Shimano Dura-Ace Kompatibilität

von Sheldon „Mix ‘n’ Match“ Brown

aktualisiert 2010 von John „above my price point“ Allen

Übersetzung von Arno Welzel, Original unter http://sheldonbrown.com/dura-ace.html.

Shimano Dura-Ace Fahrradkomponenten haben einige Kompatibilitätsprobleme mit anderen Teilen. Es gibt eine Menge an Verwirrung und Falschinformation darüber. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede und wie man Kompatibilitätsprobleme umgehen kann.

Dura-Ace Geschichte

Der Name Dura-Ace geht zurück bis mindestens 1973. Sie können sich hier den Dura-Ace-Katalog von 1973 ansehen.

Sie können sich hier auch den Händler-Katalog von 1982 ansehen.

1984 führte Shimano Dura-Ace S.I.S. (Shimano Indexing System), das erste erfolgreiche Index-Schaltsystem ein. Es war ein 6-fach-System mit indexierten Schalthebeln, die am Unterrohr montiert wurden.

Wie bei jedem neuen Produkt, kamen mit der regulären Verwendung kleine Probleme an’s Licht und sie wurden in späteren Versionen bereinigt. Eines der Risiken beim Kauf eines brandneuen Systems ist, dass man, in gewissen Grenzen, ein Versuchskaninchen ist. Alle der Kompatibilitätsprobleme mit älteren Dura-Ace-Komponenten resultieren aus ernsthaften Verbesserungen, die Shimano nach der ursprünglichen Einführung vorgenommen hat.

Nachdem die Original Dura-Ace-Gruppe als das bestmögliche mit der Technik von 1984 galt, hatte Shimano ein kleines Problem mit der Erklärung der Änderungen in der Kompatibilität. Sie wollten ältere Dura-Ace-Versionen nicht als veraltet abschreiben und die Kunden mit verwaister Ausrüstung alleinelassen, aber sie wollten auch ihre Produkte weiter verbessern. Die Marketingabteilung versuchte, die Unterschiede als Zeichen der höheren Qualität von Dura-Ace gegenüber billigeren Systemen zu kaschieren.

Dure-Ace hat mehrere Generationen durchlaufen, von 6-fach, über 7- und 8-fach beim 1996er Modelljahr.

1997 war ein großes Jahr für Dura-Ace. Das System wechselte zu 9-fach und das war die am meisten publizierte Änderung. Zusätzlich wurde natürlich das gesamte Dura-Ace-System neu entworfen und mit anderen Shimano-Komponenten kombinierbar gemacht.

Schaltwerke und indexierte Schalthebel

Der Hautpunterschied zwischen Dura-Ace vor 1997 und dem Rest der Shimano-Gruppen ist die Schaltzugführung des Schaltwerks. Die alte Dura-Ace-Gruppe verwendete ein kürzeres Stück Schaltzug pro Gangwechsel. Dies hat mit der Geometrie der Zugaufhängung zu tun. Nachdem der Schaltzug bei jedem Gangwechsel weniger weit bewegt wurde, wurden Effekte von Zugreibung oder ungenauer Einstellung verstärkt.

Mit der Einführung der 6-fach 600EX S.I.S. Gruppe, wurde die Zugaufhängug am Schaltwerk geändert, so dass der Schaltzug bei Gangwechseln weiter bewegt wurde. Dies verringerte die Seilzugspannung, die Effekte von ungenauer Einstellung und Reibung in den Schaltzügen und sorgte allgemein für ein gutmütigeres System. Alle nachfolgenden S.I.S.-Gruppen entsprachen in diesem Punkt der 600EX und die selbe Geometrie wurde für die 9-fach-Dura-Ace angepasst, als sie 1997 eingeführt wurde.

Die gelben Bereiche in der nachfolgenden Tabelle zeigen, wo die meisten Shimano-Schaltwerke nicht funktionieren oder eine modifizierte Zugführung benötigen, um zu funktionieren.

