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PC-Aufrüstung mit VIA PT880 Pro

Hinweis: Dieser Artikel bezieht sich auf eine Umrüstung, die ich etwa Anfang 2006 vorgenommen habe. Mittlerweile nutze ich andere Hardware.

Nachdem mein PC mit einem Pentium 4 Northwood mit 2,4 GHz bei manchen anspruchsvolleren Anwendungen (speziell Spiele ;-)) schon spürbar an die Grenzen gekommen ist, habe ich schon einige Zeit über eine Aufrüstung nachgedacht. Allerdings haben sich nicht nur die Prozessoren weiterentwickelt, auch bei Arbeitsspeicher und Grafikkarte haben schon länger Neuerungen Einzug gehalten: DDR2 und PCI-Express. DDR2 – „Double Data Rate, Version 2“ – bietet, wie auch PCI-Express, einerseits eine höhere Geschwindigkeit, anderseits auch grundlegende Änderungen im Design. Ein Umstieg auf ein neueres Motherboard erfordert daher in der Regel auch neuen Arbeitsspeicher und eine neue Grafikkarte.

Durch Zufall bin ich auf meiner Suche auf einen Chipsatz gestossen, der genau dieses Problem vermeidet und die ideale Lösung für eine schrittweise Aufrüstung bietet: VIA PT880 Pro. Dieser Chipsatz unterstützt gleichermassen AGP, wie auch PCI-Express für die Grafikkarte und kann wahlweise DDR oder DDR2 nutzen. Als CPU ist fast jedes Exemplar für Sockel 775 geeignet – inklusive Core 2 Duo. Ich habe mich dann aber doch für einen Pentium D 805 entscheiden. Dieser ist billiger als die kleinste Variante des Core 2 Duo und und offiziell für den Betrieb mit 2,66 GHz und 133 MHz FSB gedacht. Dennoch ist problemlos auch ein Betrieb mit 166 Mhz FSB und 3,3 GHz ohne besondere Massnahmen möglich.

ASRock Dual775-VSTA

Noch erstaunlicher fand ich, dass der „Billiganbieter“ ASRock (ein Ableger von ASUS) als Einziger ein Motherboard mit 4 PCI-Steckplätzen im Angebot hat – bei ASUS und Gigabyte fand ich nur Varianten mit 3 PCI-Steckplätzen. Zudem war das Board von ASRock mit unter 50 Euro auch noch sehr günstig. Trotzdem erhält man dafür eine Dual-Channel-Speicheranbindung, einen integrierten SATA-RAID-Controller und 8-Kanal-Sound. Einzig beim Lieferumfang muss man Abstriche in Kauf nehmen – ausser dem Allernötigen ist nichts dabei, auch keine Slotblenden für die zusätzlichen USB-Anschlüsse oder IrDA. Da ich in meinem Gehäuse aber ohnehin den USB-Anschluss des Gehäuses nutze, stört das nicht.

Dank ausreichender Steckplätze konnte ich so meine gesamte Hardware auch auf dem neuen Board weiternutzen, ohne dass es besonders eng wurde:

  • Grafikkarte HIS Radeon X1600 Pro AGP
  • DVB-S-Karte Hauppauge WinTV Nexus-s
  • IDE-Controller Promise FastTrack 100 TX2
  • 2 GB PC3200 DDR in Form von zwei Speicherriegeln

Der IDE-Controller wäre nicht notwendig – aber ich habe eben noch eine 250 GB-IDE-Platte im Einsatz, die an dem verwendeten Controller gute Dienste leistet. Mittelfristig kann ich natürlich immer noch auf SATA umsteigen.

Ursprünglich wollte ich auch meine alte Soundkarte, eine Hercules Gamesurround Fortissimo III, weiterverwenden. Allerdings produzierten die Treiber in seltenen Fällen Abstürze, und neuere Treiber gab es nicht mehr. So habe ich mich am Ende doch für die „HD Audio“-Onboard-Lösung auf Basis eines Realtek ALC888 entschieden, die problemlos funktioniert und auch qualitativ absolut ok ist. Update: Mittlerweile kommt ein anderes Mainboard zum Einsatz, wo auch die Hercules Soundkarte wieder verwendet wird – siehe dazu auch Hercules Gamesurround Fortissimo III.

Zusätzlich wurde noch eine Karte für einen weiteren, seriellen Anschluss verbaut, um ein IrDA-Modul und eine Infrarot-Fernbedienung unterzubringen. Theoretisch ist zwar ein IrDA-Anschluss auf dem Motherboard vorhanden und auch im BIOS aktivierbar – nur praktisch kosten passende, externe Module mehr, als die Schnittstellenkarte, an der auch das IrDA-Modul für den seriellen Anschluss benutzbar ist.

Die CPU wird von einem Arctic Cooling Freezer 7 Pro gekühlt, der softwaremässig auf 850-1500 U/min. geregelt wird und dabei praktisch lautlos arbeitet – trotzdem bleibt die CPU im Ruhezustand bei 21°C Raumtemperatur auf etwa 40°C und erreicht auch unter Last kaum mehr als 55°C (getestet mit zwei laufenden Instanzen von cpuburn über einen Zeitraum von 30 Minuten).

Der Arbeitsspeicher wird mit 200 Mhz betrieben und bietet durch Dual-Channel-Anbindung eine rechnerische Bandbreite von 6,4 GB/s.

Obwohl ich anfangs skeptisch war – das System ist absolut stabil und zuverlässig und im direkten Vergleich zum Northwood mit 2,4 Ghz eine deutliche Verbesserung – und die ganze Umrüstung war für unter 200 Euro machbar. Trotzdem habe ich die Option, später auf einen Core 2 Duo und DDR2-Speicher umzusteigen oder eine PCI-Express-Grafikkarte zu verwenden.

Die einzige Schwäche: Der „Hardware“-Betrieb der Nexus-s, bei der die Nexus die komplette Dekodierung und Darstellung des Live-TV-Bildes übernimmt, das dann als Overlay auf der Grafikkarte eingeblendet werden kann, klappt leider nicht mehr so reibungslos, da es offenbar ein Problem mit der direkten Übertragung der Bilddaten zur Grafikkarte gibt. Konkret äussert sich das in deutlich sichtbaren Bildstörungen. In der Praxis stört das aber nicht, da ich die Karte ohnehin mit einem MPEG-Dekoder im „Software“-Betrieb nutze, was eine deutlich bessere Bildqualität bietet (kein Interlacing) und auch Timeshifting ermöglicht (zeitversetzte Wiedergabe).

Bilder

Die „3,3 GHz“-Dual-Core-CPU:

Temperaturwerte und Lüftergeschwindigkeiten nach mehreren Stunden Betrieb:

Und hier noch ein paar Bilder des ASRock 775Dual-VSTA mit montiertem Arctic Cooling Freezer 7 Pro. Ein Klick auf das Bild öffnet eine vergrösserte Ansicht. Man kann gut erkennen, dass sowohl Grafikkarten mit AGP als auch PCI-Express verbaut werden können und auch die RAM-Bestückung wahlweise mit DDR oder DDR2 möglich ist.

asrock775dual-vsta1.jpg
Vorderansicht

asrock775dual-vsta2.jpg
Seitenansicht