenn man eine Kassette mit einem 11-Zähne-Ritzel montieren möchte, muss man die Hinweise zu Hyperglide C beachten.

Die Kassetten ak, P, Q & R und die meisten 9-fach-Kassetten verwenden für die grösseren Ritzel eine „Spinne“ (Spider). Das spart Gewicht, aber die Ritzel sind nur als Einheit austauschbar.

10-fach-Kombinationen

Hinweis: Shimano 8-, 9- und 10-fach-Kassetten/Naben sind vollständig untereinander austauschbar, sofern Freilaufkörper aus Stahl verwendet werden. Der einzige Teil, der sich zwischen 8-, 9- und 10-fach-Systemen unterscheidet sind die Schalthebel.

Die Dura-Ace-Nabe vor 2004 hat einen Aluminium-Freilaufkörper und funktioniert nur mit 10-fach-Kassetten.

Dura-Ace-10-fach-Kassetten enthalten für die Ritzel mit 18 Zähnen oder mehr Titan-Ritzel.

Teilenummer Serie 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 23 24 25 27
FW0711 Dura-Ace 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 21
FW0712 Dura-Ace 10 11 12 13 14 15 16 17 19 21 23
FW0713 Dura-Ace 10 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
FW0714 Dura-Ace 10 12 13 14 15 16 17 18 19 21 23
FW0715 Dura-Ace 10 12 13 14 15 16 17 19 21 23 25
FW0715 Dura-Ace 10 12 13 14 15 16 17 19 21 24 27

Ritzelabstände

Mitte-zu-Mitte Abstand Dicke Ritzel Dicke Abstandshalter Gesamtbreite
5-fach
„Normale“ 5-/6-fach 5,3 mm 1,85 mm 3,5 mm 24,0 mm
G. Caimi/Everest/Simplex 5,35 mm 1,85 mm 3,5 mm 23.2 mm
6-fach
Sun Tour „Ultra“ 6-fach 5,0 mm 1,85 mm 3,15 mm 26,9 mm
Sun Tour “Accushift” 6-fach 5,5 mm 2,0 mm 3,5 mm 30 mm
7-fach
Shimano HG 7-fach 5,0 mm 1,85 mm 3,15 mm 31,9 mm
Shimano IG 7-fach 5,0 mm 2,35 mm 2,65 mm 32,4 mm
Sachs 7-fach 5,0 mm 1,8 mm 3,2 mm 31,8 mm
SRAM Schraubkranz 7-fach 5,0 mm 1,8 mm 3,2 mm 32,8 mm
Sun Tour „Ultra“Freewheel 7-fach 5,0 mm 1,85 mm 3,15 mm 32,4 mm
Sun Tour MicroDrive 7-fach 4,8/5,0 mm 2,0 mm 3 x 2,8 mm (L)
3 x 3,0 mm (H)
31,5 mm
8-fach
Campagnolo 8-fach 5,0 mm 1,9 mm 3,1 mm 36,9 mm
Sachs 1998+ 8-fach 4,8 mm 1,8 mm 3,0 mm 35,4 mm
Shimano 8-fach 4,8 mm 1,8 mm 3,0 mm 35,4 mm
SRAM Kassette 8-fach 4,8 mm 1,8 mm 3,0 mm 35,4 mm
SRAM Schraubkranz 8-fach 5,0 mm 1,8 mm 3,2 mm 36,8 mm
Sun Tour 8-fach 4,8/5,0 mm 2,0 mm 3 x 2,8 mm (L)
4 x 3,0 mm (H)
36,5 mm
9-fach
Campagnolo 9-fach 4,55 mm 1,75 mm 2,8 mm 38,2 mm
Shimano 9-fach 4,34 mm 1,78 mm 2,56 mm 36,5 mm
SRAM 9-fach 4,34 mm 1,8 mm 2,54 mm 36,5 mm
10-fach
Campagnolo 10-fach variabel 1,75 mm variabel 38,8 mm
Shimano 10-fach 3,95 mm 1,6 mm 2,35 mm 37,2 mm
11-fach
Campagnolo 11-fach variabel 1,6 mm variabel 40,1 mm

Gesamtbreite

Die Gesamtbreite ist die des Kassettenstapels. Ein Freilauf für Ritzel mit Nuten weist eine Flanke hinter dem innersten Ritzel auf. Der innere Teil des Freilaufkörpers ist unter Umständen etwas versetzt, um die Tiefe dieser Flanke auszugleichen. Sun Tour Freilaufköprer haben üblicherweise eine 2 mm Flanke und 1 mm Versatz.