Austauschbarkeit indexierter Schalthebel

Schalthebel * Kassette/Freilaufkörper Schaltwerk
Dura-Ace 6-fach-Schalthebel 6-fach Dura-Ace 1984-96 6-, 7-, oder 8-fach
oder:
andere Shimano-Schaltwerke mit alternativer Zugführung (B)
Dura-Ace 7-fach-Schalthebel 7-fach
Dura-Ace 8-fach-Schalthehel 8-fach
andere 9-fach-Schalthebel
andere 6-fach-Schalthebel 6-fach jedes Shimano-Schaltwerk ab 1997
oder:
jedes S.I.S.-Schaltwerk außer Dura-Ace vor 1997
andere 7-fach-Schalthebel 7-fach
andere 8-fach-Schalthebel 8-fach
jeder 9-fach-Schalthebel 9-fach
jeder 10-fach-Schalthebel
außer Dyna-Sys
10-fach
jeder 10-fach-Schalthebel
außer Dyna-Sys
9-fach Standard-Schaltwerk mit alternativer Zugführung (B)
Dyna-Sys-Schalthebel 10-fach Dyna-Sys-Schaltwerk

* Dies umfasst Rahmenschalthebel, Lenkerendschalter und STI-Schalthebel. Alle Shimano-Schaltwerke sind für die selbe Indexierung ausgelegt und sind gleichermassen kompatibel mit unterschiedlichen Schalthebeln, die zu den entsprechenden Kassetten passen. Ausnahmen: Dura-Ace vor 1997 und die Dyna-Sys-Reihe, die nur mit Dyna-Sys-10-fach-Schalthebeln funktioniert.

Alternative Zugführung

Falls man einen älteren Dura-Ace-Schalthebel mit einem neueren Schaltwerk kombinieren möchte, gibt es eine alternative Zugführung, die dies ermöglicht:

dura-ace-cable-anchor
cablerouting-std
Standard-Zugführung (A)
cablerouting-alt
Alternative Zugführung (B)

Diese alternative Zugführung erlaubt es auch, einen 10-fach-Schalthebel mit einer 9-fach-Kassette zu verwenden. Dies bietet einen angenehmen Aufrüstungspfad.

Kassetten-Kompatibilität

Uniglide ®

1989 verwendeten Shimano-Kassetten ein System mit „gedrehten Zähnen“, das als „Uniglide“ bezeichnet wurde. Sie wiesen 9 identische Nuten auf, die in die entsprechenden Aussparungen des Freilaufkörpers gesteckt wurden. Zwischen den Ritzeln wurden passende Abstandshalter eingefügt. Bei 5- und 6-fach wurden 3,65 mm-Abstandshalter verwendet, bei 7-fach allgemein 3,1 mm, bei 8-fach 3,0 mm.

Das kleinste Ritzel einer Uniglide-Kassette war nicht mit Nuten versehen, sondern mit einem Gewinde. Das Gewinde dieses Ritzel hielt alles andere zusammen.

Der einzige, funktionale Unterschied zwischen Dura-Ace und anderen Shimano-Kassetten ist, dass die geschraubten Uniglide-Abschlussritzel in der Dura-Ace-Version ein anderes Gewinde verwendeten. Dies ermöglichte die Verwendung von 11-Zähne-Ritzeln mit Uniglide-Dura-Ace. Andere Uniglide-Naben/Kassetten waren durch das grössere Gewinde auf ein Minimum von 12 Zähnen beschränkt.

Alle 6- und 7-fach Dura-Ace Kassetten waren Uniglide. 8-fach Uniglide-Kassetten und -Naben wurden nur für das 1989er Modell produziert und sind daher sehr ungebräuchlich.

ug-vs-hg

Links: Uniglide ®, rechts: Hyperglide ®

Hyperglide ®

1990 führte Shimano mit „Hyperglide“ ein neues Design für die Ritzel ein, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat. Dies führt zu weicheren, leiseren und schnelleren Schaltvorgängen.

Erreicht wurde dies dadurch, dass die einzelnen Zähne eines Ritzel individuell geformt wurden und zusätzlich Rampen in den Seiten der Ritzel für das Herunterschalten eingearbeitet wurden.

Nachdem die Ausrichtung der Ritzel untereinander exakt stimmen muss, damit Hyperglide funktioniert, können geschraubte Ritzel nicht verwendet werden. Alle Ritzel einer Hyperglide-Kassette sind mit Nuten versehen und ein spezieller Verschlussring, der in ein innenliegendes Gewinde des Freilaufkörpers geschraubt wird, hält das Ritzelpaket zusammen. Weitere Informationen über Uniglide/Hyperglide findet man in meinem allgemeinen Artikel über Shimano Kassettennaben.

Was tun mit einer alten Dura-Ace 7- oder 8-fach-Uniglide-Nabe?

Uniglide-Kassetten sind nicht mehr erhältlich. Falls man eine Dura-Ace Uniglide-Nabe hat und eine neue Kassette benötigt, gibt es folgende Optionen:

Am billigsten: Unglide-Ritzel sind grundsätzlich symmetrisch, so dass man bei einer verschlissenen Kassette die einzelnen Ritzel umdrehen kann. Dies erlaubt die Nutzung der noch nicht verschlissenen Seiten der Zähne.
Beim kleinsten (geschraubten) Ritzel funktioniert das nicht, aber es ist mit allen anderen Ritzeln möglich.

Moderat: Hyperglide-Ritzel enthalten eine breitere Nut, wie man oben sehen kann. Wenn man diese breite Nut abschleift, kann man auch alle aktuellen Hyperglide-Ritzel oder komplette Kassetten verwenden, ausser wiederum beim kleinsten Ritzel, das ein spezielles, geschraubtes Dura-Ace-Ritzel ist.

Am besten: Man kann den Freilaufkörper mit der 8-fach-Hyperglide-Version FW7403 austauschen, wie unten beschrieben.

Kompatibilität Freilaufkörper und Nabe

Der Freilaufkörper ist der Teil, auf dem die Ritzelkassetten montiert werden. Er enthält den Ratschenmechanismus, der den Freilauf ermöglicht. Für die meisten Anwendungen wird der Freilaufkörper als Teil der Nabe selber betrachtet, aber tatsächlich ist es möglich, ihn zu entfernen.

1996 oder früher

Dura-Ace-Freilaufkörper von 1996 oder früher (6-, 7- und 8-fach) benötigen eine Nabe mit passendem Gewinde. Dieses System ist mit nichts anderem austauschbar, aber untereinander, so dass man von 6- oder 7-fach auf 8-fach aufrüsten kann, indem man einen 8-fach-Freilaufkörper montiert.

Das ist ein reichlich teures Teil, aber wenn das Fahrrad in einem guten Zustand ist, kann es das wert sein. Mit dem neuen Freilaufkörper kann man jede 8- oder 9-fach-Kassette verwenden, die kein 11-Zähne-Ritzel enthält.

Man benötigt dafür ein spezielles Werkzeug, das TL-FH10 [Anm. des Übers.: Harris Cyclery bietet seinen Kunden auf der Originalseite an, dieses Werkzeug auszuleihen, wenn man einen neuen Freilaufkörper dort kauft].

1997 und später

Dura-Ace-Naben von 1997 und später (9-fach) haben eine Aufnahme mit Nuten und Aussparungen zwischen dem Freilaufkörper und dem Nabengehäuse. Sie verwenden einen 10 mm-Sechskant-Bolzen, um den Freilaufkörper auf der Nabe zu fixieren. Das selbe System wird für alle Nicht-Dura-Ace-Naben verwendet (mit Ausnahme der „Silent Clutch“-Modelle).

2004-2007: 10-fach, Neugestaltung des Freilaufkörpers und Hollowtech II

Im Jahr 2004 wurde die Kurbel und das Tretlager geändert. Der neue Kurbelsatz verwendet das „Hollowtech II“ Design, das zuerst in der vorjährigen XTR Gruppe eingeführt wurde (und mit 2004er XT und Saint geteilt wird).

Bei diesem System ist die Tretlagerwelle dauerhaft mit der rechten Kurbel verbunden und verwendet „aussenliegende“ Lager, die ausserhalb vom Tretlagergehäuse montiert werden. Diese Anordnung der Lager erlaubt die Verwendung grösserer Durchmesser und dadurch auch einer hohlen Welle mit grösserem Durchmesser. Dies führt zu einer Gewichtseinsparung und einer Erhöhung der Steifigkeit.

Dieses System ist seitdem zu verschiedenen, niedrigeren Gruppen von Shimano „durchgesickert“. Die Tretlagerteile dieser Gruppen sind alle untereinander austauschbar.

Das Design wurde auch von anderen Herstellern kopiert, einschließlich Truvativ, wiederum unter Verwendung kompatibler Tretlagerteile.

Die Hinterradnaben der 2004 Dura-Ace-7800-Serie (10-fach) wurden ebenfalls komplett überarbeitet. Der Freilaufkörper wurde mit der Achse statt mit dem Nabenkörper verbunden, um Gewicht einzusparen und die Sperrklinken in einem größeren Radius arbeiten zu lassen.