Überhang bei 10- und 11-fach-Kassetten

Das innerste Ritzel von Shimano 10-fach- und Campagnolo 11-fach-Kassetten ist auf gegenüber der Flanke des Freilaufkörpers nach innen gebogen um die Ritzel weiter nach links zu versetzen und mehr Platz zwischen dem äußersten Ritzel und dem Ausfallende zu schaffen. Das Schaltwerk kann die Speichen stören, speziell wenn das innerste Ritzel relativ klein ist oder das Laufrad ein ungewöhnliches Einspeichmuster aufweist.

Variable Abstände

Hinweis zu Campagnolo: Bei 10- und 11-fach-Kassetten verwendet Campagnolo variable Abstände, um Schaltvorgänge im mittleren Bereich zu verbessern. Bei 11-fach-Kassetten weichen zusätzlich die Abstände der oberen drei Ritzel vom Rest ab, um die Schaltvorgänge mit den neuesten 11-fach-Schaltwerken zu verbessern.

„HyperDrive-C“ Kassetten auf konventionellen Freilaufkörpern.

Shimano verwendet die Marke „HyperDrive-C“ als Kennzeichnung für ein System, das ein 11-Zähne-Ritzel beinhaltet. (Das „C“ steht für „compact“ – kompakt. Diese Systeme werden normalerweise mit Kettenblättern verwendet, die kleiner als der Standard sind).

Aufgrund der Platzprobleme sind die Aussparungen zwischen den Nuten der 11-Zähne-Ritzel nur bis zur Hälfte des Ritzels vorhanden. Die entsprechenden Nuten der HyperDrive-C-Freilaufkörper werden entsprechend nicht bis an das äussere Ende geführt.

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Links: Hyperglide „C“ Freilaufkörper, rechts: Nicht-kompakter Freilaufkörper

Es gibt zwei Lösungen für dieses Problem:

Man kann HyperDrive-C-Kassetten auf konventionellen Freilaufkörpern montieren, indem man zuerst einen zusätzlichen 1 mm-Abstandshalter auf den Freilaufkörper steckt, bevor die Kassette aufgesetzt wird. Das ist ein Standard-Abstandshalter, der üblicherweise für die Feineinstellung der Kettenlinie auf konventionellen Freilaufkörpern eingesetzt wird. Es kann bei manchen Anwendungen nötig sein, auf der rechten Seite der Achse einen Abstandshalter hinzuzufügen, speziell wenn man das Laufrad mit anderen Laufrädern austauschbar halten will, ohne dass Schaltwerk neu einzustellen.

Alternativ, kann man Aussparungen an den Enden der Nuten eines älteren Freilaufkörpers schleifen. Das ist eine Aufgabe von fünf Minuten, wenn man Zugang zu einem Werkstattschleifer hat.

Wenn man ein 11-Zähne-Ritzel auf eine vorhandene Kassette montieren möchte, die ursprünglich ein grösseres Abschlussritzel hatte, muss man auch den Verschlussring mit einem Hyperglide-C-Verschlussring austauschen. Die Verschlussringe für 11-Zähne-Ritzel haben einen kleineren Aussendurchmesser. Würde der grössere Verschlussring verwendet, würden die Aussenlaschen der Kette an die Kante des Rings stossen und die Kette würde auf dem 11-Zähne-Ritzel nicht sauber laufen. (Hyperglide-C-Verschlussringe sind mit allen Ritzelgrössen kompatibel.)

Selber zusammengestellte Kassetten

Shimano möchte, dass man ihre Standard-Kombinationen verwendet und sie bieten eine ausreichend grosse Auswahl, um die Anforderungen der meisten Fahrradfahrer zu erfüllen – aber man muss nicht, wenn man nicht will! Es ist nicht schwer, Shimano-Kassetten anzupassen. Wenn man ein nicht freigegebenes Ritzel als Austausch verwendet, Uniglide oder Hyperglide, wird es immer noch funktionieren, aber Schaltvorgänge von/zu diesem Ritzel sind möglicherweise nicht so weich wie dies bei Hyperglide normalerweise ist. Nachdem Leute es aber einige Jahrzehnte auch ohne Hyperglide geschafft haben, sollte das nicht abschrecken. Speziell, wenn nur das grösste oder das kleinste Ritzel ersetzt wird, ist nur ein Schaltvorgang nicht HG; Wechsel auf oder von den äusseren Ritzeln sind aber ohnehin meist unproblematisch.

Als Beispiel, Shimano bietet keine echten „Maiskolben“-Kassetten (ein-Zahn-Sprünge) für Zeitfahrer oder Fahrten in der Ebene an. Als 7-fach-Kombination, ist die ähnlichste J (13/14/15/16/17/19/21).