Ebenfalls zur Gewichtseinsparung ist der Freilaufkörper der 2004 Dura-Ace aus Aluminium.

aluminum-bodyAndere Hersteller haben Aluminium-Freilaufkörper verwendet, was sich als Problem herausgestellt hat, da Stahlritzel Kerben in so ein weiches Material schneiden.

Um dieses Problem zu vermeiden, hat Shimano die Form der Aussparungen das erste Mal seit der Einführung von Hyperglide in den späten 1980ern verändert. Die 10-fach-Freilaufkörper von Dura-Ace-Naben haben tiefere Aussparungen als andere Modelle von Shimano. Als Ergebnis davon ist es nicht möglich, andere als die 10-fach-Kassetten auf Dura-Ace 7800 Naben zu montieren. Es ist allerdings nicht nötig, Dura-Ace-Kassetten zu verwenden. Die 10-fach-Ultegra-Kassetten sind ebenfalls für die grösseren Aussparungender 7800 Naben geeignet.

Die Probleme mit der Austauschbarkeit betreffen nur diese spezielle Nabe. Die 10-fach-Kassetten passen problemlos auf jeden 8- oder 9-fach-Freiaufkörper von Shimano. Die Ultegra 10-fach-Gruppe, die für das 2005er-Modelljahr eingeführt wurde, weist diese Beschränkung nicht auf.

Unten abgebildet sind Teile von zwei Ultegra 12-27 Kassetten. Die 10-fach-Version links hat über 37 mm im Innendurchmesser, während die 9-fach-Version nur 35 mm aufweist.

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Dura-Ace 7850, 2008

Für das 2008er-Modelljahr hat Shimano die 7850-Kassettennaben eingeführt. Diese weisen Titan-Freilaufkörper auf und sind wieder zum ursprünglichen Rippenmuster zurückgekehrt, das auch bei anderen Shimano-Kassettennaben verwendet wird, so dass sie mit jeder Hyperglide-Kassette, 7-, 8-, 9-, 10-fach verwendet werden können. Der Freilaufkörper wird mit dem Nabenkörper über ein gerippte Verbindung mit größerem Durchmesser als bei anderen Kassettennaben verbunden.

Dura-Ace 7900, (2010 ?) (2011?)

Die Dura-Ace-7900-Kassettennabe ist weitgehend wie die 7850, aber die meisten Teile sind nicht austauschbar.

Mythen

Mythos: Wenn man eine 6-fach-Kassette verwendet, braucht man ein 6-fach-Schaltwerk.

Wahrheit: Nein, das Schaltwerk selbst kümmert es nicht, vieviele Gänge vorhanden sind. Dies wird durch die Kassette und den Schalthebel festgelegt:

  • Dura-Ace 6-, 7- und 8-fach-Schaltwerke sind mit Anderen austauschbar.
  • Nicht-Dura-Ace 6-, 7-, 8- und 9-fach-Schaltwerke sind mit Anderen austauschbar.

Mythos: Dura-Ace-Kassetten weisen andere Ritzelabstände auf und sind inkompatibel mit anderen Schaltwerken/Schalthebeln.

Wahrheit: Nein, alle Kassetten und Freilaufkörper von Shimano mit der selben Ritzelzahl verwenden die selben Abstände und sind mit jedem System schaltbar, das für die entsprechende Anzahl von Gängen zusammengestellt wurde.

Mythos: Für eine Dura-Ace-Nabe braucht man eine Dura-Ace-Kassette.

Wahrheit: Nein, das einzige Körnchen Wahrheit ist, dass bei älteren Uniglide-Systemen das kleinste (geschraubte) Ritzel in der Dura-Ace-Version ein kleineres Gewinde hatte.

Kettenblätter

Typ A- und B-Kettenblätter

Neuere „Superglide“-Kettenblätter von Shimano weisen ähnliche Merkmale auf, wie das Hyperglide-System hinten, um die Schaltvorgänge vorne zu verbessern. Die äusseren Blätter verwenden speziell geformte Zähne an einigen Stellen, die als „Tore“ bezeichnet werden und es der Kette erleichtern, nach oben zu klettern. Es sind auch Stahlstifte an den Seiten der grösseren Blätter vorhanden, um das Klettern der Kette zu unterstützen.

Wenn dieses System so arbeitet, wie vorgesehen, führt die Kette einen sehr weichen Wechsel vom kleinen zum grossen Kettenblatt ohne Durchrutscher aus. Damit das System so weich wie möglich arbeitet, ist die Position der Zähne auf dem kleineren Blatt speziell an den Zähne auf dem grösseren Kettenblatt auszurichten.