Wenn man das 21er-Ritzel einer J-Kassette entfernt, kann man sie in einen 13-19-Maiskolben ändern, indem man ein 18er-Ritzel kauft und es zwischen 17 und 19 einfügt. Alternativ kann daraus 12-18 machen, indem man 19 und 21 entfernt und ein 12 und 18 hinzufügt.

Ähnliche Veränderungen sind mit anderen Übersetzungen möglich. Allgemein muss dass kleinste Ritzel eines mit eingebautem Abstandshalter sein, dass für die Abschlussposition entwickelt wurde. Auch wenn man keine einzelnen Ritzel eines „Spider“-Moduls austauschen kann, kann man auf beiden Seiten Ritzel hinzufügen.

Als Beispiel, für eine 13-32 9-fach-Kassette, kann man mit 12-27 beginnen:

  • Ersetzen des 12er- und 13er-Ritzels mit einem 13er-Abschlussritzel.
  • Hinzufügen eines Abstandshalters und eines 32er-Ritzels nach dem 27er (man muss den Abstandshalter nicht separat kaufen, weil man den verwenden kann, der zwischen 13 und 14 war.)

Bei Shimano-Kassetten, die keine „Spider“ verwenden, werden die meisten der Ritzel mit drei dünnen Schrauben zusammengehalten, oder in manchen Fällen mit 3 langen Nieten. Diese Schrauben/Nieten sind nicht notwendig. Ihre Funktion ist Komfort, da sie es ermöglichen, die Kassette etwas leichter zu montieren. Um Kassetten selberzusammenzustellen, muss man oft diese Schrauben oder Nieten entfernen. Man kann sie danach einfach wegwerfen, sie sind in der Praxis unnötig.

  • Einige Kassetten verwenden Schrauben mit einem 4 mm Sechskantkopf. Diese können mit einem einstellbaren Schraubenschlüssel entfernt werden.
  • Einige Kassetten verwenden Schrauben mit einem 2 mm Innensechskant. Diese werden oft mit Nieten verwechselt.
  • Für den Fall, dass eine Kassette tatsächlich vernietet ist, ist der einfachste Weg sie zu entfernen, die Köpfe abzuschleifen, die aus dem grössten Ritzel hervorstehen. Ich mache das normalerweise mit einem Werkstattschleifer.

Es macht keine Probleme, sagen wir, 9-fach oder 8-fach-Ritzel in 7- oder 8-fach-Kassetten zu verwenden. Die kleineren Grössen (11, 12, 13) sollten exakt passend verwendet werden, aber selbst das ist in der Praxis normalerweise kein Problem.

I.G. (Interactive Glide)

Bei den neueren 7-fach-Kassetten von Shimano wurde das Hyperglide-Prinzip noch weiter getrieben, indem Rampen und Konturen auf beide Seiten der Ritzel hinzugefügt wurden. Um dies zu erreichen und dabei die volle Breite des Ritzels zu erhalten, mussten die Entwickler die Ritzel insgesamt breiter machen. Da die Ritzel nun breiter sind, wurden die Abstandshalter schmäler ausgeführt, um den richtigen Abstand untereinander beizubehalten. Shimano sagt, man sollte H.G.-Ketten nicht auf I.G.-Kassetten verwenden. Ketten von Sachs [Anm. des Übers.: mittlerweile SRAM] sind kompatibel mit beiden Typen.

Nach Shimano sollte man I.G.- und Nicht-I.G.-Ritzel nicht kombinieren, aber wenn man pro I.G.-Ritzel einen I.G.-Abstandshalter verwendet, sollte es gehen. Es können einige Experimente nötig sein, um die besten Ergebnisse mit einer gemischten Zustammenstellung zu erreichen.

Freilaufkörper austauschen

Praktisch alle Shimano-Freilaufkörper sind untereinander austauschbar. Die Ausnahmen sind:

  • Sehr frühe Kassettennaben (erkennbar am Fehlen der typischen Ausbuchtung am rechten Ende des Nabengehäuses), deren Freilaufkörper nicht austauschbar sind.
  • Naben, die den neuen „silent clutch“-Mechanismus verwenden.
  • Dura-Ace-Naben vor 1997, die nur Dure-Ace-Freilaufkörper von vor 1997 aufnehmen.

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Um den Freilaufkörper zu entfernen, muss zunächst die Achse demontiert werden. Danach wird ein 10 mm-Innensechskantschlüssel benötigt, um den hohlen Sicherungsbolzen in der Mitte des Freilaufkörpers zu lösen. Der Bolzen hat ein konventionelles Rechtsgewinde und wird gegen den Uhrzeigersinn gelöst. Der Freilaufkörper lässt sich dann abnehmen, er wird nur durch den Bolzen und durch eine Reihe von Nuten im Nabengehäuse gesichert, die ihn daran hindern, sich zu drehen.

Dura-Ace-Freilaufkörper benötigen einen Speziellen Schlüssel, das Shimano-Werkzeug #TL-FH10. Auf meiner Seite zur Austauschbarkeit von Dura-Ace-Komponenten wird dies detaillierter beschrieben.

Obwohl die meisten Freilaufkörper auf dem Nabengehäuse untereinander austauschbar sind, kann es Komplikationen wegen der Inkompatibilität des Konus auf der rechten Seite und der Staubkappe geben, die im Austausch-Freilaufkörper vorhanden ist. Die Staubkappen können entfernt und ausgetauscht werden oder man kauft einen passenden, rechten Konus, der zum Freilaufkörper passt.

Aufrüsten von 6-/7-fach (126 mm) auf 8-/9-fach (130 mm)

Die meisten 6- oder 7-fach-Kassettennaben von Shimano können auf 8-/9-fach aufgerüstet werden, indem man den Freilaufkörper, wie oben beschrieben, austauscht.

6- und 7-fach-Naben weisen in der Regel ein Einbaumaß von 126 mm auf, während 8-/9-fach-Naben 130 mm (Rennräder) oder 135 mm (MTB/Hybrid) benötigen.

Viele Leute sagen, dies erfordert eine neue Achse, aber wenn man nur von 126 auf 130 wechselt, ist das nicht richtig. Die 137 mm langen Achsen, die üblicherweise in 126 mm-Naben verwendet werden, sind mehr als ausreichend lang, um bei einem 130 mm-Einbaumaß verwendet zu werden. Es ist absolut kein Risiko so vorzugehen.

Wenn man die Nabe auf ein neues Einbaumaß ändert, muss auch das Laufrad neu zentriert werden, da durch den längeren Freilaufkörper auf der rechten Seite zusätzlicher Platzbedarf besteht. Dazu müssen die Speichen auf der rechten Seite stärker gespannt und links evntuell etwas gelockert werden, um die Felge 2 mm nach rechts zu verschieben, damit sie wieder mittig im Rahmen ist.

Das breitere Einbaumaß der Nabe muss auch beim Rahmen berücksichtigt werden, aber das ist nicht so schwierig, wie man annimmt. Details dazu finden sich in meinem Artikel über Rahmen aufweiten.

8 von 9 auf 7

Falls der 126 mm-Rahmen aus Carbon besteht und nur durch Klebstoff zusammengehalten wird, sollte man nicht versuchen, ihn aufzubiegen. Das bedeutet aber nicht, dass man auf 7-fach-Kassetten festgelegt ist!

Jede 7-fach-Hyperglide-Kassettennabe von Shimano lässt sich mit 8 Ritzeln ohne Modifikation ausrüsten! Dazu verwendet man 8 Ritzel aus einer 9-fach-Kassette mit den 9-fach-Abstandshaltern.

Damit das funktioniert, ist ausserdem eine 9-fach-Kette und ein 9-fach-Schalthebel nötig. Das alte 7-fach-Schaltwerk sollte weiterhin benutzbar sein, wenn es nicht zu sehr abgenutzt ist. Die Begrenzungsschrauben des Schaltwerks sorgen dafür, dass die nicht benötigte, 9. Position des Schalthebels nicht verwendet werden kann, so es am Ende wie eine perfekte, normale 8-fach-Schaltung arbeitet.

Wartung von Shimano-Freilaufkörpern

Allgemein werden Freilaufkörper nicht repariert, wenn sie ausfallen, weil die Kosten für eine Reparatur oft höher sind, als für den Kauf eines neuen Freilaufkörpers.

freehubtoolWenn man unbedingt einen Freilaufkörper zerlegen und überholen will, geht man dabei ähnlich vor, wie bei Schraubkränzen. Dazu ist auch ein schwer zu beschaffendes, altes Spezialwerkzeug von Shimano (TL-FH 40) nötig, um die Abdeckung zu entfernen, die gleichzeitig die Lagerschale für das Hauptlager bildet.

„Uniglide“-Kassetten für besondere Anwendungen

Shimano führt 11 traditionelle „Uniglide“-Kassetten im 1997er-Katalog auf. Dabei handelt es sich überwiegend um wenig gebräuchliche Kombinationen (zu selten, um sie als Hyperglide-Version umzurüsten) und man wird sie nicht beim Händler finden. Obwohl sie im Katalog aufgeführt sind, scheinen sie in der Praxis nicht erhältlich zu sein.

8-fach

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7-fach

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