Dies erfordert die Verwendung von Kettenblättern in zueinander passenden Kombinationen. Shimano bietet zwei „Rennrad“-Kombinationen an, bezeichnet als „A“ und „B“.

  • Die Kombination „A“ verwendet ein kleines Kettenblatt mit 42 Zähnen und ein entsprechendes „Typ A“-Blatt mit 53 Zähnen.
  • Die Kombination „B“ verwendet ein kleines Kettenblatt mit 39 Zähnen und die Auswahl zwischen einem „Typ B“-Blatt mit 52 oder mit 53 Zähnen.

Nur Shimano ist derart penibel bei der Zusammenstellung der Kettenblätter und das ist in keinem Fall zwingend notwendig. Falls ein Fahrrad beispielsweise eine „A“-Kombination mit 53/42 enthält und man entschliesst sich auf ein 39-Zähne-Kettenblatt umzubauen, bedeutet das nicht, dass man das 53er-Blatt ebenfalls austauschen muss. Die Kombination wird immer noch schalten und das durchaus gut, nur eben vielleicht nicht ganz so gut, wie die vorgesehene Zusammenstellung.

„9-fach“-Kurbeln

Als der Wechsel von 8- zu 9-fach erfolgte, beginnend mit der 1997er Dura-Ace, gab es auch eine kleine Änderung im Aufbau der Kettenblätter. Shimano war besorgt über die Möglichkeit der Kette über die Zähne des kleinen Kettenblatts zu rutschen.

Dieser Effekt tritt auf, wenn eine schmale Kette mit einem Kurbelsatz verwendet wird, der für breitere Ketten gedacht ist. Beim Herunterschalten laufen die Aussenlasche der Kette auf den Spitzen der Zähne des kleinen Kettenblatts, bevor die Kette richtig auf das Kettenblatt fällt. Dies bewirkt einen kurzfristigen „Leerlauf“ nach vorne. Wenn man dumm genug ist, beim Fahren im Stehen herunterzuschalten, ist es vorstellbar, dass dieser Effekt zu einem Unfall führt.

Der Unterschied zwischen „9-fach“-Kurbeln und älteren Modellen ist nur das kleine Kettenblatt. Die Zähne auf einem „9-fach“-Kettenblatt sind leicht nach rechts verschoben, um besser in die leicht schmalere Kette zu greifen.

Shimano wird einem erklären, dass man das kleine Kettenblatt austauschen muss, wenn man ein älteres Fahrrad auf 9-fach umrüstet. Die Anwälte sagen ihnen, dass dies vor etwaige Ansprüchen durch Kunden schützt, falls jemand ungeschickt genug ist, sich wegen des geschilderten Effekts zu verletzen und sie machen einen schönen Profit durch den Verkauf der Kettenblätter.

Mein Rat ist, sich darüber keine Gedanken zu machen und nicht routinemässig das kleine Kettenblatt auszuwechseln, wenn man auf 9-fach umrüstet. Diese Art des „Durchrutschens“ ist sehr selten und passiert in den meisten Fällen, wenn man vorne und hinten im höchsten Gang fährt und sich dann entscheidet, vorne herunterzuschalten, bevor man hinten den Gang wechselt. Es gibt keine Situation, in der dies eine sinnvolle Schaltfolge wäre.

Dreifach-Kurbeln

Für das 2002er-Modelljahr hat Shimano in der Dura-Ace-Gruppe Dreifach-Kurbeln mit den entsprechenden STI-Schalthebeln, Umwerfern und Schaltwerken eingeführt. Während andere „Rennrad“-Dreifachkurbeln mit der Abstufung 52-42-30 angeboten wurden, verwendet Dura-Ace 52-39-30. Zunächst erscheint dies eine willkommene Aufrüstung, die eine grössere Flexibilität für Strassen- und Tourenfahrer bietet.

Unglücklicherweise ist der Weg, den Shimano dafür gewählt hat, starrköpfig und rückschrittlich, was zu einem Kurbelsatz geführt hat, der sogar noch unflexibler ist als die 130/74 „Rennrad“-Dreifachkurbeln in den Gruppen Ultegra, 105, Tiagra und Sora.

Anstatt einen Kurbelsatz mit zwei Sätzen an Montagelöchern zu verwenden, wie bei anderen modernen Dreifachkurbeln, wurde das 30er-Kettenblatt am 39er-Kettenblatt befestigt und nicht an der Kurbel selber – in der Art eines Willow Triplizer oder eines TA Konverterblatts. „Oh, grossartig“, werden Sie sagen, „dann kann ich das 39er-Blatt auf anderen 130er-Zweifachkurbeln verwenden!“. Nun, nein. Im Gegensatz zu den Kettenblattern von Willow und TA wurde das Dura-Ace speziell dafür entwickelt, NICHT auf Standard-130er-Zweifachkurbeln zu passen, weil die „Böden“, die das mittlere Kettenblatt stützen und zentrieren, im Weg sind. Bei den Dura-Ace-Dreifach-Kurbeln sind diese „Böden“ abgeschliffen, so dass diese Kurbel die Einzige ist, die diese Kettenblätter aufnimmt, obwohl sie immer noch den Standard-Lochkreis von 130 mm verwendet.

Aber Moment! Es wird noch schlimmer! Anstatt den üblichen 74 mm Lochkreis für das 30er-Kettenblatt zu verwenden, wie sie es bei allen anderen „Rennrad“-Dreifachblättern tun, hat Shimano es für angebracht gehalten einen brandneuen Lochkreismuster von 92 mm nur für diese Anwendung zu entwickeln. Daher gibt es KEINE anderen Kettenblätter, ausser dem mitgelieferten 30er-Blatt, das an einer Dura-Ace Dreifachkurbel verwendet werden kann.

Ich bin generell sehr unterstützend bei Shimano und habe sie oft verteidigt, wenn sie im Internet angegriffen wurden, aber ich bin wirklich bestürzt bei der sehr unglücklichen Richtung, die sie mit dem Dura-Ace-Dreifachkettenblatt gegangen sind. Was hat sie dazu gebracht zu denken, dass die Welt einen neuen Lochkreisdurchmesser braucht?

Dura-Ace Zeitlinie

[Anm. d. Übers.: Gegenüber der Original-Aufstellung wurde die Zeitlinie tabellarisch aufbereitet, was etwas übersichtlicher ist.]

Jahr Modell Bemerkungen
1973 Original Dura-Ace
1974 Dura-Ace-Katalog
1978 Dura-Ace EX
1980 Dura-Ace AX Shimano-Katalog von 1982
1984 7400 6-fach S.I.S. Schaltung
Details sind derzeit nicht verfügbar, Informationen dazu sind willkommen.
1985 Details sind derzeit nicht verfügbar, Informationen dazu sind willkommen.
1986? 7401 7-fach Uniglide
Details sind derzeit nicht verfügbar, Informationen dazu sind willkommen.
1987 Details sind derzeit nicht verfügbar, Informationen dazu sind willkommen.
1988 Details sind derzeit nicht verfügbar, Informationen dazu sind willkommen.
1989 7402 8-fach Uniglide
1990 7403 8-fach Hyperglide, Superglide Kettenblätter
1991 7403 STI Bremsen/Schalthebel, Mittelzugbremsen
1992 7402 Keine Änderungen
1993 7402 PD-7410 SPD Pedale, UN-91 Patronentretlager
1994 7402 FC7410 Low Profile SG-X Kurbeln, HP-7410 Cartridge-Steuersatz
1995 7402
1996 7402 SP-7410 Sattelstütze
1997 7700 7700 9-fach, 7700 Kurbel/Tretlager mit Verzahnung, Cartridge-Bremsschuhe
1998 7702
1999 7702 Flight Deck. 7700 SPD-R Pedale.
2000 7702
2001 7702
2002 7702 Optionale Dreifach-Kettenblätter
2003 7800 10-fach, Hollowtech II Kurbel/Tretlager
Die 7800 Nabe hat einen Aluminium-Freilaufkörper mit tieferen Aussparungen als üblich. Nur kompatibel mit 10-fach-Dura-Ace-Kassetten
2008 7850 7850-Kassettennabe mit Titan-Freilaufkörper
Rückkehr zu Standard-Kassetten-Maßen und eine Befestigung zwischen Freilaufkörper und Nabe mit einem größeren Durchmesser. verwendbar mit allen Hyperglide-Kassetten: 7-, 8-, 9- & 10-fach.
2010? 7900 Die 7900-Kassettennabe verwendet das selbe System zur Befestigung des Freilaufkörpers an der Nabe, aber die meisten Nabenteile unterscheiden sich. Verwendbar mit allen Hyperglide-Kassetten: 7-, 8-, 9- & 10-fach.